Lärm, Abgase und Umwegtransit dürfen nicht länger Alltag bleiben

Team K unterstützt Brenner-Protest

Donnerstag, 28. Mai 2026 | 09:58 Uhr

Von: mk

Bozen/Brenner – Der Landtagsabgeordnete des Team K, Franz Ploner, wird gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Team K – insbesondere aus dem oberen Eisacktal/Wipptal und dem Pustertal – an der für den 30. Mai 2026 angekündigten Demonstration im Wipptal-Nordtirol teilnehmen, um den Anrainerinnen und Anrainern entlang der gesamten Brennerachse den Rücken zu stärken. „Wer seit Jahrzehnten Lärm, Feinstaub und Stickstoffdioxid einatmet und in seiner Lebensqualität beeinträchtigt wird, hat ein Recht darauf, gehört zu werden – auch wenn die Demonstration in die Urlaubsreisewelle fällt.“

Die für den Samstag, 30. Mai, von 11.00 bis 19.00 Uhr angekündigte Sperre der Brennerautobahn im Wipptal in Nordtirol hat in Bayern und in Teilen der Logistikbranche und Hotelerie heftige Reaktionen ausgelöst: Vom „Knüppel zwischen die Beine“ ist die Rede, von „idiotischem“ Timing.

„Diese Empörung ist scheinheilig“, hält Franz Ploner entgegen. „Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der Lkw über den Brenner mehr als verdoppelt. An den Messstellen Schrambach, Neumarkt, Gärberbach und Vomp werden die Jahresmittelgrenzwerte für Stickstoffdioxid seit Jahren um 57 bis 120 Prozent überschritten. Wer dort wohnt, lebt mit Lärm, schmutzigen Fenstern und dem Risiko der Belastung mit dem Feinstaub. Die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner leidet massiv. Diese Menschen demonstrieren nicht aus Bösartigkeit, sondern aus Verzweiflung.“

Die Gemeinderätinnen des Team K Brixen, Elisabeth Fulterer, Sabine Mahlknecht und Verena Waldboth, die einen Antrag zur Reduzierung von Luftschadstoffen und Lärm entlang der Autobahn- und Eisenbahntrasse eingereicht haben, blasen ins selbe Horn: „Saubere Luft ist eine Grundvoraussetzung für Gesundheit und Lebensqualität. Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse gelten ab 2030 im EU-Raum neue niedrigere Grenzwerte, um die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung deutlich zu reduzieren. In Brixen werden schon die alten Grenzwerte auch fern der Autobahn häufig überschritten. Wir fordern, dass die Messungen auch in den am stärksten exponierten Wohngebieten kontinuierlich – und auch an besonders verkehrsreichen oder staugeplagten Tagen – erhoben werden, um die tatsächliche Belastung zu erfassen und darauf aufbauend wirksame Schutzmaßnahmen umzusetzen.“

Der Brenner sei der niedrigste, billigste und attraktivste Alpenübergang – mit der Folge, dass bis zu 800.000 Lastwagen pro Jahr reinen Umwegtransit verursachten. „Solange ein 40-Tonner zwischen Brenner und Verona 0,13 Euro pro Kilometer zahlt und zwischen Innsbruck und Brenner das Zehnfache, bleibt der Süden der Europaregion die Müllhalde des europäischen Schwerverkehrs. Verantwortlich sind nicht die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, sondern jene, die den Nordzulauf zum BBT seit Jahrzehnten verschleppen und eine ehrliche Maut verhindern.“

Das Team K fordert eine koordinierte Verkehrspolitik zwischen München, Innsbruck, Bozen und Trient, einen verbindlichen Zeitplan für den Nordzulauf und eine Maut nach dem Ursacherprinzip. „Am 30. Mai stehen wir nicht im Geiste, sondern persönlich an der Seite jener, die endlich gehört werden wollen“, so Franz Ploner abschließend.

Bezirk: Eisacktal, Wipptal

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