Versorgungsstandard gewährleisten

„Schritt für Schritt gegen den Ärztemangel“

Montag, 03. April 2017 | 18:05 Uhr

Bozen – Mit Entwicklungsperspektiven und neuen Vertragsformen Ärzte halten, neue hinzugewinnen und junge ausbilden, darauf setzen das Land und der Sanitätsbetrieb.

„Schritt für Schritt gegen den Ärztemangel“ war das Motto einer Medienkonferenz, bei der Gesundheitslandesrätin Martha Stocker, Abteilungsdirektorin Laura Schrott, Sanitätsdirektor Thomas Lanthaler und Primar Hubert Messner heute nachmittags im Landhaus 1 in Bozen über die jüngst getroffenen Maßnahmen gegen den Ärztemangel und für die Sicherung der medizinischen Versorgungsstandard im Lande informiert haben.

Landesrätin Stocker wies eingangs darauf hin, dass der Ärztemangel ein europäisches, wenn nicht internationales Problem sei, das zuletzt aufgrund der EU-Arbeitszeitregelung noch verstärkt worden sei. Mit der Ausschreibung von hundert Ärztestellen und 120 Stellen in Pflege und Technik habe das Land umgehend auf die von der europäischen Arbeitszeitbeschränkung auf 48 Wochenstunden bedingten Personalbedarf reagiert. „Und wir konnten in der Zwischenzeit wenn nicht alle, so doch fast alle dieser Stellen besetzen, wobei für uns neben dem Recht auf medizinische Versorgung selbstverständlich auch das Recht auf die Muttersprache zu gewährleisten ist“, erklärte die Landesrätin.

Um auch weiterhin das hochqualitative medizinische Leistungsangebot in allen Diensten zu sichern, sei es unabdingbar für die seit Jahren angewendeten und nun vom Arbeitsgericht beanstandeten befristeten Werkverträge neue juridisch haltbare Lösungen zu finden. Von den rund 1250 Krankenhausärzten seien etwa ein Viertel, nämlich 300 Ärzte (entspricht  230 Vollzeitäquivalenten) befristet beschäftigt, wie Sanitätsdirektor Thomas Lanthaler betonte.

Abteilungsdirektorin Laura Schrott erklärte, welche Vertragsformen definiert worden seien, um diesen Ärzten und Ärztinnen den Weg zu einer unbefristeten Anstellung zu ebnen. Für bereits ausgebildete Fachärzte sollen künftig maximal dreijährige Werkverträge möglich sein, wobei in dieser Zeit der Zweisprachigkeitsnachweis zwingend zu erbringen ist. Zusätzlich werden auch für Fachärzte Ausbildungswettbewerbe mit zweijährigem Vertrag und Ausbildungsprogramm ausgeschrieben, die – sofern auch der Zweisprachigkeitsnachweis vorliegt – in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis führen. Ein weiterer zweijähriger Ausbildungswettbewerb soll für Medizinabsolventen ausgeschrieben werden, die kurz vor dem Abschluss ihrer Facharztausbildung stehen.

„Das Sanitätswesen befindet sich im Umbruch“, betonte abschließend Primar Messner, „daher ist es gerade für Südtirol wichtig, die richtigen Maßnahmen zu treffen, um Ärzte zu finden und zu binden.“ Der Primar der Pädiatrie Bozen plädierte für mehr Flexibilität, für eine neue Personalentwicklung, für familienfreundliche Arbeitsplätze und für die Ausbildung in den Abteilungen.

Dass in Südtirol auch wieder Fachärzte ausgebildet werden können, bezeichneten die Spitzenvertreter des Gesundheitswesens als ein wichtiges gemeinsames Ziel, denn „wer nicht ausbildet, ist kein Betrieb“, wie es Landesrätin Stocker formulierte. Sie rechnet damit, dass Rom noch im laufenden Jahr grünes Licht gibt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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12 Kommentare auf "„Schritt für Schritt gegen den Ärztemangel“"


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erika.o
erika.o
Grünschnabel
26 Tage 16 h

Rom die EU …
alle anderen sind schuld am Elend …
so wie es in allen größeren Betrieben gehandhabt wird,
immer derjenige ist schuld
der unereichbar ist.
Nur bei den eigenen Gehältern habt ihr selbst das Sagen.

Schlumpfi
Schlumpfi
Grünschnabel
26 Tage 15 h

Ach Stocker , lass gut sein.
Wir sind Eure Ausreden satt.

So ist das
So ist das
Tratscher
26 Tage 15 h

“Schritt für Schritt gegen den Ärztemangel”
Wohl eher Schritt für Schritt in den Abgrund.
Wann Herr LH legen sie die Sanität in erfahrenere Hände oder erklären sie zur Chefsache, bevor die Dienste vollständig versagen.

Ralph
Ralph
Tratscher
26 Tage 14 h

ALLES was Stockerin anfasst, geht schief: Sanität, Kleinkrankenhäuser, Erste Hilfe, Ärztemangel, vom Desaster mit den Wirtschaftsflüchtlingen ganz zu schweigen.

thomas
thomas
Superredner
26 Tage 15 h

Da wird heiße Luft verkauft! Tatsache ist, dass man seit längerem nicht weiß, nach welchem Vertragsmuster Ärzte ohne Sprachnachweis einstellen. Und solche mit Zweisprachigkeitsnachweis finden sich kaum…..

Eppendorf
Eppendorf
Tratscher
26 Tage 14 h

Die Zweisprachigkeitspflicht ist schon aufgehoben und Ärztemangel ist ein europäisches Problem.

Raphi
Raphi
Neuling
26 Tage 14 h

Wenn die Frau Stocker und der Herr Schael nicht bald gehen haben wir 2018 keine Ärzte mehr in Südtirol😭😭

hoffnung
hoffnung
Grünschnabel
26 Tage 14 h

Wenn man mal bei den Ämtern und Beamten alles so kaputtsparen würde wie beim Gesundheitswesen, dann würde das Volk endlich von diesen irrsinnigen Bürokratismus erlöst.

gauni2002
gauni2002
Universalgelehrter
26 Tage 14 h

Es gibt keinen Ärztemangel, nur einen Patientenüberschuss

peterle
peterle
Tratscher
26 Tage 12 h

Das Problem haben wir weil patientenferne Politiker und geldfressende Direkoren einsetzten. Stocker hat zwar ihre Jahre als Politikerin abgesessen, aber sich vor ihrer Nominierung als Landesrätin nie hervorgetan dass man meinen könnte sie hat sich die Materie Kranke, Patienten und Krankenhäuser hineingearbeitet. Sie war jahrelang eine sogenannte Hinterbänklerin des Landtages.

Tirol
Tirol
Grünschnabel
26 Tage 13 h

ah es wird immer nur reagiert und nie professionell agiert…….. 

knoflheiner
knoflheiner
Tratscher
26 Tage 43 Min

und alle Südtiroler sind zufrieden…..
SVP wird wieder gewählt, wärts sechn…..

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