Freiheitliche kritisieren Abstand zu Europa-Trend

Südtiroler Bauwirtschaft droht abzurutschen

Dienstag, 17. Februar 2026 | 10:46 Uhr

Von: Ivd

Bozen – Für die europäische Bauwirtschaft zeichnet sich in den kommenden Jahren eine positive Entwicklung ab. Laut einer aktuellen Studie des europäischen Forschungsnetzwerks Euroconstruct wird in vielen Regionen ein deutlicher Aufschwung erwartet. In Südtirol hingegen rechnen die Betriebe für 2026 und 2027 lediglich mit einer moderaten Stabilisierung beziehungsweise einem leichten Umsatzplus.

Der Generalsekretär der Freiheitlichen und Handwerker, Dietmar Zwerger, sieht darin Anlass zur Sorge. Nach drei schwierigen Jahren – insbesondere nach einem schwachen Jahr 2024 mit starkem Auftragsrückgang und steigenden Kosten – habe es 2025 zwar erste Erholungstendenzen gegeben. Diese reichten jedoch nicht aus, um mit der europaweiten Dynamik Schritt zu halten.

Zwerger verweist auf die Struktur der Branche in Südtirol, die überwiegend aus kleinen und mittleren, vielfach familiengeführten Betrieben besteht. Diese Unternehmen seien ein wichtiger Faktor für Beschäftigung und regionale Wertschöpfung. Insgesamt zählt die Bauwirtschaft im Land rund 7.500 Betriebe mit etwa 18.000 Arbeitsplätzen.

Um den Anschluss an den europäischen Trend nicht zu verlieren, fordert Zwerger gezielte Förderprogramme für Klein- und Mittelbetriebe, Erleichterungen bei Investitionen sowie eine stärkere Digitalisierung. Zudem spricht er sich für einen konsequenten Bürokratieabbau und beschleunigte Genehmigungsverfahren aus. Auch eine stärkere Berücksichtigung regionaler Betriebe bei öffentlichen Aufträgen sei aus seiner Sicht notwendig.

Ob und in welchem Ausmaß Südtirol in den kommenden Jahren vom prognostizierten europäischen Aufschwung profitieren kann, wird maßgeblich von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und politischen Entscheidungen abhängen.

 

Bezirk: Bozen

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