Bürgermeister Andrij Sadowyj spricht von "Terroranschlag"

Serie von Explosionen in westukrainischer Stadt Lwiw

Sonntag, 22. Februar 2026 | 10:07 Uhr

Von: APA/dpa/AFP/Reuters

In der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg) ist es zu zwei Explosionen gekommen, die laut Behörden mindestens eine Polizistin getötet und weitere Sicherheitskräfte verletzt haben. “Das war ein Terroranschlag”, sagte Bürgermeister Andrij Sadowyj in einem Video in seinem Telegram-Kanal. Die Zahl der Verletzten stieg den Behörden zufolge auf 24, nachdem in der Nacht zunächst von 15 die Rede gewesen war.

Die getötete Polizistin sei 23 Jahre alt gewesen, teilte auch die Nationalpolizei mit. Näheres zu den Hintergründen des Vorfalls war zunächst nicht bekannt.

Die Explosionen hatten sich kurz nach Mitternacht ereignet. Nach einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft eilten die Sicherheitskräfte zunächst wegen eines angeblichen Einbruchs zu einem Geschäft nahe der Altstadt von Lwiw. Als sie dort ankamen, sei die erste Explosion ausgelöst worden – und eine zweite dann, als kurz darauf Verstärkung eintraf. Nicht alle Opfer hätten den Anschlag überlebt, teilte die ukrainische Nationalpolizei mit. Laut Bürgermeister Sadowyj wurden auch zwei Autos beschädigt, darunter ein Streifenwagen.

Die Region Lwiw liegt im Westen der Ukraine an der polnischen Grenze. Die gleichnamige Gebietshauptstadt ist nur etwa 50 Kilometer Luftlinie vom EU-Gebiet entfernt. Dort leben auch viele Binnenflüchtlinge, die sich im russischen Angriffskrieg vor den Kämpfen im Osten der Ukraine in Sicherheit gebracht haben. Auch Lwiw ist immer wieder Ziel von russischen Raketen- und Drohnenangriffen.

Heftige Explosionen auch in Kiew

Auch die ukrainische Hauptstadt Kiew wurde von heftigen Explosionen erschüttert. Das berichteten AFP-Journalisten Sonntagfrüh. Die Militärverwaltung der Stadt löste kurz vor den Explosionen wegen der Gefahr eines feindlichen Einsatzes ballistischer Waffen Luftalarm aus.

Die örtlichen Behörden erklärten, die Luftabwehr sei gegen Drohnen aktiv, die über der Region Kiew entdeckt worden seien. Angaben über Opfer gab es zunächst nicht. Kiew ist seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine vor fast genau vier Jahren regelmäßig Ziel russischer Raketen- und Drohnenangriffe.

Russische Attacke auf Oreo-Fabrik

Unterdessen attackierte Russland laut ukrainischen Angaben eine Oreo-Keksfabrik in der Ostukraine mit einer Rakete. Es habe keine Toten gegeben, jedoch sei ein Produktionsgebäude beschädigt worden, schrieb Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X.

“Wenn russische Raketen solche Orte treffen, zielen sie nicht nur auf die Ukraine. Sie richten sich gegen amerikanische Geschäftsinteressen in Europa.” Die Anlage in Trostjanez gehört dem US-Konzern Mondelez und war bereits 2022 schwer beschädigt worden. Eine Stellungnahme von Mondelez und dem Kreml liegt zunächst nicht vor.

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