Von: mk
Bozen – Zwischen 1944 und dem Ende des Zweiten Weltkrieges befand sich in der Reschenstraße auf der Höhe der heutigen Hausnummer 80 ein NS-Durchgangslager. Es diente bereits ab 1942 als Haftanstalt für Kriegsgefangene der Alliierten. „Um das Gedenken an diese tragischen Ereignisse zu bewahren, hat sich die Stadt Bozen darum bemüht, die Fläche, die dem Eingangsbereich des Durchgangslagers entspricht, käuflich zu erwerben und zu einem Ort der Erinnerung und des Gedenkens zu machen“, erklärt Vermögensstadtrat Claudio Della Ratta.
Die Fläche liegt inmitten von Wohnhäusern und gehört dem Wohnbauinstitut. Das Wohnbauinstitut hat sich bereit erklärt, die Fläche zu verkaufen.
„In unmittelbarer Nähe wurde die ‚Passage der Erinnerung‘ errichtet, und daher erscheint es angebracht, die Fläche in den Gedenkort zu integrieren und eine Gedenktafel anbringen zu lassen“, so der Stadtrat. Es sei ein Teilungsplan ausgearbeitet worden. Die Fläche wurde im Grundbuch als Bauparzelle Nr. 4624 eingetragen. Sie ist 27 Quadratmeter groß, von niederen Mauern umgeben und hat einen schmalen Zugang von der Reschenstaße aus.
Die Bauparzelle gehört derzeit zu einer Auffüllzone für Wohnzwecke. Vor dem Erwerb soll die Fläche im Rahmen eines Verfahrens für die urbanistische Änderung der Zweckbestimmung mit Änderung des Infrastrukturplanes in öffentliche Straße bzw. in öffentlichen Platz umgewidmet werden, auf der die Stadtpolizeiordnung, die Straßenverkehrsordnung u.Ä. gelten werden.
Solange die urbanistischen Verfahren und der Kaufvertrag noch nicht genehmigt sind, wird mit dem Wohnbauinstitut ein Vertrag abgeschlossen, der die kostenlose Überlassung der Fläche regelt. Damit erhält die Stadt die Möglichkeit, sofort über die Fläche verfügen zu können, und sie kann eine Gedenktafel anbringen lassen, die die Ämter der Kulturabteilung bereits in Auftrag gegeben haben.
„Der Stadtrat hat in seiner Sitzung vom 15. Januar 2026 meinen Vorschlag genehmigt, das Verfahren für den Ankauf der Fläche in die Wege zu leiten und in der Zwischenzeit einen Vertrag über die kostenlose Überlassung der Fläche abzuschließen, damit die Gedenktafel angebracht werden kann. Am Tag der Erinnerung, der am 27. Januar begangen wird, wird die Fläche zum Bestandteil des Ortes für das Gedenken an die Opfer des Holocausts in der Reschenstraße. Ich möchte mich an dieser Stelle beim Wohnbauinstitut für die gute Zusammenarbeit bedanken, insbesondere bei der Präsidentin Frau Tosolini und bei der Abteilungsdirektorin Frau Tschenett. Weiters danke ich den Gemeindeämtern und Gemeinderätin Daidone, die zwischen der Gemeindeverwaltung und dem Anrainerkomitee vermittelt hat, das sich von Anfang an um eine Aufwertung der Fläche bemüht hat“, so Della Ratta abschließend.




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