Von: luk
Bozen – Versprochen wurde Entlastung, geliefert wurde Stillstand. Seit Jahren betont die Südtiroler Landesregierung die Bedeutung des Ehrenamts und verspricht Bürokratieabbau. Doch im Alltag vieler Vereine ist davon wenig zu spüren. Das schreibt das Team K in einer Aussendung. Auch 2026 würden Ehrenamtliche von wachsenden Meldepflichten, rechtlicher Unsicherheit und immer neuen Hürden berichten.
“Das im Juli 2025 beschlossene Ehrenamtsgesetz wurde als Wendepunkt angekündigt. Mit dem Landesverzeichnis sollte eine unbürokratische Alternative zum staatlichen RUNTS geschaffen werden. Monate später ist das Register jedoch nur eingeschränkt nutzbar, zentrale Fragen sind offen und statt Vereinfachung herrscht neue Unsicherheit. Was wir erleben, ist Bürokratieabbau auf dem Papier und Verwaltungsrealität auf dem Rücken der Ehrenamtlichen. Vereine werden gelobt, aber im Alltag alleingelassen. Wer heute einen Verein führt, braucht mehr juristische Ausdauer als Unterstützung. So verspielt Politik Vertrauen“, sagt Alex Ploner vom Team K.
“Während die Landesregierung auf laufende Arbeiten verweist, verlieren Ehrenamtliche Zeit mit Formularen, Plattformen und unklaren Zuständigkeiten. Selbst Zusagen wie die Klärung aller offenen Fragen bis Ende 2025 wurden nicht eingehalten. Die vielbeschworene Digitalisierung hat die Bürokratie nicht reduziert, sondern vielfach nur verlagert. Auch im Landtag wurde eingeräumt, dass das Ehrenamtsgesetz nur ein Anfang sei. Genau hier liegt das Problem: Ehrenamt braucht keine weiteren Ankündigungen, sondern spürbare Entlastung”, heißt es weiter.
“Ehrenamt funktioniert nicht nach der Logik von Amtsstuben. Wer freiwillig Verantwortung übernimmt, darf nicht an Formularen ersticken. Bleibt echte Vereinfachung aus, trägt die Landesregierung die Mitverantwortung für den schleichenden Verlust des Ehrenamts und der Demotivation, an leitender Stelle im Ehrenamt tätig zu sein”, so Alex Ploner.
Die Frage des Bürokratieabbaus sei längst eine Glaubwürdigkeitsfrage. Deshalb will das Team K mit einer Landtagsanfrage in der Mai‑Sitzung klären, welche konkreten Entlastungen die Landesregierung seit der Bewegung „Ehrenamt in Not“ tatsächlich umgesetzt hat.




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