Von: APA/AFP/dpa
Die iranische Hauptstadt Teheran ist Samstagabend erneut von heftigen Explosionen erschüttert worden. AFP-Journalisten berichteten von rund einem Dutzend Detonationen. Außerdem wurde nach iranischen Angaben ein Öllager in Teheran bombardiert. Der Angriff habe sich im Süden der iranischen Hauptstadt ereignet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Es handelte sich offenbar um den ersten Angriff auf die Ölinfrastruktur im Iran seit Beginn des Kriegs vor einer Woche.
Ein weiterer Angriff traf ein Treibstofflager im Nordwesten Teherans, wie ein AFP-Journalist berichtete. Aus der Anlage stiegen Flammen und Rauch auf. Zuvor hatte die israelische Armee iranische Raketenangriffe auf Israel gemeldet.
Außerdem wurden Samstagabend über der US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad nach Angaben aus Sicherheitskreisen mehrere Raketen abgefangen. “Vier Raketen wurden in Richtung der Botschaft abgefeuert”, sagte ein Sicherheitsbeamter. Drei von ihnen seien abgefangen worden. Die vierte Rakete sei auf dem Luftwaffenstützpunkt der Botschaft eingeschlagen. Der Raketenangriff wurde von zwei weiteren Sicherheitsbeamten bestätigt, wobei einer von ihnen angab, dass alle vier Raketen von der Luftabwehr abgeschossen worden seien.
Der irakische Ministerpräsident Mohammed Shia al-Sudani sprach von einem “terroristischen Akt”. Angriffe auf diplomatische Vertretungen und Botschaften im Irak seien absolut inakzeptabel.
Auch in Erbil, der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion im Irak, wurden seitdem mehrere Drohnen abgefangen. Am Samstag hörte ein AFP-Journalist in Erbil eine Drohne und dann mindestens drei laute Detonationen. In der Stadt befindet sich ein großer US-Konsulatskomplex.
Pro-iranische Miliz attackiert
Unterdessen wurden im Norden des Irak Stützpunkte des pro-iranischen paramilitärischen Bündnisses Hashd al-Shaabi angegriffen. Ein Kämpfer wurde dabei nach Behördenangaben am Samstag getötet. Ein Hashd-Vertreter sprach von einem mutmaßlichen US-Luftangriff auf einen Stützpunkt südlich der Stadt Mossul.
Hashd al-Shaabi – auch bekannt als Volksmobilisierungskräfte – ist ein Bündnis von Gruppen, dem auch mächtige vom Iran unterstützte Milizen angehören. Offiziell wurde das Bündnis in die offiziellen irakischen Streitkräfte eingegliedert. Seit Beginn des Iran-Kriegs sind mehrfach Stützpunkte von Hashd al-Shaabi angegriffen worden.
Drohungen Trumps
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen gegen die Mullahs verschärft und dem Iran mit der “vollständigen Zerstörung” und dem “sicheren Tod” gedroht. Der Iran werde “in die Hölle geprügelt”, schrieb Trump auf Truth Social.
Samstagabend kündigte Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu weitere massive Angriffe auf den Iran an. Die israelische Armee werde den Krieg “mit all unserer Kraft” fortsetzen, sagte Netanyahu in einer Fernsehansprache. “Wir haben einen systematischen Plan, um das iranische Regime auszulöschen und viele andere Ziele zu erreichen.”
Die USA und Israel hatten vor einer Woche massive Luftangriffe auf den Iran begonnen und dabei das geistliche Oberhaupt der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Khamenei, sowie weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Bei seinen Vergeltungsangriffen nimmt der Iran seitdem auch immer wieder Dubai, andere Städte in den Vereinigten Arabischen Emiraten und weitere Golfstaaten ins Visier.
Ein einflussreicher Kleriker deutete indes eine baldige Wahl eines Khamenei-Nachfolgers an. Ayatollah Ahmad Mozafari, ein Mitglied des für die Wahl zuständigen Expertenrates, sagte laut der Nachrichtenagentur Fars, man sei zuversichtlich, dass die Ernennung eines neuen Führers in den kommenden 24 Stunden erfolgen werde. Zugleich bat er darum, keine Gerüchte zu verbreiten, warum die Wahl bisher nicht erfolgt sei.




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