"Lohnerhöhungen ja – Kostenabwälzung nein"

Team K fordert Überarbeitung der Finanzierung von Seniorenwohnheimen

Dienstag, 07. April 2026 | 10:50 Uhr

Von: luk

Bozen – Die Landtagsabgeordneten des Team K schlagen Alarm: “Die Tariferhöhungen der letzten Jahre in Südtirols Seniorenwohnheimen bringen viele ältere Menschen und ihre Familien an die Belastungsgrenze. Grund dafür ist die derzeitige Finanzierungsstruktur, die dazu führt, dass ein Teil der gestiegenen Personalkosten über höhere Tagessätze – also direkt über die Heimbewohnerinnen und Heimbewohner – finanziert wird.” Maria Elisabeth Rieder reagiert auf die stark steigenden Tagessätze in den Südtiroler Seniorenwohnheimen und hat im Landtag einen Beschlussantrag eingebracht, in dem sie verlangt, kollektivvertragliche und inflationsbedingte Personalkostensteigerungen zukünftig vollständig durch öffentliche Mittel zu finanzieren.

Im Dezember 2024 wurden die Finanzierungsparameter der Seniorenwohnheime neu festgelegt. Das Land übernimmt rund 90 Prozent der Mehrkosten, etwa zehn Prozent bleiben bei den Einrichtungen. “Was auf dem Papier nach einer Entlastung aussieht, führt in der Praxis zum Gegenteil: Diese zehn Prozent werden von den Einrichtugen über höhere Tagessätze finanziert – und damit direkt an die Bewohnerinnen und Bewohner sowie ihre Familien weitergereicht. Die Folge: Pflege wird teurer – und zwar deutlich stärker als die Inflation. Am Beispiel des Bürgerheims „ÖBPB zum Hl. Geist“ in Brixen zeigt sich die Entwicklung deutlich: Der Tagessatz für ein Einzelzimmer stieg von 62,73 Euro im Jahr 2024 auf 77,90 Euro im Jahr 2026 – ein Plus von über 24 Prozent.”

„Für viele Heimbewohnerinnen und Heimbewohner – und insbesondere für ihre Angehörigen – bedeutet das Mehrkosten von mehreren tausend Euro pro Jahr innerhalb kurzer Zeit. Für viele Familien wird der Heimaufenthalt zur finanziellen Dauerbelastung. Diese Entwicklung ist nicht tragbar“, so Maria Elisabeth Rieder. „Es ist wichtig und richtig, dass Lohnerhöhungen für das Pflegepersonal gemacht werden. Aber es ist falsch, diese Kosten über die Tagessätze an die Betroffenen abzuschieben. Gerade pflegebedürftige Menschen haben keine Alternative, und auch Angehörige sind oft verpflichtet, die steigenden Kosten mitzutragen. Der Fehler liegt hier klar im System.“

Mit ihrem Beschlussantrag fordert Maria Elisabeth Rieder daher, die bestehende Finanzierungsstruktur der Seniorenwohnheime zu überprüfen und so anzupassen, dass der von den Einrichtungen zu tragende Kostenanteil nicht mehr über den Tagessatz und damit nicht zulasten der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner sowie deren Angehörigen finanziert wird. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass Personalkostensteigerungen im Pflege- und Betreuungsbereich künftig vollständig durch öffentliche Mittel – insbesondere über den Einheitsbetrag des Landes – gedeckt und nicht über den Tagessatz weitergegeben werden.

Auch der Verband der Seniorenwohnheime Südtirols und Vertreter verschiedener Rentnergewerkschaften schlagen Alarm und die Kritik des Verbraucherschutzvereins Robin bestätigt die Einschätzung der Team K Abgeordneten Maria Elisabeth Rieder: „Wenn selbst Einrichtungen, Interessenvertretungen und der Verbraucherschutz Alarm schlagen, kann die Politik nicht länger wegsehen. Wenn Pflegekosten schneller steigen als Einkommen und Renten, läuft etwas grundlegend falsch – die öffentliche Hand muss hier klar gegensteuern, im Interesse der Betroffenen.“

Bezirk: Bozen

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