„Zusammenarbeit der Volksgruppen in Mitteleuropa“

Tagung der EFA in Klagenfurt

Montag, 14. März 2022 | 16:25 Uhr

Klagenfurt – Am vergangenen Wochenende fand in Klagenfurt ein Treffen der Mitteleuropa-Gruppe der Europäischen Freien Allianz (EFA) statt. Als Vertreter der Süd-Tiroler Freiheit nahmen der Landtagsabgeordnete Sven Knoll sowie der Vorsitzende der Mitteleuropa-Gruppe Cristian Kollmann teil. Bei der Zusammenkunft ging es darum, die Zusammenarbeit zwischen den Volksgruppen und Minderheiten in Mitteleuropa zu intensivieren. Im Vordergrund standen dabei das Selbstbestimmungsrecht der Völker, der Krieg in der Ukraine sowie die Bedeutung des muttersprachlichen Unterrichts am Beispiel der Kärntner Slowenen.

In Europa gibt es mehr Minderheitenregionen als Nationalstaaten. Diese Vielfalt macht den kulturellen Reichtum Europas aus. „In Zeiten der Krise sind diese Minderheiten aber stets die ersten Opfer. Gerade in der Corona-Krise wurde deutlich, dass Europa noch immer im nationalstaatlichen Denken verharrt. Auf die besonderen Bedürfnisse der grenzüberschreitenden Realitäten der Volksgruppen in Minderheitengebieten wurde schlichtweg erneut keine Rücksicht genommen. Umso wichtiger ist es daher, dass diese Volksgruppen zusammenarbeiten, um sich gemeinsam Sichtbarkeit und Gehör zu verschaffen“, erklärt die Süd-Tiroler Freiheit.

Der Krieg in der Ukraine mache deutlich, wie wichtig das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist, um Konflikte friedlich zu lösen. In einer gemeinsamen Resolution haben die Vertreter der Mitteleuropa-Gruppe den Krieg in der Ukraine verurteilt und das Recht eines jeden Volkes unterstrichen, selbst über die eigene Zugehörigkeit zu entscheiden. Mit großer Sorge werden in diesem Zusammenhang die Folgen für die ethnischen Minderheiten im Kriegsgebiet beobachtet. Es gilt sicherzustellen, dass deren Rechte gewahrt bleiben und dass die kriegerischen Auseinandersetzungen nicht als Rechtfertigung und Gelegenheit für Vertreibungen missbraucht werden, wie dies leider so oft in der Geschichte bereits geschehen ist.

Auf Initiative der Kärntner Slowenen wurde ein Antrag zur Stärkung des Unterrichts in slowenischer Muttersprache in Südkärnten ausgearbeitet, der bei der nächsten EFA-Generalversammlung zur Abstimmung gebracht wird. Muttersprachlicher Unterricht sei für jede Minderheit eine Überlebensfrage, weshalb es diese Grundsäule des Minderheitenschutzes auszubauen und zu schützen gilt, hieß es.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare
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Diogenes
Diogenes
Tratscher
2 Monate 11 Tage

Die EU hat ihre Minderheiten bisher sträflich vernachlässigt und ist nun dringend aufgefordert, den vielen Völkern in Europa endlich mehr Gewicht und Einflussnahme einzuräumen. Die Nationalstaaten spiegeln nie die Realität wider, sind sie doch durch künstlich/ willkürlich gezogene Grenzen entstanden und brachten und bringen nur Ungerechtigkeit und Leid auf dem Kontinent mit sich. 

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