Von: mk
Bozen – Eine gute Bildung für Kinder und Jugendliche erfordert qualitativ hochwertige Schulen. Solche Schulen benötigen wiederum eine kontinuierliche und professionell unterstützte Schulentwicklung. Genau dieses Ziel verfolgt der vom Landtagsabgeordneten Alex Ploner (Team K) im Landtag eingebrachte Antrag zur Neuausrichtung und Neugestaltung der Schulentwicklung in Südtirol.
„Derzeit hängt die Schulentwicklung in hohem Maße vom persönlichen Engagement einzelner Lehrpersonen ab. Das Fehlen klarer Strukturen, von eigens dafür vorgesehenem Personal und ausreichend Ressourcen führt dazu, dass viele gute Ideen verloren gehen und nicht nachhaltig und dauerhaft im System verankert werden. Dass die Landesregierung lediglich 0,002 Prozent, also knapp 200.000 Euro des gesamten Haushaltes von knapp neun Milliarden Euro für die Schulentwicklung und Schulinnovation investiert, sagt schon alles“, so Alex Ploner.
Bestätigt wird dies auch Andrea Perger, eine erfahrene Lehrperson, die über zehn Jahre lang als Beraterinnen und Expertinnen auch zur Schulentwicklung an Schulen in Südtirol tätig war und Ingeborg Dejaco, ebenfalls Lehrperson und Dozentin an der Bildungsuniversität, die vor Jahren ein neues innovatives Schulmodell starten wollte.
„Ich habe viele motivierte Teams mit zahlreichen guten Ideen kennengelernt. Ohne geeignete Strukturen, Zeit und Ressourcen scheitert die Umsetzung jedoch häufig. Das führt zu Frustration beim Lehrpersonal und ermöglicht keine echte Weiterentwicklung des Schulsystems. Durch die Mehrsprachigkeit und den gesellschaftlichen Kontext ist es oft schwierig, Modelle aus anderen Ländern auf Südtirol zu übertragen. Gerade deshalb ist es notwendig, eine unabhängige Struktur zu schaffen – zentral organisiert, aber zugleich nahe an den einzelnen Schulen –, die das Lehrpersonal unterstützt, eigenständig Forschung betreibt, Projekte initiiert und begleitet sowie deren Ergebnisse systematisch auswertet“, fasst Andrea Perger ihre Erfahrungen zusammen.
Für die Pädagogin Ingeborg Dejaco ist Schulentwicklung und schulische Innovation kein gewöhnliches Schulprojekt, sondern beinahe eine Lebensaufgabe. Sie hat jahrelang an einem neuen Schulkonzept gearbeitet, das nicht darauf abzielt, einzelne Maßnahmen zu optimieren, sondern das gesamte Schulsystem zu verändern und weiterzuentwickeln, um es an die aktuellen und zukünftigen didaktischen Herausforderungen anzupassen.
“Schulentwicklung darf nicht nur auf den Unterricht im Klassenzimmer beschränkt sein, sondern muss den gesamten Ausbildungsprozess von Lehrpersonen umfassen und daher bereits die Universitäten, sowohl im Studium, als auch in der Ausbildungs- und Qualifizierungsphase junger Lehrkräfte, einbeziehen”, ist Ingeborg Dejaco überzeugt.
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, schlägt Alex Ploner unter anderem die Einrichtung eines unabhängigen wissenschaftlichen Instituts zur Schulentwicklung nach dem Vorbild des IPRASE im Trentino vor, eine deutliche Aufstockung der finanziellen Mittel für die Schulinnovation, sowie mehr zeitliche Entlastung und eine angemessene Vergütung für jene Lehrpersonen, die sich mit schulischer Innovation befassen.
„Ziel ist es, Schulentwicklung von einer zusätzlichen Belastung, wie sie oft von Lehrpersonen empfunden wird, zu einem sinnstiftenden und strukturierten Prozess zu machen, der die Qualität der Bildung für alle, vor allem für unsere Kinder, verbessert“, sagt der Team K Abgeordnete Alex Ploner.




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