Von: mk
Auer – Die Landesregierung prüft offenbar, das Gebiet „Ex Gamberoni“ in der Gemeinde Auer als Gewerbegebiet von Landesinteresse auszuweisen. Die Gemeinde Auer hatte sich in der Vergangenheit klar gegen jede weitere Form der Schottergewinnung oder -verarbeitung auf diesem Gebiet ausgesprochen, sowohl aus urbanistischen als auch aus umweltschutztechnischen Gründen. Obwohl das Gelände als “Schottergrube” ausgewiesen ist, handelt es sich dabei nicht um einen Abbauort, sondern um eine Fläche, die ausschließlich der Aufbereitung von Schotter sowie der Lagerung von Material dient.
Die Grüne Fraktion hat dazu zwei Anfragen an die Landesregierung gerichtet. “Die Antworten zeichnen ein Bild von mangelnder Transparenz und unzureichender Einbindung der betroffenen Gemeinde”, finden die Grünen.
Begründet werde das Vorhaben mit der Notwendigkeit, die Versorgung mit Schotter und Baumaterialien im Raum Überetsch-Unterland sicherzustellen, nachdem mehrere Schottergruben bis 2026 schließen sollen. Gleichzeitig werde jedoch deutlich, dass weder eine umfassende Gesamtplanung noch eine abgestimmte Strategie mit den betroffenen Gemeinden vorliege, argumentieren die Grünen. „Es ist problematisch, dass ein Gewerbegebiet von Landesinteresse gegen den einstimmigen Beschluss des Gemeinderats von Auer durchgesetzt werden soll, und das ohne eine ernsthafte Prüfung der Auswirkungen auf Umwelt und Verkehr“, erklären die Landtagsabgeordneten der Grünen Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.
Aus den Antworten geht laut den Grünen zudem hervor, dass:
- keine landesweite Bedarfserhebung für Flächen zur Verarbeitung von inerten Baumaterialien (Bauschutt, Schotter usw.) durchgeführt wurde;
- die Gemeinde Auer bislang nicht formell in die Entscheidungsprozesse eingebunden wurde;
- die ablehnende Stellungnahme der Gemeinde erst im weiteren Verfahren berücksichtigt werden soll
Widersprüchlich erscheint aus Sicht der Grünen zudem der Verweis auf Nachhaltigkeits- und Klimaziele: “Die Landesregierung argumentiert, dass eine Bündelung von Schotterverarbeitung und Betonproduktion an einem Standort den Schwerverkehr reduzieren würde, räumt jedoch gleichzeitig ein, dass dazu keine konkreten Verkehrsstudien vorliegen.”
Für zusätzliche Irritation sorgt, dass es sich bei der vorgesehenen Fläche um Privatgrund handelt und die geplante Produktionszone ausgerechnet auf einem Areal entstehen soll, das laut früheren Vereinbarungen zwischen Land, Gemeinde und Betreiber eigentlich renaturiert und wieder der landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden sollte. Der Gemeinde sei damals signalisiert worden, der Zustand sei nur vorübergehend: Die Grube hätte bereits vor über zehn Jahren stillgelegt werden sollen, die Konzession sei jedoch mehrfach verlängert. “Nun soll sie offenbar dauerhaft festgeschrieben werden. Die Antworten bestätigen, dass das Land ohne Einbindung der betroffenen Gemeinde vorgeht. Wir werden weiterhin auf Transparenz und Partizipation drängen”, so das Fazit der Grünen Fraktion.




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