Von: Matthias Knapp
Bozen – Bei einer Sitzung in Bozen wurde heute die Einrichtung der „Ständigen Arbeitsgruppe Verkehr“ beschlossen. Die Sitzung haben Bürgermeister Claudio Corrarati und Mobilitätsstadträtin Johanna Ramoser einberufen. Anwesend waren der Direktor des Mobilitätsamtes, Ivan Moroder, der Kommandant der Stadtpolizei, Fabrizio Piras, und die Verantwortliche der Organisationsstruktur des Bürgermeisters, Marcella Macaluso.
Bei der Ständigen Arbeitsgruppe Verkehr handelt es sich um ein operatives Instrument mit dem Ziel, die Entwicklung der Verkehrslage Schritt für Schritt zu verfolgen, vor allem wenn es verschiedene Baustellen gleichzeitig gibt und die Verkehrsbelastung auf den Straßen der Stadt steigt. Die Arbeitsgruppe greift auf Daten in Echtzeit zurück, um schnell effiziente Lösungen zu definieren.
„Wir möchten nicht mehr nur auf Notstände reagieren, sondern ein ständiges Monitoring einrichten und auf bereits erarbeitete Lösungsszenarien zurückgreifen.“ erklärte der Bürgermeister Claudio Corrarati. „Bozen erlebt in den kommenden Wochen und Monaten eine besondere Situation: Es starten verschiedene Bauvorhaben, die sich auf den Verkehr auswirken werden. Auf der anderen Seite kommen immer mehr Gäste in unsere Stadt. Daher möchten wir uns bereits jetzt einen Überblick verschaffen und Lösungsvorschläge definieren.“
Bereich Rombrücke – Erste Maßnahmen Ein zentrales Thema war heute die Verkehrssituation nahe der Rombrücke, auch angesichts der in der Nähe liegenden Baustelle von RFI, die sich direkt und indirekt auf den Verkehr in diesem Bereich auswirkt. Als erste Maßnahme werden Verbesserungen im Fahrradverkehr ausgearbeitet. Hier soll vor allem mehr Platz für die Radfahrenden geschaffen werden, auch um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Die geplanten Maßnahmen betreffen den Radweg von Oberau in Richtung Rombrücke und Trientner Straße und in der Gegenrichtung, vor allem auf der Höhe des Unternehmens Maserati. Als zweiter Schritt wird der Verkehrsfluss der Radfahrenden auf der Höhe der Rombrücke und der Unterführung optimiert. Drittens werden die Rotphasen der Ampeln so angepasst, dass der Fahrzeugverkehr besser fließen kann, aber auch die Radfahrenden und die Fußgänger sollen genügend Zeit haben, um die Straße zu überqueren. Hier wird vorgeschlagen, die Ampelschaltungen je nach Verkehrsaufkommen zu steuern. Und schließlich wird der Kreisverkehr bei der Rombrücke und seine Zu- und Abfahrten neu gestaltet. Hier wird auf das Projekt von Ing. Stephan Besier zurückgegriffen, der mit der Ausarbeitung von Vorschlägen für die Neugestaltung beauftragt worden ist. Ein Vorschlag ist, auf der Rombrücke mehr Fahrbahnen einzurichten und den Fahrradweg auf eine zusätzliche, neue Brücke zu verlegen.
Koordinierung der Baustellen und Notfallplan
Ein weiteres Thema, das bei der heutigen Sitzung besprochen worden ist, ist die Koordinierung der verschiedenen Baustellen. Die Gemeindeverwaltung ist bereits im ständigen Austausch mit den Baufirmen, es gibt regelmäßige Sitzungen, um die Zeitpläne und Arbeiten abzustimmen, um die negativen Auswirkungen auf den Verkehr so gering als möglich zu halten. Das betrifft vor allem die Arbeiten von RFI in der Trientner Straße, und es wird hier die Möglichkeit geprüft, die Unterführung wieder zu öffnen.
“In den vergangenen Tagen hat es geregnet und in Bozen sind einige Straßenarbeiten im Gange. Daher hat sich die Verkehrslage wieder zugespitzt.“ sagte Bürgermeister Claudio Corrarati. „Die Daten zeigen aber, dass die Parkplätze nie vollkommen ausgelastet waren und dass die durchschnittliche Stauzeit in der Trientner Straße angesichts einer Großbaustelle wie jener von RFI als akzeptabel einzustufen ist. Die Verkehrsbehinderungen waren angesichts der Straßenarbeiten, der Regentage und der schwierigen Situation auf der Brennerautobahn, die seit Tagen sehr stark befahren ist, nicht besonders gravierend. Wir möchten daher auch mit den Spitze der Brennerautobahn Gespräche führen, um zu verstehen, wie wir künftig besser auf eine solche Verkehrssituation reagieren können, vor allem wenn verschiedene Faktoren zusammenkommen, wie es im heurigen Sommer der Fall war.“
Die Gemeindeverwaltung ist außerdem dabei, einen Verkehrsnotfallplan zu erstellen. Er betrifft die Arbeiten an der Palermobrücke und den Nebenstraßen. Diese Baustelle wird sich unmittelbar auf die Verkehrssituation in diesem Bereich auswirken, daher wird jetzt schon an Lösungen gearbeitet, wie der Verkehr am besten umgeleitet werden kann. „Es kann jetzt schon gesagt werden, dass nach Abschluss der Arbeiten ein großer Teil des Verkehrs, der heute über den Kreisverkehr bei der Rombrücke läuft, dann über die Palermobrücke fließen wird.“ sagten der Bürgermeister und Mobilitätsstadträtin Johanna Ramoser. „Das ist eine wichtige Neuheit in der Steuerung der Verkehrsflüsse in Bozen.“
Der Bürgermeister und die Stadträtin stellen fest, dass in den Sommermonaten auf zahlreichen Straßen gearbeitet worden ist, so in der Marconistraße, am Verdiplatz und in der Florenzstraße. Und diese Arbeiten wirken sich natürlich auch auf den Verkehr aus. Sie werden aber in einer Woche, spätestens in 10 Tagen abgeschlossen sein. Dann wird sich der Verkehr in diesen Bereichen wieder normalisieren.
Immer mehr Ankünfte in Bozen
Ein anderes Thema, das heute behandelt wurde, ist der Anstieg der Ankünfte in Bozen. Einen Zuwachs gibt es nicht nur bei den Touristen, sondern auch bei den Pendlern, bei den Arbeitnehmenden und den Personen, die die Dienste des Krankenhauses nutzen. Die Touristen werden auf den Ausweichparkplatz Siberia umgeleitet, sobald die Parkhäuser im Zentrum voll sind. Heuer war der Ausweichparkplatz ein paar Mal bis auf den letzten Platz besetzt. Daher muss auch hier eine zusätzliche Lösung gefunden werden.
Die steigende Zahl an Personen, die nach Bozen kommen, macht auch die Entwicklung eines neuen Leitsystems notwendig, z.B. mit Parkmöglichkeiten am Stadtrand, wo auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umgestiegen werden kann, um ins Zentrum zu gelangen.
Diese Möglichkeit sollen nicht nur die Gäste nutzen, die Bozen besuchen, sondern auch die Tausenden Pendler, die täglich nach Bozen kommen, um hier zu arbeiten, zur Schule zu gehen oder zu studieren. Daher wird die Gemeinde demnächst Gespräche mit dem Land führen, denn es handelt sich um eine Angelegenheit, die auch die umliegenden Gemeinden betrifft und daher muss eine gemeinsamen Lösung gesucht werden.
“Die Steuerung der Ankünfte ist die größte Herausforderung.“ sagte der Bürgermeister abschließend. „Es geht nicht nur darum zu entscheiden, wo die Autos parken sollen, sondern es müssen übergemeindliche Infrastrukturen und Dienste geschaffen werden, die es ermöglichen, die Ankünfte gezielt zu steuern, zum Wohle der Bewohner, der Pendler und der Gäste. Die Gemeinde kann diese Aufgabe nicht alleine stemmen. Es braucht die Unterstützung des Landes und Gespräche mit den anderen Gemeinden, denn von dort pendeln jeden Tag sehr viele Menschen nach Bozen.“
Die Ständige Arbeitsgruppe Verkehr trifft sich künftig in regelmäßigen Abständen, um die Situation neu zu bewerten, die Daten zu analysieren und situationsbezogene Lösungen zu definieren.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen