Von: APA/AFP/dpa
Angesichts des vorläufigen Scheiterns der Verhandlungen zwischen Vertretern Washingtons und Teherans in Pakistan hat der iranische Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf den USA fehlende vertrauensbildende Maßnahmen vorgeworfen. Die iranische Delegation habe “konstruktive Vorschläge vorgelegt”, den US-Vertretern sei es jedoch “nicht gelungen, das Vertrauen der iranischen Delegation zu gewinnen”, erklärte Qalibaf am Sonntag auf X.
Der frühere iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif, der 2025 die Atomverhandlungen zwischen Teheran und Washington geleitet hatte, machte die USA für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich. Die USA hätten versucht, ihre Bedingungen für ein Abkommen zu “diktieren”, erklärte Zarif am Sonntag auf X. Washington müsse lernen, dass sich Teheran keine Bedingungen stellen lasse.
Hochrangige Vertreter der USA und des Iran hatten am Samstag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad unter pakistanischer Vermittlung Gespräche für eine Friedenslösung aufgenommen. US-Vizepräsident JD Vance erklärte die Gespräche aber am Sonntag nach einem 21-stündigen Verhandlungsmarathon für vorerst gescheitert.
Putin telefoniert mit Pezeshkian
Am Sonntag telefonierte der russische Präsident Wladimir Putin mit seinem iranischen Amtskollegen Massoud Pezeshkian. Wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete, wurden dabei die Gespräche des Iran mit den USA erörtert. Putin erklärte sich anschließend bereit, bei einer Lösung des Konflikts zu vermitteln.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar Angriffe auf den Iran gestartet. Nach rund fünf Wochen Krieg einigten sich die Konfliktparteien vor wenigen Tagen auf eine zweiwöchige Feuerpause. In dieser Zeit soll unter Pakistans Vermittlung über ein dauerhaftes Ende des Krieges verhandelt werden.
Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Kriegs ein
Unterdessen stellt sich Israel auf eine Wiederaufnahme der Kämpfe ein. Das israelische Nachrichtenportal “ynet” berichtete, Generalstabschef Eyal Zamir habe die israelischen Streitkräfte angewiesen, unverzüglich in einen Zustand erhöhter Alarmbereitschaft überzugehen.
Das Militär solle sich “auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Rückkehr zu militärischen Auseinandersetzungen vorbereiten”, hieß es. Eine Entscheidung für einen militärischen Einsatz sei jedoch noch nicht getroffen. Ein israelischer Militärsprecher sagte auf Anfrage, man prüfe den Bericht.
Auch der israelische Kan-Sender berichtete unter Berufung auf einen ranghohen israelischen Regierungsvertreter, Israel sei gemeinsam mit den USA bereit für eine Wiederaufnahme des Kriegs gegen den Iran. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte am Samstagabend gesagt, die Kampagne im Iran sei weiterhin nicht beendet.
Laut “ynet” hat die Armee Gefechtsvorbereitungen ähnlich wie vor den beiden Iran-Kriegen – dem jüngsten und dem im letzten Jahr – aufgenommen. Dabei würden “sämtliche Planungs- und Umsetzungsprozesse beschleunigt”. Es sei Anweisung erteilt worden, eine hohe Einsatzbereitschaft in allen Bereichen aufrechtzuerhalten, Reaktionszeiten zu verkürzen und operative Lücken zu schließen, hieß es weiter in dem Bericht.




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