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Politik: So schaut Erneuerung aus!

Dienstag, 12. Februar 2019 | 10:12 Uhr

Bozen – Ihren Namen sollte man sich merken. Alexandria Ocasio-Cortez, die im Januar 2019 für die Demokratische Partei in den US-Kongress eingezogen ist, macht Politik zur Erfrischung. Könnte so Erneuerung auch bei uns ausschauen?

Jüngstes Beispiel: Sie ist im Aufsichts- und Reformausschuss vertreten – einer Art Kontrollinstanz für die Regierung. Dort reichten ihr nur vier Fragen, um zu zeigen, wie einfach es ist, als Politiker in den USA auf ganz legale Weise ein „böser Kerl“ zu sein.

Darf ein US-Politiker seine Kampagnen vollständig über Spenden von Lobbyisten finanzieren? Darf er Schweigegeld zahlen, um Gegner mundtot zu machen? Und darf er dann noch Gesetze schreiben, die seinen Spender, aber auch ihn als Investor begünstigen? Diese Fragen stellte die Abgeordnete nicht einfach in einer gewöhnlichen Rede, sondern sie präsentierte sie als eine Art Spiel. Dabei nahm Ocasio-Cortez selbst die Rolle des „Bad Guy“, des bösen Kerls ein, der mit so vielen schlechten Dingen wie möglich davonkommen will. Allen anderen Anwesenden wies sie die Funktion von Mitverschwörern zu, die ihr dabei helfen sollen.

 

 

Dass all ihre Fragen mit „Ja, das ist legal“ beantwortet werden, überraschte Alexandria Ocasio-Cortez wenig. Zum Schluss fragte sie noch, ob solche Freiheiten auch der Präsident der Vereinigten Staaten hat. Die wenig überraschende Antwort lautet: „Es gibt nahezu keine Gesetze, die sich auf den Präsidenten anwenden lassen.“

„Wir haben also ein System, das fundamental kaputt ist“, erklärte Ocasio-Cortez im Anschluss. Nach ihrem Gedankenexperiment klingt das mehr als schlüssig – und damit wären wir auch schon wieder bei uns.

Natürlich haben wir andere Gesetze als in den USA, doch es geht um die Frage, wie man Menschen für Politik begeistern kann und der Politikverdrossenheit den Kampf ansagt. Ein junges Gesicht und die Fähigkeit, mit sozialen Medien umzugehen, sind zu wenig.

Politik muss in erster Linie verständlich sein. Zweitens: Politik sollte mitreißen und beflügeln und drittens: Politik muss einen Mehrwert für die Bürger darstellen. Eine wirksame Medizin, die sicher auch in Südtirol hilft.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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4 Kommentare auf "Politik: So schaut Erneuerung aus!"


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Paul
Paul
Universalgelehrter
11 Tage 11 h

Wichtig isch dass volle weitergelöffelt werd

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Superredner
11 Tage 6 h
I hon si ca a monat vor die wohlen zuafellig auf Twitter troffen, und hon mr semm schun denkt dei mocht des mit a überzeugung wia mans lei gonz seltn sig. Hat mr obe niamols gedenkt das sie inni kimmp, wor echt positiv überrascht. A wia si auf hater reagiert hon i von an politiker/In nou nia gsegen, uanfoch fabelhaft. Sie ziacht dei dei ihr vrorschn welln uanfoch durch dreck, super. I wos nou wia a republikaner wegen dr photovoltaik gschrieben hot „wos tatn mr iats ba der kälte wenn mr olls lei photovoltaik hoben?“, und die AOC hot geontwortet… Weiterlesen »
Neumi
Neumi
Universalgelehrter
10 Tage 20 h

Gut, es gibt Leute, die haben technisch nicht viel Ahnung (und die müssen dann die Entscheidungen treffen).
Aber gerade das Beispiel Photovoltaik vs Kälte hat durchaus auch eine Berechtigung. Hierzulande wollte man da mit Straßenlaternen betreiben.
Im Winter funktionierten sie nicht. Warum? Weil sie alle mit Schnee bedeckt waren.
Es kostete weitaus mehr, den Schnee regelmäßig runterzuputzen als eine “normale” Stroßmversorgung einzusetzen, abegsehen von der Umweltverschmutzung, die durch das Dienstfahrzeug des Straßenlaternenschneeabräumers entstand.

Habedeis
Habedeis
Neuling
10 Tage 12 h

Das “Musterland “der Demokratie, und davon sind immer noch Millionen überzeugt.

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