Von: mk
Bozen – Die Süd-Tiroler Freiheit übt scharfe Kritik an der vom Land gewählten Bezeichnung für das neue Pilotprojekt „Südtirol Alto Adige Ranger“. Der Landtagsabgeordnete Sven Knoll hat dazu eine Anfrage an die Landesregierung eingereicht und will wissen, was man sich „bei dieser sprachlichen Absurdität“ gedacht habe und ob man erwäge, den „Ranger“ durch den bodenständigen Begriff „Saltner“ auszutauschen.
„Südtirol Alto Adige Ranger“ ist für Knoll ein Musterbeispiel dafür, wie man Sprache verhunzt: Der deutsche Landesname Südtirol werde mit dem faschistisch aufgeladenen Begriff „Alto Adige“ vermischt, dazu komme der englische Begriff „Ranger“, der der Bevölkerung kaum geläufig sei und der dann auch noch unnötig zu „Rangerinnen und Ranger“ gegendert werde. „Das ist Sprachverhunzung hoch drei!“, bringt es Knoll auf den Punkt.
Kritik an der Bezeichnung, nicht am Pilotprojekt an sich
Die Süd-Tiroler Freiheit stellt klar, dass es bei der Kritik an der Bezeichnung nicht um die Tätigkeit der im Rahmen des Pilotprojekts eingesetzten Personen gehe, die in der Sommersaison 2026 an vielbesuchten Orten für das richtige Verhalten in der Natur sensibilisieren sollen. „Es geht um die politische und sprachliche Botschaft, die mit einer solchen Bezeichnung ausgesendet wird“, so die Bewegung. Gerade in Südtirol, wo Sprache immer auch Identität, Geschichte und Minderheitenschutz betrifft, dürfe das Land nicht leichtfertig mit dem „imperialistischen und manipulativen Propagandabegriff ‚Alto Adige‘“ um sich schmeißen.
Sven Knoll kritisiert insbesondere, dass den Südtirolern „Alto Adige“ zunehmend auch in deutscher Sprache vorgesetzt werde. Er erklärt: „Genau dies sind die Früchte der sogenannten Autonomiereform. Mit dieser wurde der faschistische Fake-Name ‚Alto Adige‘ als Teilbezeichnung für die Region auch in deutscher Sprache eingeführt, und nun wuchert er auch in den deutschen Kontext, wo das Land Südtirol gemeint ist, immer weiter hinein! Dies hat mit moderner Mehrsprachigkeit nichts zu tun, sondern ist Ausdruck von Sprachimperialismus, kultureller Nötigung gegenüber den Südtirolern und Anbiederung an einen Zeitgeist, der die Kulturverbrechen des Faschismus unter dem Denkmantel der sprachlichen Vielfalt relativiert!“
Unverständlich sei auch, warum das Land statt „Rangerinnen und Ranger“ nicht einfach einen klaren deutschen Begriff gewählt hat. Knoll führt aus: „Gerade in Tirol würde sich ein passendes Wort anbieten: Der Saltner – von lateinisch saltus ‚Waldung‘ – bezeichnet traditionell den Waldaufseher oder Flurhüter; ihm entsprechen in Welsch-Tirol die Formen sautàr bzw. saltàr und in Venetien saltaro, jeweils im Sinne von ‚guardia campestre‘ bzw. ‚guardia boschiva‘, die allesamt auf lateinisch saltuarius ‚Waldaufseher, Forstverwalter‘ zurückgehen. Doch statt auf historisch überlieferte und somit authentische Begriffe zurückzugreifen, entscheidet man sich für ein deutsch-italienisch-englisches Sprachmischmasch mit faschistisch belastetem Bestandteil, das weder identitätsstiftend noch bürgernah ist!“, kritisiert Knoll.
Die Süd-Tiroler Freiheit fordert die Landesregierung daher auf, die Bezeichnung „Südtirol Alto Adige Ranger“ zurückzunehmen und schlägt stattdessen die bodenständige Bezeichnung „Südtiroler Saltner“ / „Saltari Sudtirolesi“ vor. Knoll abschließend: „Südtirol braucht keinen gemischtsprachig verrenkten und ideologisch infiltrierten Begriff ‚Südtirol Alto Adige Ranger‘, sondern Respekt vor der eigenen Geschichte, Sprache und Authentizität. Ein Land, das Begriffe wie ‚(Süd-)Tirol‘ und ‚Saltner‘ hervorgebracht hat und dafür auch genaue italienische Entsprechungen kennt, muss sich nicht eines englisch-faschistischen Mischmaschs bedienen.“




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