Von: luk
Schlanders – Die kürzlich beschlossene Tariferhöhung für öffentliche Verkehrsmittel in Südtirol dürfte nicht nur bei Umweltverbänden auf Unverständnis stoßen. Zwar wurde das Angebot im öffentlichen Personentransport im letzten Jahrzehnt deutlich ausgebaut, gleichzeitig sind aber auch die Mobilitätsansprüche der Bevölkerung gestiegen. Das schreibt die Umweltschutzgruppe Vinschgau in einer Pressemitteilung.
Von den Klimazielen bleibe somit auch Südtirol noch weit entfernt, während der Ernst der Lage keine Spielräume mehr für halbherzige oder gar widersprüchliche Maßnahmen zulasse. “Eine Fahrpreiserhöhung erachten wir als falsches Signal für den Klimaschutz, es sei denn, sie erfolgt nach einer deutlichen Verbesserung des Angebotes und der Dienstleistungsqualität: Sauberkeit, Personal-Bildung, Entwertungstechnik, Fahrgastinformation und Verlässlichkeit etwa”, so die Umweltschutzgruppe Vinschgau.
Die Umweltschutzgruppe Vinschgau erwartet sich von der Landespolitik eine deutliche Verschiebung der Prioritäten. Der motorisierte Individualverkehr dürfe unter keinen Umständen weiter attraktiver gemacht werden. “Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Klima- und Umweltforschung und die neuen Erfahrungen in Landwirtschaft und Tourismus sind ernst zu nehmen. Gebot der Stunde ist eine Kostenumverteilung zugunsten umweltschonender Investitionen und eine große Zurückhaltung bei Straßenbauten und Betonprojekten. Hinausgeschobener oder halbherziger Klimaschutz könnte auch uns in Südtirol am Ende teuer zu stehen kommen. In dieser Hinsicht sind Gemeinden und Landesverwaltung gefordert, die Gelder der Steuerzahlenden zugunsten von Gesundheit und Lebensqualität einzusetzen. Dazu gehört eine dringende Reduzierung des motorisierten Freizeitverkehrs zugunsten umweltverträglicher Mobilität.”




Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen