SVP-Wirtschaft übt Kritik

“Renzler als Vorsitzender des III. Gesetzgebungsausschusses nicht mehr tragbar“

Dienstag, 26. Januar 2021 | 12:04 Uhr

Bozen – Die SVP Wirtschaft weist die “unqualifizierten Äußerungen” des Landtagsabgeordneten Helmuth Renzler auf das Schärfste zurück. Anstatt gemeinsam nach Lösungen für die wirtschaftlichen und sozialen Probleme in dieser Krise zu suchen, stoße der Vorsitzende des Gesetzgebungsausschusses für Wirtschaft und Finanzen die Unternehmen und Wirtschaftsvertreter vor den Kopf. Nachstehend eine Stellungnahme von Josef Tschöll, dem Vorsitzenden der SVP Wirtschaft.

“Wir sind fassungslos über die Angriffe des Herrn Renzler gegenüber den vielen Unternehmen, die in dieser Krise ums Überleben kämpfen. In schwierigen Zeiten steht man zusammen und diskutiert als Sozialpartner gemeinsam eine ausgewogene und treffsichere Verteilung von Unterstützungsmaßnahmen mit konkreten Lösungen, damit die schlimmsten wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie abgefedert werden können. Das ist der Ansatz der SVP-Wirtschaft, und diese Haltung hat Südtirol über die Jahre großen Erfolg beschert. Pauschale Vorhaltungen zur Steuerhinterziehung und auf sozialen Neid aufbauende pseudowissenschaftliche Thesen, wie sie Renzler in einer Pressmitteilung vertritt, disqualifizieren sich von selbst”, so Tschöll.

Es sei kein Wunder, dass die Arbeitnehmer in unserer Partei in den vergangenen Jahren einen beispiellosen Niedergang erfahren haben, wenn das trennende und nicht das gemeinsame Interesse im Vordergrund steht. “Der ASGB-Vorsitzende Tony Tschenett hat zu Recht die Frage aufgeworfen, ‘wo die SVP Arbeitnehmer in dieser Zeit sind?’. Es fehlen sicher nicht die Themen, weil im Bereich des Sozialen, aufgrund der Einschränkungen für die wirtschaftliche Tätigkeit, viele Familien mit großen Problemen kämpfen. Was fehlt sind der tagtägliche Einsatz für die kleinen Probleme der Menschen und Überlegungen strategischer Natur, wie wir aus dieser Krise wieder herauskommen.”

“Wenn jemand behauptet, das Land darf sich nicht an Unternehmen beteiligen, so mag dies für Zeiten gelten, in welchen eine ordentliche wirtschaftliche Tätigkeit möglich ist. Wenn jetzt strategisch wichtige Unternehmen umfallen, dann sind die Folgen, und in erster Linie jene für die direkt und indirekt betroffenen Arbeitnehmer, enorm. Wenn jemand wie Renzler ernsthaft pauschal solche Thesen aufstellt, ohne den Hintergrund zu kennen und eine tiefere Analyse dazu anzustellen, zeigt das auch die Schwächen, die er als Vorsitzender der III. Gesetzgebungskommission im Südtiroler Landtag hat. Wer den Vorsitz in einer Kommission innehat, welche die Gesetzesvorlagen für Finanzen, öffentliche Arbeiten, Industrie, Handel, Handwerk, Fremdenverkehr, Wirtschaftsprogrammierung, wissenschaftliche und technologische Forschung usw. behandelt, muss auch Ausgewogenheit und Fachkenntnis besitzen. Hier haben wir es mit Voreingenommenheit und ideologischer Abneigung gegenüber der Wirtschaft zu tun; daher finden wir, dass Helmuth Renzler in dieser Funktion nicht mehr weiter tragbar ist”, so Tschöll.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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11 Kommentare auf "“Renzler als Vorsitzender des III. Gesetzgebungsausschusses nicht mehr tragbar“"


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Rumpelstielzchen
30 Tage 5 h

Was für ausgewogene Diskussion? Welches Zusammenhalten meint Herr Tschöll? Die Arbeitnehmer werden bei der SVP immer nur für das Kreuzchen bei den Wahlen gebraucht. Danach sollten sie wieder 5 Jahre still sein. So siehts aus Herr Tschöll.

Zirmbaum
Zirmbaum
Neuling
30 Tage 6 h

Wenn die Wirtschaft auschreig hot do Renzler sicho in a Vespennest gstochn die Wohrheitn auzizagn.

OrB
OrB
Universalgelehrter
30 Tage 5 h

Bravo Renzler 👏👏, endlich ein Politiker der den üblichen Südtiroler Lobbyverbänden mal die Wahrheit auftischt.
Weiter so Herr Renzler, denn auch wir Arbeitnehmer brauchen eine starken Vertreter im Kampf ums Überleben!

Jaga1456
Neuling
30 Tage 5 h

Die svp geht seit jahrzehnte gegen arbeitnehmer-rechte vor, kürzt sanität.. typische neoliberale politik. Gut das renzler sich endlich zu wort meldet

corona
corona
Superredner
30 Tage 4 h

Gesunde Unternehmen überstehen diese Krise. Und ein ethisch verantwortungsbewusster Unternehmen setzt auch sein in den fetten Jahren gescheffeltes Geld ein, um seinen Betrieb und die Arbeitsplätze zu retten, für die er verantwortlich ist. Aber in Zeiten des Neo- und Turbokapitalismus sind diese Unternehmen wahrscheinlich Mangelware geworden – so wie auch die Politiker mit Handschlagqualität, die jeden Tag von früh bis spät arbeiten und nicht billige Polemiken lostreten, um wieder einmal in der Presse zitiert zu werden.

Server
Server
Superredner
30 Tage 3 h

@ corona
Und Sie wären so ein fettes, gutlaufendes Unternehmen, dann könnte ich mich ja direkt bei Ihnen bewerben.

wellen
wellen
Universalgelehrter
30 Tage 5 h

Der Tschöll soll still sein ( wer ist nochmal der Tschöll). Renzler hat völlig recht. Hat ihm wohl genau ins Herz gestochen

Kiki
Kiki
Tratscher
30 Tage 3 h

Welche Arbeitnehmer? Die existieren für die SVP nur in Wahlzeiten, ansonsten gibt es keinen Flügel in dieser Partei der sich um sie schert. Diesmal bin ich optimistisch…….es wird sich was ändern beim nächsten Mal…Der Renzler führt schon seit langem nur ein Schattendasein in dieser Partei, wahrscheinlich wurde ihm der Schnabel zu stark gekürzt.

Zenz
Zenz
Grünschnabel
30 Tage 2 h

soll sich diese Partei ruhig intern zerfleischen…lange schon zählt die eigene Meinung nichts mehr und man darf nur mehr das sagen und denken was gewisse Lobbys hören wollen und wehe man sagt etwas degen dieses parteiorganisierte System dann ist man sowieso weg vom Fenster und auch vom “Futtertrog” …

Karl
Karl
Universalgelehrter
30 Tage 4 h

Renzler ist schon immer in der falschen Partei gewesen. Der PCI ist seine natürliche Heimat. Toleranz und Verständnis gegenüber Menschen die täglich dafür Sorgen das Arbeitnehmer auch wirklich eine Arbeit haben ist den Kommunisten ein Fremdwort. Das haben auch immer mehr die Wähler von diesem Herrn verstanden und sind bei jeder Wahl weniger geworden.

Savonarola
30 Tage 3 h

“Voreingenommenheit und ideologische Abneigung” erfahren die öffentlich Bediensteten mittlerweile rund um die Uhr.

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