Technologie gehört der Gemeinde

Smart City Meran: Temperatursensoren im Stadtgebiet installiert

Mittwoch, 28. Januar 2026 | 13:44 Uhr

Von: mk

Meran – Über 30 in Meran installierte Sensoren erfassen Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck in Echtzeit und senden die Daten an die nun auch öffentlich zugängliche Smart-City-Plattform der Stadtwerke Meran. Ziel ist es, Hitzeinseln besser zu überwachen, den Einfluss von Vegetation zu analysieren und Maßnahmen wie den gezielten Einsatz von Tausalz zu optimieren.

“Dank der Bemühungen der Stadtwerke Meran und der Abteilung ‘Smart City’ rund um Stefan Mutschlechner wurde bereits seit Jahren an der Einrichtung einer Smart-City Plattform gearbeitet. Diese überwacht in Echtzeit die öffentliche Beleuchtung, ca. 500 Wasserzähler, die Presscontainer der Stadt und die Fahrradboxen, was die Effizienz der Einsätze der Stadtwerke stark gesteigert hat. Die letzte Implementation, jene der live-Temperaturen an über 30 Standorten, ist ein weiterer Schritt in Richtung einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Stadtentwicklung”, betont Bürgermeisterin Katharina Zeller. Transparenz und Bürgernähe sind uns dabei besonders wichtig – deshalb stellen wir nun die Informationen allen Interessierten zur Verfügung“, betonte Bürgermeisterin Katharina Zeller.

“In vielen urbanen Räumen entstehen sogenannte Hitzeinseln, also Bereiche, in denen die Temperaturen deutlich höher sind als im Umland. Diese lokalen Unterschiede beeinflussen nicht nur das Wohlbefinden der Bevölkerung, sondern können auch Auswirkungen auf Gesundheit, Energieverbrauch und städtische Infrastruktur haben. Durch die neuen Temperatursensoren erhält die Gemeinde nun präzise, standortbezogene und kontinuierlich aktualisierte Daten. Diese Informationen ermöglichen es uns:

  • Hitzeinseln im Stadtgebiet besser zu identifizieren und zu verstehen;
  • gezielte klimatische und stadtplanerische Maßnahmen zu entwickeln, wie z. B. Begrünungsprojekte, Beschattungskonzepte oder kühlende Oberflächen;
  • in besonders betroffenen Zonen schneller und effizienter zu reagieren;
  • langfristig eine nachhaltige, gesundheitsfördernde und lebenswerte Stadtentwicklung voranzutreiben.

Die gewonnenen Daten fließen direkt in künftige Planungsprozesse ein und unterstützen Meran dabei, die Herausforderungen des Klimawandels aktiv und vorausschauend zu gestalten”, erklärte Umweltreferentin Antonella Costanzo.

Die aktuellen Temperaturen, aber auch die Temperaturverläufe über mehrere Tage können unter https://swmeran.it/de/dienstleistungen/smart-city eingesehen und verglichen werden.

Alle Funktionen der Plattform sind open-source, das heißt: Die Technologie gehört der Gemeinde und es werden keine Lizenzkosten fällig. Jüngst wurde die Plattform auf der SFCON, einer internationalen Konferenz für Open-Source Software, vorgestellt und auch andere Südtiroler Gemeinden zeigten Interesse an der Technologie. Die Weiterentwicklung hausinterner Software-Tools ist für die Bewältigung der immer größeren Datenmengen und für eine intelligente Organisation der Instandhaltung unerlässlich. Weniger Personal und wachsende Aufgabengebiete fordern einmal mehr eine Smart-City und die Stadtwerke Meran arbeiten zusammen mit der Stadtverwaltung daran, den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein”, erklärte Stefan Mutschlechner.

„Merano Smart & Resilient City 2030 ist weder ein Slogan noch eine Ansammlung leerer Worte, sondern steht konkret für eine innovative Art und Weise, die Komplexität des Territoriums anhand von Daten zu verwalten. Eine wirklich intelligente Stadt ist eine Stadt, die funktioniert, weil sie in der Lage ist, konkret und effektiv auf die Bedürfnisse der Bürger reagieren. Um die Komplexität des Territoriums zu verwalten, sind Daten das grundlegende Element: Sie müssen systematisch gesammelt, analysiert und verarbeitet werden. Data-driven decision making – datengestützte Entscheidungsprozesse – ist ein Modell, das auf einer objektiven Analyse basiert, wodurch der Einfluss von Vorurteilen und persönlichen Emotionen reduziert wird und die Verwaltung bewusster und verantwortungsvoller handeln kann. Nur mit zuverlässigen, aktuellen und zugänglichen Informationen ist es möglich, die tatsächlichen Bedürfnisse der Stadt gründlich zu verstehen und die entsprechenden Entscheidungen zu treffen. Die Implementierung dieser Sensoren ist daher ein wichtiger Schritt hin zu einem intelligenteren Meran: bewusster, widerstandsfähiger und in der Lage, seine Entwicklung auf der Grundlage objektiver und in Echtzeit aktualisierter Informationen zu planen”, betonte der Stadtrat für Innovation und Smart City Daniele Di Lucrezia.

“Die Veröffentlichung dieser Daten bedeutet eine Verbesserung der Qualität der Stadtpolitik – von der Verwaltung von Grünflächen und öffentlichen Räumen über die Mobilität bis hin zur Anpassung an den Klimawandel – und den Aufbau eines digitalen Ökosystems der Gemeinde im Dienste der Verwaltung, vor allem aber der Bürgerinnen und Bürger, im Zeichen von Transparenz, Innovation und öffentlichem Interesse. Über öffentliche, zuverlässige und zugängliche Daten zu verfügen, bedeutet, intelligent zu planen und die Qualität der Stadtpolitik zu verbessern, von der Verwaltung von Grünflächen und öffentlichen Räumen über die Mobilität bis hin zur Anpassung an den Klimawandel. Unser Ziel ist es, ein digitales Ökosystem für die Gemeinde aufzubauen, das im Zeichen der Transparenz, Innovation und des öffentlichen Interesses sowohl der Verwaltung als auch den Bürgerinnen und Bürgern dient: In diese Richtung geht daher die Entscheidung, die dank der wertvollen Arbeit der Stadtwerke und insbesondere von Stefan Mutschlechner auf der Plattform gesammelten Daten den Bürgerinnen und Bürgern zugänglich zu machen“, so Di Lucrezia.

Auch der Präsident der Stadtwerke, Giorgio Balzarini, zeigte sich zufrieden über die Einführung dieses neuen Überwachungssystems. „Unser Wunsch ist es natürlich, das Smart-City-Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Meran fortzusetzen, weiter auszubauen und immer besser zu strukturieren, um unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern immer effizientere Dienstleistungen anbieten zu können“, bekräftigte Balzarini.

“Die Installation der Temperatursensoren erfolgte im Rahmen des EU-Projektes JUSTNature. Meran ist nämlich eines von sieben europäischen „City Practice Labs“ im Horizon2020 Projekt JUSTNature. Das Projekt mit über 20 Partnern in ganz Europa läuft bis 2026 und möchte verschiedene naturbasierte Lösungen testen und entwickeln. Ziel ist es, ökologisch hochwertige Grünflächen mit großer Biodiversität zu schaffen, die dabei helfen, die Folgen des Klimawandels, wie Hitze und Starkregen, in Städten abzufedern sowie einen gerechten Zugang zu hochwertigem Grün für alle Bevölkerungsschichten zu gewährleisten”, so Projekt-Koordinatorin Ruth Lochmann.

Bezirk: Burggrafenamt

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