Caramaschi gibt sich versöhnlich

Neuer Platz für Ötzi: Meinungen gehen auseinander

Mittwoch, 20. März 2019 | 09:42 Uhr

Bozen – In Sachen neues Museum für den Ötzi sind die Meinungen der unterschiedlichen politischen Akteure auf Landes- und Stadtebene geteilt.

Eine Expertenkommission hatte sich – wie berichtet – für ein neues Museum am Virgl bei Bozen ausgesprochen.

Während Bürgermeister Renzo Caramaschi dem Projekt viel abgewinnen kann, ist sein Vize Christoph Baur und mit ihm die Bozner SVP für einen Standort im Stadtzentrum.

Caramaschi könnte sich jedoch auch mit dem Projekt im Ex-INA-Gebäude anfreunden. Er spielt den Ball zurück an die Landesverwaltung. Dort müsse man eine Entscheidung treffen.

Landeshauptmann Kompatscher hat – wie es scheint – schon entschieden. Er hat der Bozner SVP nämlich zugesichert, das Stadtzentrum nicht zu vernachlässigen. Doch nach wie vor sind viele Möglichkeiten für ein neues Ötzi-Museum denkbar.

Mehr dazu lest ihr in der heutigen „Dolomiten“-Ausgabe!

Umweltgruppe Bozen: “Nein zur Verlegung des Ötzi auf Virgl”

Die Umweltgruppe Bozen spricht sich klar gegen die Verlegung des „Ötzi“ auf den Bozner Hausberg aus. “Wir erinnern daran, dass der Virgl als sanfte Naherholungszone für die Bozner erschlossen werden sollte. Das wird bei diesem Projekt mit einem angestrebten Besucherstrom von circa 300.000 Gästen im Jahr wohl nicht der Fall sein. Außerdem macht es wenig Sinn, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Bozens vom Stadtzentrum weg zu verlegen. Die Folgen für die Handels- und Dienstleistungsbetriebe, nicht nur in der Bozner Altstadt, sondern auch in den anliegenden Stadtvierteln, wären gravierend. Richtigerweise ist der Schutz der Bozner Berghänge seit jeher oberstes Ziel und somit ein Projekt dieser Größenordnung inakzeptabel”, heißt es in einer Aussendung.

Die Umweltgruppe Bozen fordert daher ein alternatives Projekt und schlägt die schon oft erwähnte Museumsmeile zwischen Museumsstraße, Sparkassastraße und Freiheitsstraße mit Einbeziehung der anderen Museen wie Stadtmuseum, Museion sowie eventuell dem Naturmuseum vor. “Vorrangig sollte die Öffentliche Hand im Sinne der Allgemeinheit und nicht einzelner Interessensvertreter agieren”, so Thomas Brachetti, Sonja Abrate und Martin Hört von der Umweltgruppe Bozen.

“Was für ein Eiertanz”

Stadtviertelrat Rudi Benedikter ruft hingegen dazu auf, sein Virgl-Konzept aus dem Jahr 2012 aus der Schublade zu nehmen:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

Sehr geehrter Herr Vizebürgermeister!

Als ehemaliger Virgl-Referent der Gemeinde Bozen in der Amtsperiode 2010-2015 verfolge ich das aktuelle ‘Tauziehen’ um den neuen Standort des Ötzi-Museum genau. Dabei geht es mir nicht vorrangig um Ötzi, sondern in erster Linie um unseren Hausberg Virgl, den meine Vorarbeit zwischen 2010-15 aus seinem 30-jährigen Dornröschenschlaf wecken sollte.

Mit anderen Worten: Ob mit oder ohne Ötzi, die Stadtpolitik soll endlich das umsetzen, was der Bozner Gemeinderat am 2. Februar 2012 grundsätzlich beschlossen hatte: Mein ‘Konzept zur nachhaltigen Nutzung und Erschließung des Virgl: Natur und Kultur als Generationen-übergreifender Anziehungspunkt für Einheimische und Gäste, erschlossen durch eine neue Seilbahn’.

Konkret bedeutet dies: Die Seilbahn ist die Grundvoraussetzung für jegliche neue Erschließung. Neu verbaut und gestaltet werden kann darüber hinaus jedoch nur jene ca 1,5 Hektar grosse Fläche um die ehemalige Bergstation, die im geltenden Bozner Bauleitplan als ‘Zone für Bauwerke und Anlagen von allgemeinem und sozialem Belang – konventionierte Sportzone’ ausgewiesen ist und die eine Bestandkubatur von ca. 9.000 Quadratmeter aufweist.

Mit freundlichen Grüßen

StVR Rudi Benedikter

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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21 Kommentare auf "Neuer Platz für Ötzi: Meinungen gehen auseinander"


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Seidentatz
Seidentatz
Tratscher
1 Monat 19 h

Gehört der Ötzi den Bozner Kaufleuten??

Staenkerer
1 Monat 18 h

gheart er in benko?
wenn es un de froge “wen gheart er (eh a blöder froge)” war i ba de bozner kaufleute, denn de hobn bis jetz a mit steuer gezohlt, im gegnsotz zum benko!

Seidentatz
Seidentatz
Tratscher
1 Monat 15 h

Was haben die Bozner Kaufleute mit ihren Steuern bezahlt?? Die Bozner waren Anfangs sogar alle dagegen dass die Mumie nach Bozen kommt. So siehts aus, Staenkerer. Jetzt wo sie Geld gerochen haben, führen sie sich auf als wenn sie einen Anspruch auf das Exponat hätten. Gar nichts haben sie. Genau genommen gehörte er in ein Vinschger Museum, der Ötzi.

Staenkerer
1 Monat 12 h

@Seidentatz wor so gemoant: der ötzi hot bis jetz viel steuergeld gekostet, (und werds a weiterhin kostn), bezahlt von ollen und desholb a von de bozner!

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
1 Monat 20 h

Ich gehe mal davon aus, dass Südtirol zur Zeit keine grösseren Probleme hat, ansonsten kann ich mir nicht erklären warum dieses Thema so lang und breit getreten wird?
Mindestens 95% der Südtiroler interessiert das wohl kaum wo diese Mumie in Zukunft aufgebahrt wird.

Seppl123
Seppl123
Tratscher
1 Monat 20 h

warum es so wichtig ist? es geht um juicy touristenmoney und des muss optimal angezapft werden.

Dublin
Dublin
Kinig
1 Monat 21 h

…wozu braucht es eine Expertenkommission, wenn dann doch der LH entscheidet, wie er will…so eine Kommission ist ja auch nicht gratis…
😂

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
1 Monat 18 h

zum Schluss wird bozens Schutzpatron gewinnen! 😉

Italo
Italo
Grünschnabel
1 Monat 15 h

Muas der Benko bold olles hobm bleib hintern Brenner

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
1 Monat 14 h

Italo
Zum Glick isch der Benko do und weckt de verschlofnen Bozner amol auf, sonst isch der Virgl in 50 Johr no olm in den hässlichn Zustond.

Staenkerer
1 Monat 12 h

@Dagobert wenn er ihn lei belebn und verschöhnern möchte, konn er aus ihn jo an plotz zur naherholung mochn! ober der rührt a lei an finger wenn danoch für ihn profit außerschaug ….

Pic
Pic
Tratscher
1 Monat 21 h

Bestimmt wird die SVP, nur um ihre Lobbys zu befriedigen, eine Menge Steuergelder verschwenden, für die neue Unterbringung des Ötzis.

schreibt...
schreibt...
Tratscher
1 Monat 17 h

Wenn René sagt, Ötzi kommt auf den Virgl, dann kommt er auch dorthin. Wenn nicht, wars das mit dem Virgl, und er bleibt wie er ist!

Staenkerer
1 Monat 12 h

warum konn man den virgel nit zu an naturbelossenen naherholungsgebiet, herrichtn, mit wonderwege, kinderspielplotz, a kloane jausenstation, picknickplotz oder ähliches, kostat olles nit milionen ? muaß man an hausberg a no dem massentourismus preißgebn?

Buergerin
Buergerin
Neuling
1 Monat 17 h

für eine Leiche dessen Herkunft und Lebensweise man nicht genau kennt wird sehr viel Geld ausgegeben für den Flugplatz wurden enorme Summen ausgegeben für Arbeiter Pfleger wird geknaust welche Werte hier ausgelebt werden versteh ich echt nicht

josef.t
josef.t
Tratscher
1 Monat 17 h

Das Projekt Virgl; würde weder dem Land, noch der 
Gemeinde was kosten ?
Warum will der Vize (hat wohl guten Kontakt zu “Gewissen”), Millionen Steuergelder verschwenden ?

Storch24
Storch24
Superredner
1 Monat 19 h

Hat Herr Bauer schon einmal einen guten Vorschlag gebracht?

WM
WM
Universalgelehrter
1 Monat 16 h

Bozen ist und bleit ein 🐷haufen vetternwirtschaft hoch drei

anonymous
anonymous
Superredner
1 Monat 15 h

Respektlose Menschheit ,kein Respekt vor einen Verstorbenen,hier   wird gehandelt wie bei einen Viehmarkt

Staenkerer
1 Monat 8 h

wo londen eigentlich de sterblichen überreste jener, deren grob aufglossn wurde und des wiedervergebn werd? sicher nit piätätvoll in an neuen, oder sell derfrog niemand und interessiert de wenigsten!

maikaefer8
maikaefer8
Grünschnabel
30 Tage 9 h

jetzt könnnen die Touristen mit dem Zug einfach anreisen, warum sollte man den Ötzi auf den Berg verlegen??? Mit Zug und Seilbahn geht sich das dann nicht mehr als Tagesausflug aus, somit werden viele das Auto nehmen. (siehe Trautmannsdorf) In Zeiten des Klimawandels sollte man schon etwas weiter denken.

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