Hüpfspiele und Kräutergarten sollen das Viertel beleben

Steinach verwandelt sich

Mittwoch, 09. Mai 2018 | 17:40 Uhr

Meran – Das EU-Projekt Metamorphosis, an dem sich Meran mit weiteren fünf europäischen Städten beteiligt, nimmt in der Stadt langsam Gestalt an: Erste Betätigungsfelder sind die Stadtviertel Obermais und Steinach, wo nun konkrete Maßnahmen für eine kindergerechtere Gestaltung des öffentlichen Raumes angedacht werden. In Obermais will das Meraner Metamorphosis-Team die Problematik des wilden Parkens am Brunnenplatz in Angriff nehmen, in Steinach sind Hüpfspiele in der Passeirer Gasse und ein Gemeinschaftsgarten am Steinachplatz geplant. Der Stadtviertelrat des Viertels Steinach hat nach der gestrigen Stadtviertelversammlung grünes Licht für diese Vorhaben gegeben, die mit EU-Gelder finanziert werden.

Das verwinkelte Steinachviertel mit seinen engen Gassen ist für Fußgänger und Radfahrer eine wichtige Verbindungsstrecke zwischen Obermais und der Stadtmitte. Kindern bietet es derzeit keine besonderen Anziehungspunkte, ein Kinderspielplatz fehlt im Viertel. Auf die Pflasterung aufgemalte Hüpfspiele wie Himmel und Hölle sollen die Passeirer Gasse nun für Kinder attraktiver machen. Der Vorschlag stammt aus dem Viertel selbst. “Mein Grundgedanke war, dass man den Kindern, die durch die Gasse gehen, kurze, spontane Auszeiten anbietet”, sagt Zita Pichler, Mitglied des Stadtviertelrates. Dieser Ansatz deckt sich voll und ganz mit den Zielen des Metamorphosis-Projekts, mit dem die EU unter anderem Anreize für die fußgänger- und kinderfreundliche Belebung des öffentlichen Raumes schaffen will.

Am Steinachplatz soll ein gemeinschaftlicher Kräutergarten entstehen: als Treffpunkt für die Stadtviertelbewohner und als Beitrag zur Begrünung der Altstadt. Dazu sollen die alten Wasserrutschen, die derzeit ungenutzt auf einem Gelände der Meranarena lagern, nach Steinach heimgeholt werden. Sie sollen als Behälter für die Kräuterbeete dienen, die Pflanzenerde steuert die Stadtgärtnerei bei. Verwaltet und gepflegt wird die kleine Anlage dann von den Bewohnern selbst. Der Stadtviertelrat überlegt, in dieses Projekt auch das Seniorenwohnheim Seisenegg einzubinden, das direkt am Steinachplatz liegt.

Für Stadträtin Madeleine Rohrer sind die Steinacher Projekte ein gelungenes Beispiel für Partizipation bei der Umgestaltung öffentlichen Raumes: “Dank Metamorphosis können wir mit EU-Geldern lebensnahe, von den Bürgern selbst angeregte Vorhaben umsetzen, die den städtischen Raum aufwerten.”

Das dreijährige EU-Projekt Metamorphosis (www.metamorphosis-project.eu) verfolgt das Ziel, den urbanen Raum aus Kindersicht positiv zu verändern, den städtischen Verkehr zu beruhigen und die Stadtviertel als Lebensräume aufzuwerten. Neben Meran beteiligen sich daran Zürich, München, die britische Stadt Southampton, Alba Julia (Rumänien) und Tilburg (Niederlande) sowie das Bozner Ökoinstitut und weitere Forschungseinrichtungen und Studienzentren in Europa. In Meran hat die Gemeinde ein vierköpfiges Team mit der Umsetzung betraut.

Von: mk

Bezirk: Burggrafenamt

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