BürgerUnion fordert mehr Steuergerechtigkeit

Nachtragshaushalt nur für die Landwirtschaft?

Sonntag, 09. Juli 2017 | 15:19 Uhr

Bozen – “Der 80-Millionen-Euro schwere Nachtragshaushalt sieht weder neue Mittel für die Familien noch Entlastungen für Arbeitnehmer dafür aber 19 Millionen zusätzliche Gelder für die Landwirtschaft vor. Rechnet man noch die fünf Millionen für das ländliche Wegenetz für die Forstwirtschaft hinzu, steigt das Gesamtvolumen im Landeshaushalt mit dem Nachtragshaushalt allein für die Landwirtschaft auf fast 120 Millionen”, erklärt der Landtagsabgeordnete Andreas Pöder. Der Nachtragshaushalt wird noch im Juli im Landtag behandelt.

“In Sportsprache übersetzt wäre das zwischen Landwirtschaft und Arbeitnehmer bzw. Familien im Nachtragshaushalt ein 19:0, nimmt man die Mittel aus der Forstwirtschaft dazu sogar ein 24:0”, meint Pöder.

Demgegenüber seien die Steuereinnahmen aus der Landwirtschaft überschaubar. “Von den landwirtschaftlichen Betrieben kommen etwa 57 Millionen Euro Steuerabgaben im Jahr an Einkommensteuer und bislang Irap. Die Steuerzahlungen der Landwirtschaft Einkommensteuer, Irpef-Zuschlag und IRAP belaufen sich auf 57 Millionen Euro, aus dem Landeshaushalt 2017 erhält die Land- und Forstwirtschaft inklusive Nachtragshaushalt ca. 120 Millionen Euro, rechnet man hier Familien-, Wohnbau- und Sozialförderungen wie Rentenbeiträge der Region hinzu kommen Landwirte auf weit über 150 Millionen an Förderungen, die EU-Gelder, die ja auch aus Steuermitteln finanziert noch nicht eingerechnet. Damit zahlt der Bauer einen Euro Steuern und kriegt fast drei wieder heraus”, betont die BürgerUnion.

Laut Pöder werden die Mittel des Nachtragshaushalts wie folgt aufgeteilt: Land- und Forstwirtschaft erhalten 24 Millionen Euro. Über den Rotationsfonds kommen 22 Millionen der Wirtschaft zugute. Für die Hausärzte werden neun Millionen bereitgestellt, sechs Millionen sind es für den Zivilschutz.

Während für Sportanlagen, wie etwa unter anderem in Antholz rund drei Millionen reserviert werden, wurden für sonstige Ausgaben (Landesimmobilien, neue Gesetze, EU-Fonds) rund 16 Millionen Euro eingeplant.

“Selbständige und Arbeitnehmer ersticken unter der Steuerlast, die Landwirtschaft erhält jährlich neue Sauerstoffflaschen in Form von Beiträgen”, kritisieren der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, und Wirtschaftssprecher, Dietmar Zwerger und verweisen auf die Internetseite https://www.sbb.it/service/betriebsberatung/beitragsfinder.

Zwar seien dort auch einige Leistungen aufgelistet, die nicht nur für die Landwirtschaft gelten, insgesamt gebe es allerdings über 60 allein für die Landwirtschaft bereitstehende Förderungen.

“Bei Arbeitnehmern und Selbständigen ist dieses Verhältnis ungleich schlechter. Den absoluten Löwenanteil an direkten Steuern bezahlen die Arbeitnehmer, die allein an Einkommensteuer rund 1,2 Milliarden Euro im Jahr bezahlen. Von den Unternehmen kommen im Jahr zwischen Einkommensteuer, Irap und Körpferschaftssteuer IRES fast 900 Millionen Euro. Rentner bezahlen rund 600 Millionen Euro Einkommensteuer”, so Pöder. Die BürgerUnion fordert in diesem Zusammenhang mehr Steuergerechtigkeit.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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8 Kommentare auf "Nachtragshaushalt nur für die Landwirtschaft?"


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mannik
mannik
Neuling
1 Monat 10 Tage

Wenns der Pöder sagt, dann wirds schon stimmen…😉😜🙈

steidler
steidler
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

Ist eh seine letzte Legislatur, es sei denn er empfiehlt sich beim Bauernbund als Kandidat für den Landesrat für Landwirtschaft (er stammt ja aus einer Bauernfamilie!)

erika.o
erika.o
Tratscher
1 Monat 10 Tage

@steidler
wieviele der Südtiroler Politiker stammen ursprünglich NICHT aus einer Bauernfamilie ? … sehr wenige…
seinen wir Normalbürger einfach nur froh, daß es Oppositionen gibt die gute Oppositionsarbeit leisten!
Herrn wie Pöder, Köllensberger u. u. u.
die uns in Sachen SVPD-Beschlüsse und Zweckentfremdungen informieren und diese offen auf den Tisch legen, von denen WIR sonst bestimmt nie etwas erfahren würden.
Bedenke, wenn die SVPD, so einfach und ohne daß denen jemand auf die Finger schaut, walten und schalten könnten,
dann Nacht !!!

thomas
thomas
Superredner
1 Monat 10 Tage

im Kern hat Herr Pöder häufig recht. Bravo! Es braucht dringend mehr Steuergerechtigkeit bzw. jeder Bürger muss anteilsmäßig Steuer zahlen. Selbstverständlich auch die Landwirte

Pic
Pic
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

Ein großer Kompliment  an Herrn Pöder und an „Südtirol News“, dass diese Informationen an die Öffentlichkeit gelangen. Beneidenswert sind die Bauern, die solche fähige politische Vertreter haben, welche diese Privilegien für ihre Wählerschaft durchsetzen. Der Herrn Landeshauptmann sollte sich daran erinnern, dass er Landeshauptmann der gesamten Südtiroler Bevölkerung ist und nicht nur jener der Wirtschaft. Was die sogenannten “Südtiroler Arbeitnehmervertreter” in der Politik betrifft, sollten, wenn sie nicht die Interessen der Arbeiter und Pensionisten vertreten wollen oder dazu nicht fähig sind, zumindest den Anstand haben, nicht als „Arbeitnehmervertreter“ bei den nächsten Landtagswahlen auf Stimmenfang zu gehen.    

bern
bern
Tratscher
1 Monat 10 Tage

Pöder hat keine Ahnung von Steuersystemen.
Einkommenssteuer und Irap zahlen nur die Bauern im Normalsystem. 80% der Bauern in Südtirol sind aber im Pauschalsystem (sie wie viele kleine Firmen in Restitalien auch). Die Steuer von Pauschalsystem-Zahlern findet man nicht im Einkommens- oder Irap-Steuertopf sondern im Mehrwertsteuertopf. Man müsste nur mal reinschauen, aber das wollen gewisse Leute ja nicht, denen geht es nur um Polemik.
Ohne Wissen sollte man Schweigen.

Paul
Paul
Tratscher
1 Monat 10 Tage

Vetternwirtschaft…oder wie nennt man das ?

Paul
Paul
Tratscher
1 Monat 10 Tage

schliest euch mit den FH zusammen

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