Anzeige zurückgezogen

Obstwirtschaft: Land Südtirol will konstruktiven Dialog statt Prozess

Montag, 14. September 2020 | 15:44 Uhr

Bozen – Auf einen “respektvollen Dialog” hat sich der Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler mit dem Umweltinstitut München, den oekom-Verlag und Alexander Schiebel verständigt. Daher zieht der Landesrat die Anzeigen zurück.

Schuler und die Südtiroler Obstwirtschaft verzichten auf ihre Nebenklägerschaft im Prozess der Staatsanwaltschaft Bozen gegen das Umweltinstitut München, Autor Alexander Schiebel und den oekom Verlag. Am Samstag, den 12. September, hatte man auf Betreiben des Landesrats außergerichtliche Gespräche mit der Gegenseite geführt, mit dem Ziel wieder in den Dialog zu treten. Im Gesprächsverlauf hatte man sich auf einen respektvollen Umgang geeinigt, was dazu führte, dass die Südtiroler Seite ankündigte, die Anzeigen zurückzuziehen.

“Wir sind immer bereit, uns der sachlichen Debatte zu stellen, weshalb ich auch am Wochenende den Termin initiiert habe. Aus unserer Sicht hatten wir hier einen Konsens erreicht. In Konsequenz hatten wir dann angekündigt, dass wir die Anzeigen zurückziehen werden. Wir stehen zu unserem Wort und werden dies jetzt tun”, erklärt der Landwirtschaftslandesrat: “Es ging uns bei der Anzeige darum, deutlich zu machen, dass es innerhalb von Diskussionen, egal wie hart sie geführt werden, eine Grenze gibt, die wir ganz klar bei Verleumdung ziehen. Das haben wir erreicht.” Daher wird nicht nur der Landesrat die Anzeigen zurückziehen, sondern auch jene Südtiroler Obstbauern, die sich der Klage angeschlossen hatten, und zwar sowohl die Produzenten nach integrierter Produktion als auch die Mitglieder des Bioland-Verbandes.

Die italienische Staatsanwaltschaft hatte die Anzeige mit ihrer Anklageerhebung wegen erschwerter übler Nachrede für gerechtfertigt erachtet. Die Südtiroler Obstbauern sehen damit ihr Ziel erreicht, ein Zeichen gegen die aus ihrer Sicht erfolgte Grenzüberschreitung zu setzen. Im beim oekom-Verlag erschienenen Buch “Das Wunder von Mals” bezichtigt Alexander Schiebel die Südtiroler Obstbauern der “Tötung”. Das Umweltinstitut München hatte in München eine PR-Aktion mit einem Symbolbild gestartet, das, wie sich herausstellte, keinen Apfelbauern, sondern einen Bioweinbauern bei der Schwefelung seiner Weinstöcke zeigte.

Landwirtschaftslandesrat Schuler stellt klar, dass es nie um das Erstreiten eines Schadensersatzes gegangen sei, wie von der Gegenseite in den Raum gestellt wurde: “Wir wollen niemanden in den Ruin treiben, sondern einen respektvollen Umgang miteinander. Das sind wir unseren kleinbäuerlichen Familienbetrieben schuldig. Den Respekt haben wir klar eingefordert. Der sachlichen Diskussion stellen wir uns gerne und selbstbewusst.”

Schon vor mehr als 30 Jahren hat die Südtiroler Obstwirtschaft auf die integrierte Produktionsweise umgestellt, welche höhere Standards vorsieht, als die gesetzlichen Bestimmungen. Jeder Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird hinsichtlich der Notwendigkeit und Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben geprüft. Die Südtiroler Landwirtschaft begegnet neuen gesellschaftlichen Entwicklungen, Herausforderungen und Wertmaßstäben mit Innovation und Veränderung. So setze man bereits auf die Erweiterung der Sortenvielfalt und auf wissenschaftliche Erkenntnisse, wie man der Nachfrage der Konsumenten in Einklang mit dem Schutz der Umwelt noch besser Rechnung tragen könne.

“Südtirol will schließlich zum Obstgarten Europas mit der größten Artenvielfalt werden und klimaneutral produzieren” bekräftigt der Südtiroler Landwirtschaftslandesrat. Man befinde sich bereits auf einem guten Weg und wenn es darum gehe, das Tempo etwas anzuziehen, sei man für Vorschläge offen.

Grüne: Angst oder Vernunft?

Auch die Grünen melden sich zu Wort, nachdem die Klage fallen gelassen worden ist. „Nun dürfte der mediale Druck doch zu groß geworden sein. Landesrat Schuler und über 1600 Obstbauern versuchen noch zu retten, was zu retten ist und ziehen anscheinend die Klage gegen Alexander Schiebel und Karl Bär zurück“, erklären die Grünen in einer Aussendung.

„Slow Food, Süddeutsche Zeitung und Bayrischer Rundfunk hätten bereits letzte Woche ausführlich über das peinliche Gerichtsverfahren berichtet, ein Team des ZDF recherchiert in diesen Tagen für eine ausführliche Reportage zum Einsatz von Pestiziden und zum Demokratieverständnis in unserem Land. Der zurzeit praktizierte Intensiv-Obstbau ist nicht kompatibel mit unserer Wohnsituation und dem Tourismus“, sagt der Landtagsabgeordnete Hanspeter Staffler, „denn nirgendwo sonst werden so nahe an den Balkon oder an die Hotelterrasse heran Pestizide gesprüht.“ Damit müsse schnellstens Schluss sein.

Die Grünen seien froh, dass die Klage zurückgezogen wurde, denn nur so könne eine ruhige und entdramatisierte Diskussion stattfinden. Beweise dafür, ob diese Entscheidung, die Klage zurückzuziehen, der erste Schritt zu einer Rückkehr zur Vernunft ist, würden bald vorliegen, wenn der Landtag einen Gesetzentwurf der Grünen Fraktion behandeln werde.

Dieser Gesetzentwurf sieht sowohl den schrittweisen Ausstieg aus der Pestizidwirtschaft als auch die schrittweise Ökologisierung der Landwirtschaft bis 2030 und könnte noch diesen Herbst in den Landtag kommen. „Spätestens dann werden wir am Abstimmungsverhalten von Landesrat Schuler und Co. sehen, ob es sich beim Rückzug aus dem Gerichtsverfahren um eine Angst- oder Vernunftreaktion gehandelt hat“, fügt der Landtagsabgeordnete hinzu.

Für eine vernünftige und zukunftsfähige Diskussion zum Pestizideinsatz im Intensiv-Obstbau müssten Landesregierung, Bauernbund und Obstgenossenschaften endlich ehrliche Diskussionsbereitschaft zeigen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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66 Kommentare auf "Obstwirtschaft: Land Südtirol will konstruktiven Dialog statt Prozess"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
14 Tage 10 h

Wenn jetzt das Land ein Verbot für weniger Gift heraus bringen würde, wäre die Welt ein bisschen besser!!!

Stolzz
Stolzz
Tratscher
14 Tage 10 h

Mit vollem Magen ist leicht reden! Durch die Entwicklung der Landwirtschaft nach den beiden Weltkriegen konnten trotz steigender Bevölkerungszahl alle Menschen in Europa ernährt werden. Mit Smart Farming folgt jetzt ein weiterer Schritt, den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln zu reduzieren. Ganz ohne wird es aber auch in Zukunft nicht gehen.

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
14 Tage 10 h

nein, wir wollen Gift, wir wollen Gift, alle zusammen, wir wollen Gift, wir wollen Gift, …

Spiegel
Spiegel
Superredner
14 Tage 10 h

Fangen wir mit Kupfer und Schwefelkalch an.

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
14 Tage 9 h

@Spiegel
Kupfer wird auch im konventionellen Anbau eingesetzt das vergisst man zu erwähnen

Pacha
Pacha
Superredner
14 Tage 7 h

@Spiegel…… die breite Masse hat von Pflanzenschutz keine Ahnung, was will man dann auch diskutieren. Das große Dilemma der Biobauern ist der Einsatz von Kupfer und Kupfer ist ein Pestizid!

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
14 Tage 7 h

@Aurelius stimmt nit gonz: es DARF eingesetzt werden, die meisten tians ober nit, da es einige unerwünschte Nebenwirkungen hot

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
14 Tage 7 h

@Pacha naja piretrum, neemöl und spinosad sein a nit wirklich ohne… auch biologen hoben bienen gefährliche Mittel und Mittel mit R-sätze

Oracle
Oracle
Grünschnabel
14 Tage 7 h

Verbot für weniger Gift? weniger Gift verbieten? …. Übrigens, die Zuständigkeit für die Zulassung von Pestiziden liegt für die EU-Mitgliedstaaten bei der EFSA, nicht beim Land oder der Gemeinde Mals….

Oracle
Oracle
Grünschnabel
14 Tage 6 h

… der einzelne Konsument hat es in der Hand. Geht zur Theke und kauft unbehandelte Lebensmittel. Bin gespannt, ob ihr euren Einkaufswagen mit etwas füllt…..

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
14 Tage 6 h

@Pacha
Kupfer wird auch im konventionellen Bereich angewendet das vergessen viele konventionelle Betreiber zu erwähnen

Oracle
Oracle
Grünschnabel
14 Tage 6 h

@Jiminy
ich nehme an, sie haben und fahren nicht Auto (Abgase, Feinstaub), sie benutzen keine Reinigungsmittel (verschmutzen die Gewässer), sie rauchen nicht (schädigt die Umwelt und die Mitmenschen), sie haben auch kein Handy (enthält womöglich Coltanderivate aus Kongo, gewonnen durch Kinderarbeit), sie fliegen nie in den Urlaub (Flugzeuge erzeugen Unmengen an Abgasen und CO2), sie kaufen keine behandelten Lebensmittel (da werden sie es schwer haben, länger über die Runden zu kommen) ….. so könnte man noch lange weitermachen….. es ist aber viel leichter, andere zu kritisieren und von anderen zu verlangen, um das eigene Gewissen zu beruhigen……

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
14 Tage 5 h

@So sig holt is
das spielt keine Rolle jedenfalls wird es eingesetzt

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
14 Tage 5 h

@Oracle
genau das ist Unsinn kommt das ganze gewurstel heraus jeder macht was anderes

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
14 Tage 5 h

@Oracle
immer diese Vergleiche und alibis suchen, wenn einem die Argumente ausgehen…dann darf auch kein Bauer mehr Traktor fahren oder gehen die jetzt neuesten mit Wasser

Sun
Sun
Superredner
14 Tage 5 h

Jeder gebildete Mensch verzichtet inzwischen auf chemiebehandeltes Obst und Gemüse.

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
14 Tage 4 h

@Aurelius wieso spielt sel keine rolleals spielts a keine rolle dass so viele psm zugelassen sein, ober lei a teil dorvon verwendet werrt… und lei so zur info ober biologen hoben a insektiziede, de genau es gleiche bewirken, lei mit teils wianiher Wirkungsgrad, es sein ober a Pestizide mit gefahrenzeichen und r-sätzen, denn sie töten genau wia chemisch synthetische…hel isch Fakt!

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
14 Tage 4 h

@Sun i glab kaum dass du für jeden gebildeten menschen reden konnsch, i kenn einige bei de es nit wirklich der fall isch

Pacha
Pacha
Superredner
14 Tage 4 h

@Aurelius……. die Konventionellen werden als die Bösen hingestellt, obwohl es im Bioanbau genügend Pflanzenschutzmittel gibt, die auch nicht ohne sind.

Pacha
Pacha
Superredner
14 Tage 4 h

@So sig holt is…….. das wissen aber die aller wenigsten, grundsätzlich glauben die meisten, daß im Bioanbau nicht gespritzt wird und das ist der große Irrtum.

Sun
Sun
Superredner
13 Tage 20 h

Ausnahmen bestätigen immer noch die Regel.

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
14 Tage 9 h

der Schuss ging wohl total nach hinten los. Das Land mit Schuler, dem Bauernbund und samt seinen Bauern machen sich nur noch lächerlich, vor andere und vor der ganzen Welt 🤣🤣🤣🙈🙈🙈

Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
14 Tage 8 h
Hallo @Aurelius, der Artikel weiss Folgendes zu erzählen: …… Die italienische Staatsanwaltschaft hatte die Anzeige mit ihrer Anklageerhebung wegen erschwerter übler Nachrede für gerechtfertigt erachtet. …. Ob die italienische Staatsanwaltschaft nun Marionette von LR Schuler und dem SBB ist lass ich mal dahingestellt.Ich glaube eher nicht.. Was mich gerade ärgert: In den Südtiroler Nachrichten wird stündlich über das “Münchener Umweltinstitut” berichtet. Es ist ein Verein der sich den hochtrabenden Namen “Münchener Umweltinstitut” gegeben hat, ein Interessenverein. Hauptinteresse ist das Einbringen von Spendengeldern durch spektakuläre Aktionen “für die Umwelt”. “Ein um Öffentlichkeit bemühter Lobbyverein namens Münchener Umweltinstitut” wäre die passende Umschreibung..… Weiterlesen »
Oracle
Oracle
Grünschnabel
14 Tage 6 h

… ich würde da nicht voreilig urteilen. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren eingeleitet, also war die Klage durchwegs berechtigt. Was hinter den Kulissen passiert ist, wissen wir (noch) nicht. Übrigens, nicht die Bauernschaft stand vor Gericht, sondern diese Herren… und jetzt wollen sie Opfer sein….. dafür haben sie wahrscheinlich ein paar Bücher verkauft und die Vereinskasse aufgebessert…

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
14 Tage 6 h

hel tat i nit sogen, iaz sein sie af uanmol decht “die vernünftigen”.. i sig holt mol kaune minimale spur von Lächerlichkeit, Touristen no mear als. letztes johr, trotz 2 oder 3 jahre negativpropaganda seitens schiebel und dem umweltinstitut, welches allein durch spendsngelder lebt und aolche aktionen deswegen brauch… iaz hoben sie gehofft wieder frischen wind (also spenden) zu kriagen und der schiebel wollte a nuies buch dazu schreiben.. tja iaz fehlt awia der inhalt tat i sogen, also nor woas i nit wer do iaz mear schoden hot

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
14 Tage 6 h

@Andreas1234567
es geht hier um das ausbringen der Pestizide und dass Diskussionen erlaubt sein müssen, aber die bauernlobby wehrt sich ja mit Händen und Füßen weil es ein rotes Tuch ist

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
14 Tage 5 h

@Oracle
Schuler hat zurück gerudert weil der Schuss nach hinten los ging…mit der Anzeige hat er Südtirols ansehen einen Bärendienst erwiesen

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
14 Tage 4 h

@Aurelius der schuss ging also nach hinten los.. frog mol poor Touristen, kaum uaner kennt des gonze theater, i hon jedenfolls no wianige getroffen… und von die hem die meisten woren eher neutraler haltung, weder für noch dagegen… untern strich mocht des kaum wos aus, die touristen kemmen wegen der Landschaft, dem guten essen und der netten leute…

KingCrimson
KingCrimson
Tratscher
12 Tage 13 h

Der Schuss geht erst nach hinten los, wenn Bär und Schiebel einen Freispruch errechen, was angesichts der Sachlage bezweifelt werden darf. Die Rückzug der Nebenklagen schützt sie nur vor Schadenersatzansprüchen.

Tratscher
14 Tage 10 h

Die harte Ohrfeige deutschen Fernsehen hat Wirkung gezeigt. In einem Land mit eine objektive Medienlandschaft sieht man Südtirol wie es ist.

nok
nok
Superredner
14 Tage 9 h

Hattest sie das Gefühl das deswegen weniger Touristen hier waren?

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
14 Tage 9 h

glab i nit wirklich, dass hel dor grund wor.. i hon sehr viele Kommentare nach dem kurzfilm quer gelesen, wo der überwiegende Großteil versteht, wieso Pflanzenschutz betrieben wert und des gonze theater für zuviel show holten..

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
14 Tage 7 h

@nok denk i mir a… ersch heint hoben mi wieder 3 radelgruppen gfrog ob sie an epfl hoben terfen, sie wellen mol an frischen direkt vom baum probieren… find i olm wieder nett wenn sie so Freundlich frogen und sich bedanken

Oracle
Oracle
Grünschnabel
14 Tage 7 h

es sterben pro Jahr schätzungsweise 400.000 Europäer vorzeitig durch Feinstaub und Abgase in der Luft (wegen Verbrennungsmotoren, Heizungen, usw.). Das sind Gifte und keiner sagt hier was. Wo bleibt da dieser Münchner Umweltverein?

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
14 Tage 5 h

@Oracle
das ist nicht der Punkt

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
14 Tage 4 h

@Aurelius was ist dann der punkt?

StreetBob
StreetBob
Tratscher
13 Tage 20 h

@Blackadder
Warum kemmen de einer ba ins do schleifen?? De hätten draußen genua zu berichten über Ackerbau, Schweinezucht und deren Vermarktung…..

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
13 Tage 17 h

@StreetBob
Da gäbe es genug zu berichten, aber es ist einfacher, Dreck gegen andere zu schleudern.

Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
14 Tage 10 h
Hallo nach Südtirol, das Grenzen setzen war angemessen und richtig sonst hat es bald “deutsche Verhältnisse”. Diese Verbalaktivisten und spendengierige Vereine für Umwelt, Tiere und was weiss noch für edle Ziele setzen markante Signale, da ist man schnell bei “Missverhalten” eine Umweltsau oder ein Planetzerstörer, manchmal auch ein Tiermörder. Ein paar drastische Aktionen dazu mit viel Kunstblut, Gasmasken und Strassenblockaden, immer professionell in Szene gesetzt.Wegen der Spenden eben, ein paar Dutzend Leute haben damit ein sehr gutes Auskommen. Den Rest erledigen dann die “militanten Aktivisten”, die haben kein Problem irgendwas im Dienst der guten Sache abzufackeln, zu beschmieren oder steineschmeissend… Weiterlesen »
Inve
Inve
Neuling
14 Tage 5 h

Viele sagen, ja wo anders wird auch soviel Pestizid eingesetzt, ich habe das mal versucht nachzuvollziehen, mit kurzer Recherche fand ich folgendes: 
– Die Region Trentino-Südtirol hat ca. 40 kg/ha 
– Italien hat im Schnitt ca. 6 kg/ha, Österreich ca. 3 kg/ha, Deutschland ca. 4kg/ha, Schweiz 5 kg/ha https://www.worldometers.info/food-agriculture/pesticides-by-country/
– Die UN / Vereinten Nationen haben für 2030 einen Soll-Wert von Pestiziden von
0,3 kg/ha erklärt (ca. 100 mal niedriger als Südtriol). https://www.2030watch.de/indicator/okf-pestizide-landwirtschaft/
Kann mir jemand erklären
1. warum Südtirol ca. 10 Mal soviel hat wie Deutschland, Schweiz, Österreich? 
2. wie der 100 Mal niedrigere Zielwert der UN bis 2030 erreicht werden soll? 

Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
14 Tage 4 h

Hallo @Inve,

Soviel tolldreist zusammengelogenes Zeug auf einen Haufen habe ich selten gelesen.
Der Link spinnt sich im Namen eines obskuren Vereins Irgendwelche Ziele zusammen.
Man nimmt zum Beispiel die fünf kleinsten Pestizid-Verbraucher der EU (wohl die Krümelstaaten) und kommt irgendwie auf 0,32 kg/ha.
Mit irgendwelchen UN-Daten hat das rein gar nichts zu schaffen, reine Phantasiezahlen.
Ich hab diesen ulkigen Link mal anklickbar gemacht dann kann jeder selbst lachen über diese Studie..
https://www.2030watch.de/indicator/okf-pestizide-landwirtschaft/

Auf Wiedersehen in Südtirol

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
14 Tage 3 h
ganz einfache Antwort, diese Werte beziehen sich nicht nur auf eine Kultur sondern auf werte pro ha, egal welche Kultur angepflanzt wird.. da bei uns hauptsächlich obst und weinbau betrieben wird (Äpfel sind nunmal leider sehr anspruchsvolle in der Kosmetik wenn man es so sagen kann), ist der Wert höher als zb im veneto, da dort viel grünland, Getreide usw ist welches wenig bis keinen Pflanzenschutz benötigt.. des Weiteren benötigt man im bioanbau erheblich mehr mitrel (wenn man es in kg peo ha rechnet) und südtirol hat nunmal eine hohe anzahl an biobauern… vergleicht man weltweit den mittel verbrauch nur… Weiterlesen »
Inve
Inve
Neuling
13 Tage 18 h
Warum bist du nicht wie andere einfach auf meine Fragen eingegangen das ich auch etwas lernen kann? Nun gehe ich auf deine Aussagen ein: 1. Der Link spinnt sich im Namen eines obskuren Vereins Irgendwelche Ziele zusammen. Antwort: Die Homepage befasst sich mit den Zielen der UN, der Verein der dahinter steht vertritt diverse NGOs, wird vom Deutschen Naturschutzring und dieser u.a. vom Bundesministerium für Umwelt gefördert. 2. Man nimmt zum Beispiel die fünf kleinsten Pestizid-Verbraucher der EU (wohl die Krümelstaaten) und kommt irgendwie auf 0,32 kg/ha. Antwort: Auf der Homepage steht doch sogar als Datenquelle “Eurostat” und verlinkt transparent… Weiterlesen »
Inve
Inve
Neuling
13 Tage 18 h

Danke vielmals, das war sehr aufschlussreich und hilft mir die Zahlen besser zu verstehen, zusammengefasst rühren die hohen Zahlen wohl teilweise vom hohen Anteil Apfelanbau und dem Bio-Anbau. Effektiv bleibt es aus meiner Sicht aber dabei das eben die Belastung doch sehr hoch ist.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Tratscher
13 Tage 14 h

Interessante informative Diskussion.
Danke !

Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
13 Tage 10 h
Hallo @Inve, die Zeile in der Kopfzeile übersehen? Das “Projekt” wurde 2018 beendet.. Soviel zu “Watch2030”. Nicht genug Spenden durch “Datenpaten” beigetrieben? Wo finde ich nach “kurzer Recherche” den Wert von 40 kg/ha und Jahr für Südtirol? Die Daten dieser “Watch2030”-Seite sind von 2013 (Fläche) bis 2015 (Pestizidverbrauch). Die 0,32 kg/ha sind kein “UN-Zielsollwert”, das ist falsch vor allem wenn man im selben Atemzug auf irgendwelche Eurostat-Daten hinweist. Da werden solange Zahlen herumgeschoben bis man die Schlagzeile “Südtirol schmeisst 100 mal mehr Pestizid auf die Äcker als die UN für 2030 als “Soll-Wert” vorgibt.Soll wohl Panik und schlechtes Gewissen erzeugen… Weiterlesen »
Inve
Inve
Neuling
13 Tage 6 h
@Andreas1234567 – Ja den Hinweis das die Daten seit 2018 nichtmehr aktualisiert werden habe ich übersehen, danke für den Hinweis. – Ja du hast Recht, es sind keine offiziellen UN-Zielsollwerte, auch hier war ich wohl etwas zu schnell – Aber bisher konnte nicht Entkräftet werden das Südtirol/Trentino ca. 10 * soviel ausbringt wie Deutschland, Schweiz, Österreich. Quelle 40 KG: https://www.verdi.bz.it/daten-zu-den-in-suedtirol-verwendeten-pestizidmengen/ , die Daten kamen wohl von Ispra 2017 und einer Lantagsanfrage Nr. 454/19. Ich glaube kaum das sich das Bild seit 2017 komplett gedreht hat…ich besitze im übrigen selbst einige HA Apfelanbau, ich sage nicht das die Bauern dran Schuld… Weiterlesen »
Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
13 Tage 4 h

Hallo @Inve,

Der Beitrag wird leider morgen verschwunden sein..
In aller Kürze noch, die Anfrage der Grünen wurde auch beantwortet.
http://www2.landtag-bz.org/documenti_pdf/idap_575234.pdf
Vielleicht etwas bauernfreundlich ausgeführt, gebe ich zu.
Aber in einem Kernpunkt ist es richtig, man verzichtet auf giftige und sehr giftige Mittel und dafür steigt oft die Mittelmenge an Alternativstoffen, man darf es also keinesfalls nur an der Gewichtsmenge festmachen.
Sondern eben auch was rausgebracht wurde..

Die Diskussion gern an anderer Stelle gern wieder mal

Gruß nach Südtirol und eine gute Ernte ohne Hagelschaden

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
14 Tage 9 h

Ich möchte nicht wissen, wie es mit dem Bodenseeobst ist oder im alten Land, zwischen Hamburg und Niedersachsen.

Rocky
Rocky
Grünschnabel
14 Tage 8 h

Genauso wie in Südtirol

Rider
Rider
Tratscher
14 Tage 8 h

Und ia problem, di bauern kennen jo nicht dorfir, mir leit sein soffl hoagl, kuan äpfl torf a magge oder fleck hobn, si miasn olle gleich groass sein usw . Dor wahnsinn .

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
14 Tage 6 h

Rider
den Konsumenten die Schuld für das ausbringen der Pestizide ist doch sehr weit hergeholt das wäre zu einfach

Rider
Rider
Tratscher
14 Tage 4 h

Aurelius, nor klär mi auf, wenns net an hings lieg an wem donn?

Storch24
Storch24
Universalgelehrter
14 Tage 10 h

Schuler hat wohl von der Kundgebung Angst gehabt ?
Trotzdem würde ich mir nicht ALLES gefallen lassen, was gewisse Leute von sich geben.

Zenz
Zenz
Grünschnabel
14 Tage 7 h

erst anzeigen und den Starken spielen und jetzt wieder zurückziehen…wohl doch ein wenig Angst bekommen was da wohl herauskommen würde??

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
14 Tage 6 h

Er hatte Angst vor der Wahrheit

raunzer
raunzer
Superredner
14 Tage 10 h

Wieso heißt es immer das Land Südtirol?, die Bauern wollen anscheinend den konstruktiven Dialog.

Rider
Rider
Tratscher
14 Tage 8 h

Des mit respekt zu lösen hot is institut verschissen meiner meinung noch so, ober so steat is lond südtirol als verlierer do..

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
14 Tage 6 h

der Schaden ging erst mit der Anzeige Schulers ins rollen

Sag mal
Sag mal
Kinig
14 Tage 10 h

Dialog?Die sollen weichgekocht werden🤔oder bringt das am Ende doch was😏

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
14 Tage 9 h

Doch noch Angst bekommen vor soviel Widerspuch und Mut seitens der Angeklagten 🤔

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
14 Tage 9 h

Hier die Meinung der anderen Seite.

https://alexanderschiebel.com/prozess/

KingCrimson
KingCrimson
Tratscher
12 Tage 13 h

Dass Schiebel die Angelegenheit schönredet ist ja klar. Soll er zugeben, dass er schrieb, man würde Tote in Kauf nehmen durch vorsätzliches Ignorieren von Fakten? Genau das hat er aber geschrieben.

jagerander
jagerander
Tratscher
14 Tage 6 h

ongscht vorm verlieren.

eisern
eisern
Grünschnabel
14 Tage 6 h

Ich denke das die Spritzerei mit Pestiziden demTourismus nicht schadet. Aber ich trinke keinen italienischen Wein mehr nach einem Urlaub am Gardasee.Ähnlich wird es dem deutschen Apfelesser gehen obwohl überall mit Chemie nachgeholfen wird. Ausser in meinem Garten wo ich dieses Jahr leider nicht einen Apfel am Baum hatte.

Kurios
Kurios
Superredner
12 Tage 18 h

Weil sie den hohen Pestizideinsatz in den Südtiroler Apfelplantagen
in die Öffentlichkeit gebracht haben, stehen unser Agrarexperte Karl Bär
und der Autor und Filmemacher Alexander Schiebel in Italien vor
Gericht. Doch sie werden sich nicht zum Schweigen bringen lassen! https://www.umweltinstitut.org/index.php?id=3116

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