Von: Ivd
Naturns – Vor kurzem hat der Gemeinderat von Naturns mit nur einer Gegenstimme den Haushalt für das Jahr 2026 genehmigt. „Die Gemeinde hat viele Gestaltungsmöglichkeiten, vor allem für das Ehrenamt und soziale Anliegen muss genügend Geld zur Verfügung stehen“, unterstreicht Bürgermeister Zeno Christanell.
Für das kommende Jahr 2026 konnten die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte von Naturns einen Haushalt mit 18.509.021 Euro verplanen. „Dabei weist die Gemeinde einen grundsoliden sowie ausgeglichenen Haushalt auf und hat die Finanzen im Griff“, bestätigte Generalsekretärin Katja Götsch. Der Beleg dafür ist unter anderem der massive Schuldenabbau: War Naturns noch zur Jahrtausendwende mit fast 30 Millionen Euro an Darlehen eine hochverschuldete Gemeinde, so werden es laut Finanzplanung am 01.01.2027 nur mehr 900.000 Euro an Schuldenlast sein. Ein weiterer Beleg für die fortlaufende Konsolidierung ist, dass es für den Finanzausgleich keine Erschließungsgebühren im laufenden Teil benötigt. Der Gemeinderat muss auch weiterhin keinen lokalen IRPEF-Zuschlag vornehmen. „Das war nur durch umsichtige Finanzplanung und sparsamen Umgang mit Steuergeldern möglich“, betonte Bürgermeister Christanell.
Gleichzeitig wirke sich die neue Gemeindenfinanzierung positiv aus. Naturns kann mit gut 400.000 Euro mehr im laufenden Teil kalkulieren. Damit werden die allgemeinen Kostensteigerungen und die höheren Personalspesen infolge der neuen Kollektivverträge ausgeglichen. Dank 16.566.835 Euro aus dem zehnjährigen Investitionsfond ist die Gemeinde in der Lage die geplanten Großprojekte zu realisieren, ohne sich neu zu verschulden. Dabei plant der Gemeinderat 40 Prozent für die Instandhaltungen der bestehenden Strukturen und 60 Prozent für neue Projekte ein. 2026 stehen vorläufig 3.978.400 Euro für neue Investitionen zur Verfügung. Damit werden wichtige Impulse für die lokale Wirtschaft gegeben. Unter anderem im Bereich Nachhaltigkeit, wo neue Fotovoltaikanlagen, der Austausch von Heizungen, die weitere Umrüstung der öffentlichen Beleuchtung auf LED sowie die Sanierung der Leitung des Fernheizwerkes geplant sind. Viel Geld wird für den neuen Recyclinghof eingeplant. Die Validierung des Ausführungsprojektes ist für Frühjahr 2026 vorgesehen, wenn alles gut läuft, erfolgt nächstes Jahr auch der erste Spatenstich. Ebenso stehen Straßensanierungen auf dem Programm, unter anderem am Sonnenberg, in der Gewerbezone Stein, in der Mühlgasse, beim Dornsberg- und Pedruiweg. Weitere große Projekt sind in Vorbereitung, wie etwa die Planung für den Neubau des Probelokals der Musikkapelle und die Erweiterung der Musikschule, sowie der Ausbau der Erlebnistherme und die Sanierung des Eisplatzes.
Laut Vorschlag des Gemeindeausschusses orientieren sich die Gemeindegebühren weiterhin vor allem am Verursacherprinzip, wodurch jeder einzelnen auch die Möglichkeit hat, bewusst zu sparen. Dabei sind aufgrund von Mehrkosten durch neue Ausschreibungen und höhere Löhne einige Anpassungen nötig, um die gesetzlich vorgegeben Deckungsgrade einzuhalten. „Wichtig ist dem Gemeinderat aber, dass es für alle leistbar bleibt. Obwohl wir hier auf einem sehr hohen Dienstleistungsniveau sind, kosten die drei wichtigsten Versorgungen – Müll, Wasser und Abwasser – eine vierköpfige Familie im Jahr nur rund 700 Euro, das sind also weniger als 50 Cent pro Tag“, erklärt Christanell. Vor allem im sozialen Bereich sei man bewusst günstiger: So bleiben der Kindergartentarif und die Kosten für die Ausspeisung gleich, wodurch nur 25 Prozent der Realkosten den Familien direkt angelastet werden.
Der Gemeinderat nimmt auch das Thema leistbares Wohnen ernst, indem technische Spesen für die Überarbeitung von Durchführungsplänen vorgesehen sind. Ebenso konkret soll mindestens ein Projekt von Wohnungen mit Preisbindung angegangen und die planerischen Voraussetzungen für neue Wohnungen des Wohnbauinstituts geschaffen werden.
Die Gemeinde fördert das soziale Zusammenleben mit 226.000 Euro an ordentlichen Beiträgen an die lokalen Vereine. Es wurden attraktive und finanzierbare Betreuungen für Kinder geschaffen, um Familien zu entlasten, aber auch für ältere Menschen, um pflegende Angehörige zu unterstützen. Ebenso ist eine Studie zur Erhöhung der Betten im Pflegeheim geplant.
„Wir sorgen solidarisch für eine angemessene Betreuung im Alter durch 130.000 Euro Tarifbeteiligung im Pflegeheim bei Menschen, die es sich selbst nicht leisten können. Vor allem aber werden wir weiterhin jenen helfen, die selber unbürokratisch immer wieder Hilfe leisten: Caritas, Tafel, Kleiderstube, Essen auf Rädern und anderen, die sich ehrenamtlich einsetzen und unser Dorf zu einem besseren Ort machen“, schloss Bürgermeister Zeno Christanell seinen Überblick zum Haushalt ab.




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