Von: mk
Brixen – Mit scharfen Worten kritisiert der Team-K-Abgeordnete Franz Ploner die Nacht- und Nebelaktion am vergangenen Freitag, bei der der Brixner Auwald binnen eines Tages zerstört worden ist. Dass Abteilungsdirektor Florian Zerzer trotz der anstehenden Brutzeiten die Schlägerung der Bäume im Auwald freigegeben habe, ist für Ploner unfassbar und „grenzt an einen Aprilscherz“, wie er in einer Pressemitteilung erklärt.
Das Eiltempo, mit dem die Landesregierung und Verwaltung bei der Rodung dieses einzigartigen Naturjuwels vorgegangen seien, bezeichnet Ploner indessen als beeindruckend. „Binnen einer Woche wurden hier zwischen dem Beschluss der Landesregierung, der Veröffentlichung im Amtsblatt der Region und der Rodungsermächtigung krude Tatsachen geschaffen und ein Jahrhundert lang gewachsene Naturlandschaft ausgelöscht. Es klingt nur nach Hohn, wenn die Verwaltung argumentiert, die Rekursfrist von 60 Tagen bleibe aufrecht und eventuell könne man Wiederherstellungsmaßnahmen treffen. Wo, bitte, sollen denn die gefällten Bäume im Ausmaß von über vier Meter und gesund wieder hergezaubert werden?“, fragt ein erboster Franz Ploner.
Für ihn sei dies nicht nur ein Willkürakt von Landesregierung und Beamten, sondern auch ein Für-dumm-Verkaufen vieler Bürgerinnen und Bürger, die seit Bekanntwerden des Vorhabens der Firma Progress jahrelang um den Erhalt des Auwaldes gekämpft hätten.
Hart ins Gericht geht der Team-K-Abgeordnete auch mit der Brixner Gemeindeverwaltung. „Bürgermeister Andreas Jungmann führt in einer Stellungnahme halbherzig den Hochwasserschutz für die Industriezone Brixen an, der die Abholzung des Auwaldes laut ihm rechtfertigte. Dass er die Diskussion um das umstrittene Projekt satt habe, ändert nichts an der Tatsache, dass die Forstbehörde über die Schlägerung nicht im Vorfeld informiert worden war, ebenso wie die gebetsmühlenartige Wiederholung einer transparenten Abwicklung des Ganzen. Tatsache ist: Die Progress-Manager haben hier gute Arbeit geleistet, indem sie das Vorhaben in Windeseile vorangetrieben und damit Landesregierung und Landesverwaltung hoffentlich eine nachahmenswerte Steilvorlage geliefert haben, wie diese in Zukunft auch etwa bei Pflegeeinstufungen und Ähnlichem vorgehen könnte, ohne betroffene Bürger monatelang auf einen Bescheid hängen zu lassen“, erklärt Franz Ploner vom Team K.




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