Von: APA/dpa/AFP/Reuters
Bei russischen Drohnenangriffen in der Ukraine sind in der Nacht auf Sonntag nach Militärangaben mindestens drei Menschen getötet worden. Zwei Tote gab es demnach bei einem Angriff in der Region Sumy im Nordosten der Ukraine. Ein weiterer Mensch wurde bei einem Angriff im ostukrainischen Dnipro getötet. Bei ukrainischen Drohnenangriffen in Sewastopol auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim wurde indes laut Behörden mindestens ein Mensch getötet.
Bei dem russischen Angriff in der Gemeinde Bilopillja in der Region Sumy im Nordosten seien zwei Männer im Alter von 48 und 72 Jahren getötet worden, erklärte am Sonntag Oleh Grigorow von der regionalen Militärverwaltung. In der Stadt Dnipro in der Ostukraine wurde ein weiterer Mensch getötet, wie der örtliche Militärverwaltungschef Oleksandr Hanscha mitteilte.
Wie Hanscha weiter im Onlinedienst Telegram mitteilte, wurden zudem vier weitere Menschen bei den russischen Angriffen verletzt. Die Angriffe wurden demnach mit Drohnen und Artillerie verübt. Es seien Wohnhäuser und Autos beschädigt worden.
Am Samstag waren in Dnipro nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens acht Menschen getötet worden. Die dortigen russischen Angriffe dauerten demnach 20 Stunden.
Ein Toter bei ukrainischem Angriff auf Sewastopol
Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim laut Behörden in der Stadt Sewastopol mindestens ein Mensch getötet und vier weitere verletzt worden. Der Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, sprach von einer der schwersten Attacken überhaupt und Schäden an 34 Wohnblöcken in verschiedenen Stadtteilen. Die in Sewastopol stationierte russische Schwarzmeerflotte, aber auch die Flugabwehr und mobile Gruppen hätten 71 Flugobjekte abgeschossen, sagte er.
Auch Einfamilienhäuser und Autos seien beschädigt worden, sagte Raswoschajew. Durch Trümmer abgeschossener Drohnen sei es vereinzelt zu Bränden gekommen. Die Oberleitung einer Bahnstrecke wurde demnach beschädigt; der Gouverneur kündigte mögliche Verspätungen bei Nahverkehrszügen an.
Russland hatte die Krim bereits 2014 annektiert und nutzt sie auch für Attacken gegen Ukraine in seinem seit mehr als vier Jahren laufenden Angriffskrieg. Die Ukraine wehrt sich immer wieder mit Gegenangriffen auf russische Ziele.
Verletzte in Düngemittelwerk im Gebiet Wologda
Das russische Verteidigungsministerium meldete am Sonntag früh den Abschuss von mehr als 203 ukrainischen Drohnen. Zu Schäden infolge von Treffern machte die Behörde wie in den meisten Fällen keine Angaben.
Im russischen Gebiet Wologda berichtete Gouverneur Georgi Filimonow von fünf Verletzten nach einem Drohnenangriff auf das Werk Apatit, das zu den größten Düngemittelproduzenten in Russland gehört. Durch den Drohnenangriff sei eine Hochdruckleitung mit Schwefelsäure beschädigt worden, fünf Menschen hätten Verätzungen erlitten, sagte Filimonow. “Luftmessungen zeigten keine Überschreitung der Grenzwerte”, sagte er. Das Werk in Tscherepowez liegt mehr als 500 Kilometer nördlich von Moskau.
Russland nimmt nicht nur durch seinen Öl-Export, sondern auch mit den Ausfuhren von Düngemitteln für die Kriegswirtschaft Milliarden ein. Die Ukraine will mit den Gegenangriffen auf russische Industrieanlagen der Wirtschaft des Landes maximale Schäden zuführen.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen