"Chance für Neubeginn"

Toponomastikgesetz: “Nägel mit Köpfen machen”

Freitag, 12. April 2019 | 18:58 Uhr

Bozen – Die Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll und Myriam Atz Tammerle, haben im Landtag der Aufhebung des Toponomastik-Gesetzes zugestimmt, wenngleich aus anderen Gründen als der Einbringer – die Südtiroler Landesregierung.

Im Jahr 2012 hat der Südtiroler Landtag das Toponomastik-Gesetz beschlossen. Die Abgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit stimmten damals dagegen. Sie kritisierten das Gesetz als stümperhaft und ideologisch belastet, weil es, so Knoll und Atz Tammerle, „nicht einmal die Abschaffung der faschistischen Ortsnamendekrete vorsah. Genau aus demselben Grund haben wir nun für die Aufhebung des Toponomastikgesetzes gestimmt, wohingegen die SVP nur deswegen einen Rückzieher gemacht hat, weil sie eine Niederlage vor dem Verfassungsgericht fürchtet“, halten die beiden Landtagabgeordneten fest. Die Süd-Tiroler Freiheit habe sich seit je für eine wissenschaftliche und ideologiefreie Argumentation in der Toponomastikfrage ausgesprochen.

Rückendeckung kommt dabei von Cristian Kollmann, Toponomastikexperte der Landtagsfraktion. Er sieht in der Aufhebung des Toponomastikgesetzes die Chance für einen Neubeginn und schreibt: „Die SVP muss nun erkennen, dass sie es mit ihrer Bemühung, möglichst viele erfundene italienische und somit bis heute manipulative Ortsnamen zu retten, dem Verfassungsgerichtshof nicht recht machen kann, denn dieser pocht darauf, dass die Zweisprachigkeit in der Ortsnamengebung flächendeckend sein muss.“

Genau hier sieht Kollmann die Sprachwissenschaft ins Spiel kommen: „Die gesetzliche Verpflichtung zur Zweisprachigkeit in der Ortsnamengebung muss endlich aus der Sicht der Sprachwissenschaft, wo es genaue Kriterien gibt, definiert werden!“ Kollmann will die Politik einladen, „der Sprachwissenschaft zu vertrauen und den Mut für ein Toponomastik-Gesetz aufzubringen, das Nägel mit Köpfen macht und auch vor dem Verfassungsgerichtshof standhält.“ Eindringlich warnt er vor einer neuerlichen halbherzigen Lösung des Toponomastikgesetzes, denn: „So lange die SVP einen wissenschaftlichen und ideologiefreien Diskurs scheut, wird sie und damit auch die Südtiroler Bevölkerung immer den Kürzeren ziehen!“

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "Toponomastikgesetz: “Nägel mit Köpfen machen”"


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bon jour
bon jour
Universalgelehrter
10 Tage 4 h

ideologisch belastet ist vor allem die STF

Popeye
Popeye
Superredner
10 Tage 4 h

Alles auf Ladinisch, fertig !

lupo990
lupo990
Superredner
10 Tage 6 h

Die Idioten sterben einfach nie aus…
i scemi non si estinguono mai…..

One
One
Tratscher
9 Tage 22 h

Wieso müssen die Italiener einen Ortsnamen übersetzt bekommen??? Meran heisst Meran und Bozen heisst Bozen. Einen Namen kann man nicht übersetzen. New York heisst ja auch nicht New Yorko und Hong Kongo und Bangkoko usw. Was ist los mit diesen Leuten?

apfele
apfele
Neuling
9 Tage 15 h

damit man die italienische Zugehörigkeit zementieren kann und keiner auf die blöde Idee kommen kann das dieses Gebiet mal deutschsprachig war, deshalb möchte man alle Namen auf italienisch. die Faschisten haben damit angefangen und die eigene deutsche Bevölkerung vollendet es.ich kenne viele deutschsprachige die nur mehr die italienischen Namen benutzen. irgendwann werden dann die deutschen überflüssig und man streicht sie komplett oder vergisst sie…. somit hat tolomai gesiegt , wenn auch Jahrzehnte später erst.

Tanne
Tanne
Grünschnabel
9 Tage 19 h

Wer braucht schon vom Faschismus erfundene und willkürlich Übersetzte Orts und Flurnamen?
Natürlich nur Faschisten und deren Handlanger!
Ich sage es geht auch ohne Faschistendreck!
Weck mit dem Dreck!

Zugspitze947
Zugspitze947
Tratscher
9 Tage 15 h

Nur Träumer haben noch Hoffnung dass die Gefälschten Italienischen Tolomei Namen verschwinden ! Die Entscheidung gegen das Deutsche ist schon lange gefallen 🙁 Man hat sogar die deutschen Städte wo sich ein ital.Konsulat befindet perfiederweise italianisiert 🙁 Monaco für München =dümmer geht’s nimmer 🙁

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