Erinnerung an Widerstandskämpfer Decio Egisto Fratini

“Stolperstein” in Bozen wieder aufgetaucht

Dienstag, 16. Juni 2026 | 18:20 Uhr

Von: mk

Bozen – Der 2024 in der Bozner Siemensstraße verlegte und kürzlich verschwundene Stolperstein, der an den von den Nationalsozialisten deportierten Widerstandskämpfer Decio Egisto Fratini erinnerte, wurde unversehrt wiedergefunden. Der Stein war bei Straßenbauarbeiten versehentlich entfernt worden. Fratini war einst in führender Position bei den Bozner CEDA-Werken beschäftigt. Dort, wo vormals der Fabrikeingang befand, wurde später der Stolperstein verlegt, der den Namen Fratinis trägt.

Die Straßenarbeiten wurden im Auftrag eines vor Ort angesiedelten Betriebs von einem Drittunternehmen durchgeführt. Der Vorfall hatte in der Öffentlichkeit und in den lokalen Medien hohe Wellen geschlagen und für Bestürzung gesorgt, da man zunächst davon ausging, dass möglicherweise auch andere Gründe in Frage kommen könnten als diejenigen, die sich später als zutreffend erwiesen.

Das Straßenbauunternehmen konnte den Stolperstein mittlerweile ausfindig machen und in Sicherheit bringen. Er ist in einem einwandfreien Zustand.

„Wir als Stadt nehmen dieses Thema sehr ernst. Damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt, habe ich mit Bürgermeister Corrarati vereinbart, dass wir die vorhandene Übersichtskarte mit den „Orten der Erinnerung“, in der auch die Standorte der Stolpersteine angeführt sind, noch besser bekanntmachen und sie an die verschiedenen Verwaltungsstellen weiterleiten wollen, damit die Stolpersteine bei der Planung und Durchführung künftiger Straßenbauarbeiten berücksichtigt werden können“, erklärte Bozens Vermögensstadtrat Claudio Della Ratta.

Erleichtert über den guten Ausgang dieses Falls zeigte sich auch Bozens Bürgermeister Claudio Corrarati. Der Stolperstein sei ein wichtiges Symbol der Erinnerung für die Stadt und darüber hinaus.

Der Stolperstein wird nach Abschluss der Arbeiten und nach Anbringung des neuen Bodenbelags wieder an seinen ursprünglichen Standort zurückgebracht und vor Ort in den Boden eingelassen. Bis zum Abschluss der Arbeiten in rund drei Monaten wird er im Bozner Stadtarchiv in geeigneter Umgebung aufbewahrt.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen