Von: luk
Bozen – Die jüngsten Besetzungen bei Alperia und an der Spitze der RAS zeigen erneut, dass man in Südtirol aus den Fehlern der Vergangenheit offenbar wenig gelernt hat. Nach wie vor dominieren bei der Vergabe von gut dotierten Führungspositionen Parteibuchwirtschaft, Freunderlwirtschaft und Vitamin B – wobei das „B“ bekanntlich für Beziehungen steht. Das schreibt Roland Stauder, Obmann der Freiheitlichen, in einer Aussendung.
“Dabei geht es ausdrücklich nicht um die persönlichen oder fachlichen Qualifikationen der nominierten Personen. Diese mögen durchaus geeignet oder sogar sehr geeignet für die jeweiligen Aufgaben sein. Genau darum geht es aber nicht. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Nach welchen Kriterien und in welchem Verfahren werden solche Spitzenpositionen besetzt”, so Stauder weiter.
Gerade bei öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen mit hoher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung müsse für die Bevölkerung nachvollziehbar sein, wie Entscheidungen getroffen werden und warum sich eine bestimmte Person gegen andere Bewerber durchsetzt. “Transparenz, Chancengleichheit und objektive Auswahlkriterien sollten im Jahr 2026 selbstverständlich sein. Stattdessen entsteht erneut der Eindruck, dass politische Nähe und bestehende Netzwerke wichtiger sind als ein offenes und nachvollziehbares Auswahlverfahren”, so der Obmann der Freiheitlichen.
Besonders befremdlich sei im Zusammenhang mit den Alperia-Besetzungen, dass solche Personalentscheidungen offenbar nicht einmal Gegenstand des Koalitionsausschusses sind und erneut die Parteilogik über transparente Bewerbungsverfahren nach Fähigkeiten und Qualifikationen gestellt wird. “Auch die Ernennung von Vera Malleier zur Präsidentin der RAS wirft Fragen auf. Aus ihrem beruflichen Werdegang ist eine langjährige politische Nähe zur Südtiroler Volkspartei ersichtlich. So leitete sie von 2003 bis 2014 als Geschäftsführerin die Frauenbewegung der Südtiroler Volkspartei. Noch einmal: Es geht nicht darum, ihre persönliche Eignung in Frage zu stellen. Es geht darum, dass bei derartigen Ernennungen der Eindruck politischer Einflussnahme gar nicht erst entstehen dürfte. Genau deshalb braucht es transparente und offene Verfahren”, so Stauder.
“Wenn wir in Südtirol auf diesem Weg weitermachen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn immer mehr fähige Köpfe unserer Heimat den Rücken kehren. Statt modernem Wettbewerb und Transparenz herrscht vielfach noch das Prinzip einer politischen Fürstenherrschaft. Es entsteht der Eindruck einer abgeschotteten Kaste, in der Netzwerke und Gefälligkeiten offene Verfahren ersetzen und Leistung oft nur eine untergeordnete Rolle spielt. Die Folgen sind absehbar: Wer wirklich etwas kann, sucht sich jene Orte, an denen Können, Leistung und Innovation belohnt werden. Südtirol verliert dadurch nicht nur an Glaubwürdigkeit, sondern langfristig auch an Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit”, mahnt Stauder.
Die Freiheitlichen fordern ein grundsätzliches Umdenken bei der Besetzung von Führungspositionen in öffentlichen Einrichtungen und Beteiligungsgesellschaften. “Es braucht verpflichtende, transparente und öffentliche Ausschreibungen mit klar definierten Auswahlkriterien. Jeder Bürger und jede Bürgerin muss die gleiche Chance haben, sich für eine Führungsposition zu bewerben – unabhängig von Parteibuch, Freunderlwirtschaft oder den richtigen Kontakten.”
“Die Freiheitlichen stehen für eine echte Leistungsgesellschaft. Nur wenn die besten Köpfe aufgrund ihrer Qualifikation und in einem fairen Wettbewerb ausgewählt werden – und nicht aufgrund politischer Zugehörigkeit oder persönlicher Beziehungen –, kann Südtirol den Herausforderungen der Zukunft erfolgreich begegnen. Alles andere bedeutet einen Rückfall in alte Muster des Postenschachers und der politischen Selbstbedienung. Dafür darf in einem modernen und zukunftsorientierten Südtirol kein Platz mehr sein”, so Roland Stauder abschließend in einer Aussendung.




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