"Schutz der Gesundheit gewähren, aber dennoch Unterstützung bieten"

Phase zwei kann auch im Sozialbereich bald starten

Mittwoch, 06. Mai 2020 | 14:21 Uhr

Bozen – In Südtirol gibt es in immer mehr Lebens- und Wirtschaftsbereichen Lockerungen der strengen Ausgangsbestimmungen. Auch im Sozialen laufen bereits seit mehreren Wochen die Vorbereitungsarbeiten, um baldmöglich Dienste wieder aufzunehmen oder zu verstärken. “Es ist nun an der Zeit, wieder stärkere Unterstützungsdienste anzubieten, um damit Familien von pflegebedürftigen oder beeinträchtigten Menschen zu entlasten”, gibt Soziallandesrätin Waltraud Deeg zu bedenken. Gesundheitliche Aspekte und Vorgaben würden natürlich eingehalten, um das Ansteckungsrisiko weiter niedrig zu halten. Gemeinsam mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb seien Richtlinien ausgearbeitet worden, unter denen eine Öffnung möglich sei.

Eine Öffnung gebe es bereits bei den Wohneinrichtungen für Jugendliche. Dort können Eltern ihre Kinder in der Einrichtung schon wieder besuchen. Demnächst sollen die Jugendlichen dann auch beispielsweise übers Wochenende in ihre Herkunftsfamilien zurückkehren können – dies war in der Zeit des akuten Ausnahmezustandes nicht möglich. In den Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderung gab es kaum nennenswerte Auffälligkeiten im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Auch in diesem Bereich laufen momentan die Vorbereitungen für eine Öffnung der Tagesstätten, welche auch im Dekret von Ministerpräsident Conte vom 28. April vorgesehen ist. Dabei werden zunächst noch nicht alle Aktivitäten wiederaufgenommen, zudem sollen die Gruppengrößen verkleinert werden, um die geltenden Abstandsregeln einhalten zu können.

Pflegeeinstufung startet am 18. Mai

Zu jenen Diensten, die in Kürze wieder ihre Tätigkeit aufnehmen sollen, gehört auch die Pflegeeinstufung. In der Phase eins des Ausnahmezustandes war die Tätigkeit der Einstufungsteams ausgesetzt worden, um damit das Ansteckungsrisiko sowohl für die Mitarbeiterinnen, aber auch für die Pflegebedürftigen zu minimieren. Ab dem 18. Mai soll der Dienst wieder vollständig aufgenommen werden.

In der akuten Phase des Ausnahmezustandes wurden die zwingend notwendigen Unterstützungsleistungen der mobilen Dienste weiter aufrechterhalten. Pflegebedürftige Menschen wurden daher weiter vom Hauspflegedienst und mit Essen auf Rädern versorgt. In der Phase 2 werden auch die Pflegeleistungen zu Hause wieder potenziert. Dabei gelten – ähnlich wie bei den anderen Diensten – strenge Hygienevorgaben, um ein mögliches Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Im besonders sensiblen Bereich der Seniorenwohnheime wird ebenfalls an einem Plan zur stufenweisen Öffnung gearbeitet. Nachdem mehrere der 77 Seniorenwohnheime von Covid-19 mehr oder weniger stark betroffen waren, kommt den nächsten Schritten hier eine besondere Aufmerksamkeit zu. Gemeinsam mit der Task Force, die beim Verband der Seniorenwohnheime eingerichtet ist, arbeite man derzeit an einem Plan, wie eine Öffnung vollzogen werden kann – zunächst innerhalb eines Heimes und dann in Richtung Besuche von Familienangehörigen. “Wir sind uns bewusst, dass viele Heimbewohnerinnen und Heimbewohner unter der momentanen Abschottung von außen leiden. Die Mitarbeitenden haben bisher einen wunderbaren Job gemacht – auch als es darum ging, die Nähe zur Familie der Heimbewohner zu ersetzen oder etwas wett zu machen. Dennoch geht es nun auch darum, zu überlegen, wie und unter welchen Bedingungen Familienangehörige wieder ihre Lieben im Heim besuchen dürfen”, unterstreicht Landesrätin Deeg. Darum werde sich die Landesregierung in einer ihrer nächsten Sitzung mit dem Reaktivierungsplan der sozialen Dienste befassen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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4 Kommentare auf "Phase zwei kann auch im Sozialbereich bald starten"


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Goggile
Goggile
Grünschnabel
22 Tage 9 h

Ich weiss ich werde jetzt sicher viel Gegenwind bekommen, aber ich würde zuerst Mal schaun wie die Phase 2 sich in den Zahlen bemerkbar macht, dann erst die Seniorenheime für Besucher öffnen.

Trotzerin
Trotzerin
Grünschnabel
22 Tage 5 h
Die gute Frau Deeg soll mal vor Ort Besuche abstatten u. mit dem Fußvolk – sprich Personal reden , anstatt mit den heuchlerischen Führungskräften , die die jetzige Situation schönreden . Das Personal ist die Säule , was alles zusammenhält !!!! Man will immer nur Gutes hören u. annehmen , ja nichts negatives nach außen lassen . Es ist an der Zeit mit den richtigen Personen zu reden u. Informationen einzuholen , damit die Arbeit besser ablaufen kann trotz jetziger ungewohnter Situation . Man kann daraus nur Profit schlagen u.die Umstände mildern u. vom Personal profitieren anstatt es immer kleinzuhalten… Weiterlesen »
Meranerin
Meranerin
Neuling
22 Tage 8 h

Was ist mit der Seniorenmensa in Meran???  Es ist ein riesengrosser Saal in der Wenterschule vorhanden. Wir warten schon hart auf die Mensa. Die Senioren sollten doch auch  wichtig sein. Es sind schon soviele gestorben, also sollten die Lebenden gut behandelt werden.

clarissa
clarissa
Grünschnabel
22 Tage 3 h
Frau Deeg halten sie einfach die Klappe, oder haben sie sich fūr uns eingesezt, Artikel 1 Absatz 26-bis , wird folgender Satz eingefūgt: Die zum bereichsūbergreifenden Kollektivvertrag gehōrenden Kōrperschaften kōnnen, ab Inkraftteten dieses Gesetzes die Arbeitszeit ihrer Bediensteten aufgrund der Notwendigkeiten organisieren, die sich infolge des Cov – 2- Notstands ergeben, indem deren effektive Arbeitszeit in Zeiten hoher und geringer Arbeitsleistung gegliedert wird. Das heisst, es ist euch kein Mittel zu schlecht, die eigenen Bediensteten auszunutzen, das ist eine diktatorische Vorgangsweise um uns zu schikanieren, doch in der ŌFFENTLICHKEIT werden wir von unseren Politikerinnen fūr unseren Einsatz gelobt – tatsāchlich… Weiterlesen »
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