Von: importer
Im besetzten Westjordanland ist es erneut zu Gewalt gekommen. Radikale israelische Siedler haben Medienberichten zufolge Mitglieder eines US-Fernsehteams und eine palästinensische Familie dort angegriffen. Dabei seien ein Mann und eine Frau verletzt worden. Die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA berichtete, der Vorfall habe sich im Dorf Jalud südlich von Nablus ereignet. Zudem verschanzten sich Siedler in einem palästinensischen Haus im Dorf Qusra.
Mit Hinblick auf Jalud berichtete NBC News, dass mehrere Journalisten des US-Senders in dem Dorf attackiert worden seien. Die Journalisten hätten eine Familie zu ihrem Haus begleitet, das diese bereits vor längerer Zeit hatte verlassen müssen. WAFA berichtete, die Siedler hätten unter anderem die Windschutzscheibe des Fahrzeugs eingeschlagen, in dem Mitarbeiter des US-Senders NBC News unterwegs waren. “Sie sprangen heraus, schlugen uns und sprangen dann zurück ins Auto”, zitierte NBC News seinen Korrespondenten. Dieser sei zweimal am Arm getroffen und später in einer Klinik behandelt worden.
Die israelische Armee teilte dazu mit, Sicherheitskräfte seien auch in Jalud im Einsatz, “um weitere Unruhen zu verhindern und die Ordnung in der Region wiederherzustellen”. Man verurteile “alle Formen von Gewalt aufs Schärfste”.
Israelische Siedler verschanzen sich in Haus in Qusra
Darüber hinaus verschanzten sich am Samstag Dutzende israelische Randalierer in einem palästinensischen Haus im Dorf Qusra, während palästinensische Einwohner ebenfalls zugegen waren. Dies bestätigte die israelische Armee. Es habe Berichte über gewaltsame Konfrontationen gegeben, darunter Steinwürfe auf Palästinenser.
“Die Sicherheitskräfte, die am Tatort eintrafen, gingen zunächst gegen die Randalierer vor, um sie aus dem Haus zu entfernen und die Gruppen voneinander zu trennen”, hieß es in der Mitteilung der Armee. Es seien auch Fahrzeuge der israelischen Randalierer beschlagnahmt worden.
Palästinensische Medien berichteten dagegen, die Siedler seien bei den Angriffen von Soldaten geschützt worden. Mehrere Palästinenser seien durch Pfefferspray verletzt worden, den Siedler gegen sie eingesetzt hätten. Außerdem berichtete WAFA, weitere Siedler seien während des Vorfalls angerückt und hätten umliegende Felder in palästinensischem Besitz in Brand gesetzt.
Belagerung seit drei Wochen
In Qusra belagern radikale Siedler seit drei Wochen mehrere Häuser palästinensischer Einwohner. Nach Angaben von Bewohnern und Aktivisten greift die israelische Armee bisher nicht wirksam dagegen ein. Israelischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen Siedlergewalt vorzugehen oder sich sogar auf die Seite aggressiver Siedler zu stellen.
Unterdessen treibt die israelische Regierung den Ausbau von Siedlungen im Westjordanland voran. Seit ihrem Amtsantritt Ende 2022 genehmigte sie dort über 100 neue Siedlungen, wie der Sender BBC berichtete. Die Siedlungen sind nach Völkerrecht illegal und müssten laut dem Internationalen Gerichtshof so schnell wie möglich geräumt werden.
Netanyahu: Randalierer zur Rechenschaft ziehen
Zu dem neuen Vorfall in Qusra teilte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu mit, er verurteile aufs Schärfste “die kriminellen Gewalttaten, die von einer Handvoll Gesetzesbrechern verübt” worden seien. “Sie fügen der gesetzestreuen Siedlerbevölkerung großen Schaden zu, behindern die israelische Armee bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und schaden dem Ansehen Israels in der Welt.” Er erwarte von den zuständigen Behörden, dass die Randalierer so schnell wie möglich zur Rechenschaft gezogen werden.




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