Debatte um Lehrergehälter geht weiter

Schulgewerkschaft mahnt die Politik zu mehr Sachlichkeit

Dienstag, 21. April 2026 | 17:22 Uhr

Von: mk

Bozen – Die Schulgewerkschaft SSG im ASGB mahnt die Politik zu mehr Sachlichkeit in der Debatte um die Gehälter von Lehrpersonen in Südtirol und will einige Fakten klarstellen.

„Festzuhalten ist, dass der Unterricht trotz eines besonderen Jahres in Qualität und Engagement nicht nachgelassen hat. Lehrpersonen haben durch das Aussetzen außerschulischen Tätigkeiten auf die prekäre Situation im Bildungsbereich aufmerksam gemacht“, betont die Gewerkschaft.

Fakt sei außerdem, dass die Gehälter der Lehrpersonen, insbesondere an staatlichen Schulen, nicht nur landesweit am unteren Rand liegen, sondern auch hinter jenen des übrigen Landespersonals zurückbleiben. „Die unattraktiven Gehälter gefährden langfristig das Interesse von Nachwuchs, unter anderem gegenüber Nachbarländern wie Österreich, wo deutlich andere Bezüge gezahlt werden. Das birgt ein ernstes, zukunftsweisendes Problem für die Schule in Südtirol“, so die Gewerkschaft. Insbesondere im Bereich der Mittel- und Oberschulen zeige sich dieses Problem deutlich, da viele junge Lehramtabsolventen nach ihrem Studium im Österreich aufgrund der dort wesentlich attraktiveren Rahmenbedingungen nicht mehr nach Südtirol zurückkehren würden.

Dass nun auch noch ein Teil der Gelder erst nach Abschluss eines Vertrages und nicht rückwirkend ab 1. Januar 2026 ausbezahlt werden soll, will die Schulgewerkschaft nicht mittragen. „Zwischen Januar und März hatten wir als Gewerkschaftsorganisationen mehrfach mündlich und schriftlich um die notwendigen Daten gebeten, die für die Berechnungen der einzelnen Positionen nötig sind. Erst in der zweiten Monatshälfte im März wurden uns die Daten schrittweise übermittelt. Der Richtlinienbeschluss zur Verhandlungsrahmenordnung wurde am 1. April 2026 veröffentlicht. Unter diesen Bedingungen war es nahezu unmöglich, den Vertrag unter Dach und Fach zu bringen, wenn das Ziel war, mit dem verfügbaren Geld ein möglichst ausgewogenes Ergebnis zu erzielen, welches zum einen die Neueinsteiger animieren und gleichzeitig Wertschätzung für länger im Dienst Stehende sein soll“, erklärt die Gewerkschaft in einer Aussendung.

Um auf Augenhöhe miteinander sprechen zu können, sei es notwendig, dass alle Beteiligten Transparenz zeigen und konstruktive Lösungen ermöglichen.

Bezirk: Bozen

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