Stationierung von israelischen Streitkräften

Neue Verhandlungen Israels mit Libanon am Donnerstag

Montag, 20. April 2026 | 19:48 Uhr

Von: APA/dpa

Die Gespräche auf Botschafterebene zwischen Israel und dem Libanon werden laut einem Sprecher des US-Außenministeriums am Donnerstag in Washington fortgesetzt. “Die Vereinigten Staaten begrüßen den produktiven Dialog, der am 14. April begonnen hat”, teilte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Die zweite Gesprächsrunde werde erneut im US-Außenministerium ausgerichtet. Zuvor hatten bereits mehrere israelische Medien über das anstehende Treffen berichtet.

Vor knapp einer Woche hatte sich in Washington die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, mit dem israelischen Vertreter in Washington, Yechiel Leiter, getroffen. Es war das erste direkte Gespräch von Repräsentanten beider Länder seit Jahrzehnten. Auch US-Außenminister Marco Rubio war zugegen.

Israel strebt Friedensabkommen an

Israel strebt nach Worten des Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu mit den direkten Verhandlungen ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon an. Er fordert auch eine Entwaffnung der mit dem Iran verbündeten libanesischen Hisbollah-Miliz, mit der Israel bis zuletzt wieder im offenen Krieg stand.

Die libanesische Regierung will eine dauerhafte Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Libanons erreichen. Israel hat dort nach eigenen Angaben eine sogenannte “Sicherheitszone” eingerichtet, die libanesische Führung spricht dagegen von Besatzung libanesischem Bodens.

In der Nacht zum Freitag trat im Libanon eine zehntägige Waffenruhe in Kraft. Seitdem kam es aber zu neuen Zwischenfällen. Die vergangenen sechs Wochen hatte die Hisbollah-Miliz mit Israel Krieg geführt. Die libanesische Regierung und ihre Armee sind nicht Konfliktpartei.

Weiter Beschuss durch israelisches Militär

Bei zwei Einsätzen hätten israelische Soldaten im Südlibanon “Terroristen ausgeschaltet”, teilte die Armee mit. Diese verstießen demnach gegen die Waffenruhe und näherten sich den Soldaten; es habe eine “unmittelbare Bedrohung” gegeben. Die Luftwaffe habe auf Anweisung von Bodentruppen geschossen. Es war zunächst unklar, wie viele Tote es bei den Vorfällen gab.

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, Israel habe bis zur Mittagszeit drei grenznahe Orte im Südlibanon bombardiert. Demnach gab es zudem in einem weiteren Grenzort Artilleriebeschuss des israelischen Militärs. Laut der vom US-Außenministerium veröffentlichten Waffenruhe-Vereinbarung zwischen Israel und dem Libanon darf Israel alle notwendigen Maßnahmen zur Selbstverteidigung gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe ergreifen.

Israels Armee ist weiterhin im Süden des Nachbarlandes

Israelische Soldaten sind weiterhin im Südlibanon stationiert. Das Land spricht von einer sogenannten “Sicherheitszone”, um Nordisrael vor Angriffen der Hisbollah zu schützen. Die libanesische Führung spricht dagegen von einer Besatzung libanesischem Bodens. Vertriebene Libanesen können derzeit nicht in die Gegend zurückkehren.

Die Raketenabschussrampe habe sich weiter nördlich der “Sicherheitszone” befunden, teilte Israels Armee mit. Die Hisbollah verkündete in der Früh indes, gepanzerte Fahrzeuge der israelischen Armee seien in der Nacht von Sprengsätzen getroffen worden, die die vom Iran unterstützte Miliz zu einem früheren Zeitpunkt in der Gegend platziert habe. Israels Armee erklärte auf Anfrage, ein gepanzertes Fahrzeug sei wahrscheinlich durch einen Sprengsatz beschädigt worden. Es habe zunächst keine Berichte über Verletzte gegeben. Der Vorfall werde untersucht.

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