Effizienz regionaler Gesundheitssysteme in Italien untersucht

Studie: Der Südtiroler Sanitätsbetrieb hat sich weiter verbessert

Mittwoch, 06. Juni 2018 | 17:28 Uhr

Bozen – Das Institut für Management der Hochschule Sant’Anna in Pisa beurteilt alljährlich das Leistungsvermögen und die Effizienz regionaler Gesundheitssysteme in Italien. Die am vergangenen Freitag vorgestellten Ergebnisse für 2017 sind für den Südtiroler Sanitätsbetrieb erfreulich: Bei nahezu 50 Prozent der angewandten Indikatoren konnten Verbesserungen erreicht werden.

Zu den absoluten Stärken des Südtiroler Sanitätsbetriebes gehören laut der Analyse des Instituts für Management der Hochschule Sant’Anna onkologischen Vorsorgeuntersuchungen und die Versorgung von Krebspatienten. In diesem Bereich ist Südtirol italienweit absolute Spitze, wie Gesundheitsexpertin und Chronic Care-Verantwortliche im Südtiroler Sanitätsbetrieb, Isabella Mastrobuono betont, die für den Südtiroler Sanitätsbetrieb bei der Vorstellung der Ergebnisse in Venedig mit dabei war.

Exzellent beurteilt wurden bei der Analyse des Südtiroler Sanitätsbetriebes auch die Indikatoren „Diagnostische Angemessenheit“, „Effizienz bei Medikamentenverschreibung“, „Finanzwirtschaftliches Gleichgewicht“, „Qualität der Prozesse“, „Mutter-Kind-Betreuung“ sowie „Angemessenheit der verschriebenen Diagnostik“.

Insgesamt erhielt der Südtiroler Sanitätsbetrieb bei über 47 Prozent der Indikatoren 2017 eine bessere Bewertung als im Jahr zuvor. Bei knapp 17 Prozent blieben die Werte stabil.

Die Analyse der Hochschule Sant’Anna zeigt aber auch die Schwächen der verschiedenen Gesundheitssysteme auf. Ein „Sorgenkind“ des Südtiroler Sanitätsbetriebes tritt alljährlich durch diese Studie hervor: die Durchimpfungsrate, die im Vergleich zum restlichen Italien in Südtirol weiterhin unter dem Durchschnitt bleibt. Auch die Gesundheitskosten pro Kopf sind in Südtirol höher als im restlichen Italien. Dies ist aber vor allem auf die höheren Personalkosten aufgrund des zweisprachigen Ärzte- und Pflegepersonals, die kapillare Struktur mit sieben Spitälern und den 20 Sprengelsitzen in Wohnortnähe sowie auf die technische Ausstattung und die hohe Qualität der Dienste zurückzuführen. Also allesamt für Patienten und Patientinnen sehr positive Gründe.

SABES-Gesundheitsexpertin Isabella Mastrobuono: „Dieser Informationsaustausch und der Vergleich zwischen den beteiligten Regionen ist sehr wichtig. Wir können alle voneinander lernen und uns dadurch noch weiter verbessern. Auch wenn Südtirol bei vielen Indikatoren vorne mit dabei ist – bei manchen sogar italienweit Spitze – können noch Bereiche optimiert werden.“

SABES-Generaldirektor Thomas Schael: „Ich bin sehr stolz darauf, dass Südtirol unter den 12 Regionen und autonomen Provinzen, die an dem Benchmark-Projekt „Bersaglio ” teilnehmen, bezogen auf die Wartezeiten für einen krebschirurgischen Eingriff, an erster Stelle steht. Sowohl bei der Bewertung der Qualität der onkologischen Versorgungswege als auch bei der Schnelligkeit des Zugangs zur Palliativversorgung steht Südtirol ebenfalls ganz vorne.“

In diesem Zusammenhang ist auch das Portal www.sabes.it/krebsinfo zu nennen, das seit einiger Zeit aktiv ist. Dank dieses Portals erhalten Krebspatienten und ihre Familien Informationen, die den Umgang mit der Krankheit erleichtern und helfen, sich den Herausforderungen zu stellen, die eine derartige Diagnose mit sich bringt. Ziel ist es, den Nutzern zuverlässige und wissenschaftlich abgesicherte Informationen zu bieten.

„Dieses Portal ist ein weiterer Schritt in Richtung digitale Patientenbetreuung“, betont Generaldirektor Thomas Schael, „Patientinnen und Patienten erhalten detaillierte Informationen von Fachleuten und können die verschiedenen Behandlungsschritte besser verfolgen. Sie werden aber auch darüber informiert, welche zusätzlichen Leistungen angeboten werden.“

Die Teilnahme an der von der Hochschule Sant’Anna durchgeführten Analyse ist freiwillig. Südtirol ist seit dem Jahr 2010 dabei. Daneben beteiligen sich noch die Provinz Trient sowie die Regionen Basilikata, Kalabrien, Friaul-Julisch Venezien, Lombardei, Marchen, Apulien, Toskana, Umbrien und Veneto.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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9 Kommentare auf "Studie: Der Südtiroler Sanitätsbetrieb hat sich weiter verbessert"


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Obelix
Obelix
Superredner
16 Tage 20 h

Warum werden dann die Wartelisten immer länger? Die Ärzte ohne Dolmetscher unverständlich, das Informatiksystem zum Gotterbarmen? Ach hört doch auf dem Bürger einen solchen Blödsinn vorzulügen, es glaubt euch ja eh keiner nix mehr. Wahlen stehen an, also wird wieder schöngefärbt.

Orschgeige
Orschgeige
Superredner
16 Tage 20 h

Mir sein mir, bessa als die Stier!
Diese abgedroschenen Selbstlob-Klischees sind nicht mehr auszuhalten!

Orschgeige
Orschgeige
Superredner
16 Tage 20 h

Vergleicht mal unser Gesundheitssystem mit denen in Österreich, Deutschland oder in der Schweiz. Ein Vergleich mit Regionen wie Sizilien, Kalabrien, Apulien oder Kampanien, ist doch reine Augenauswischerei!   

Paul
Paul
Universalgelehrter
16 Tage 20 h

ja ja und die SVP. die beste Landesregierung die Südtirol bis dato hatte …hoffendlich kommt es ab den Herbst noch besser

Nuigierigo
Nuigierigo
Neuling
16 Tage 18 h

Supo, lei wenn an normal Sterblicho irgnd an Schmerz hot, konna den Monate “genießen” bis dassa an Termin krieg, lei amol unzischaugn, für a Behondlung redmo gor et.
Obo die Stars kenn sichs wo leistn sich privat behondl zi lossn. Bravo Scheel und Co

fritzol
fritzol
Superredner
16 Tage 19 h

bla bla bla die verarschung der südtiroler geht in die nächste runde. bravo svp

werner66
werner66
Superredner
16 Tage 18 h

Jedes Jahr gibt es Jubel- Meldungen wie gut der Sanitätsbetrieb ist.
47% wurden also besser, 17% blieben stabil….
aber was ist mit den restlichen 36%?
Die gehen unaufhaltsam den Bach runter, oder wie?
Was gibt es da zu jubeln, wenn sich ein Drittel des Betriebes verschlechtert hat?

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
16 Tage 7 h

Selbstlob s t i n k t ,und das gewaltig!!!😡

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
13 Tage 21 h

Wir sind immer und überall die Besten

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