Der Faschismus hat in Südtirol viel Leid verursacht

Neuer „Marsch auf Rom“: Heimatbund fordert Verbot von rechtsradikaler Kundgebung

Mittwoch, 13. September 2017 | 07:46 Uhr

Bozen – Der Südtiroler Heimatbund ist entsetzt über die Ankündigung von Forza Nuova, am 28. Oktober einen neuerlichen Marsch auf Rom durchzuführen. Das Datum wurde absichtlich deshalb gewählt, weil am 28. Oktober 1922 knapp 25.000 Schwarzhemden nach Rom marschierten und damit die Übergabe der Regierungsgewalt an Mussolini erreichten, wie Obmann Roland Lang erklärt.

Unter der Aussage „28 OTTOBRE IN MARCIA“ wirbt die rechtsextreme Organisation für die Veranstaltung.

„Es ist unglaublich, dass es in Italien möglich ist, den Tag der Machtübernahme der Faschisten zu einer neuerlichen Demo zu verwenden und damit dieses traurige Ereignis aufzuwerten. Nun scheint es, dass das Strafgesetz abgeändert wird und die Gestaltungsmöglichkeiten der Faschisten eingeengt werden, damit solche Ereignisse nicht stattfinden können“, so der Südtiroler Heimatbund.

Bereits am 1. Oktober 1922 überfielen faschistische „Squadristi“ Bozen – es war damals die Generalprobe für den Marsch auf Rom. Beim Marsch auf Bozen besetzten mehr als 300 Faschisten die deutsche Elisabethschule in der heutigen Sparkassenstraße und obwohl ein starkes Polizei- und Carabinieriaufgebot im Einsatz stand, ließ man die faschistischen Horden gewähren, die daraufhin das Bozner Rathaus „stürmten“ und den Gemeinderat mit Julius Perathoner als letzten deutschen Bürgermeister der Landeshauptstadt absetzten.

Vom Balkon des Rathauses verkündete nach der gewaltsamen Aktion der Faschistenführer A. De Stefani großspurig: „Es gibt nur ein einziges Gesetz und das heißt Italien“.

Der Südtiroler Heimatbund schließt sich deshalb der Forderung der Bürgermeisterin von Rom, Virginia Raggi, und des Leiters der Hauptabteilung für öffentliche Sicherheit im italienischen Innenministerium in Rom, Franco Gabrielli, an und fordert ein Verbot eines neuerlichen Marsches auf Rom. Besonders in Südtirol seien die Verbrechen, die das „Ventennio“ im Land verursacht hat, noch nicht vergessen, schließt Lang.

 

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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8 Kommentare auf "Neuer „Marsch auf Rom“: Heimatbund fordert Verbot von rechtsradikaler Kundgebung"


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denkbar
denkbar
Universalgelehrter
10 Tage 4 h

Der Faschismus hat in Südtirol tatsächlich viel Leid verursacht, weshalb der neue radikale Rechtsruck nur Ausdruck ist, dass man von der Geschichte nicht gelernt hat. Einfach nicht nachvollziehbar dieses braune Gedankengut!

Tabernakel
9 Tage 14 h

Die Spalter sind unter uns.

So ist das
So ist das
Superredner
10 Tage 4 h

Jeder wäre entsetzt, wenn sich die Geschichte wiederholen würde.
Aber solche Phänomen ergeben sich, wenn verantwortliche Politiker sich nicht klar und nachhaltig vom Faschismus abgrenzen und hilf- und ratlos Ereignisse ignorieren, welche einen Rechtsruck begünstigen.

witschi
witschi
Universalgelehrter
10 Tage 3 h

i hon vo de koan ongst

nikolaus
nikolaus
Tratscher
10 Tage 1 h

Weil selber einer bist ?

Blitz
Blitz
Tratscher
10 Tage 4 h

Olls; lai nett provuziern lossn !!

Marta
Marta
Superredner
10 Tage 2 h

sellina sein in Südtirol genui !!

Tabernakel
9 Tage 15 h

Lieber Roland,

das ist einmal mehr eine politische Glanzleistung von Dir.

Zuerst spalten und beleidigen und dann auf politische Diskussionen mit dem Feind hoffen?

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