Daten im Fokus

Treffen zu Wartezeiten im Gesundheitswesen

Mittwoch, 24. Juni 2026 | 16:46 Uhr

Von: luk

Bozen/Rom – Um die aktuellen Daten des nationalen Monitoringsystems für Wartelisten im Gesundheitswesen (PNLA) und deren Nutzung für konkrete Verbesserungen ging es am 23. Juni in Bozen beim Treffen von Gesundheitslandesrat Hubert Messner mit Vertreterinnen und Vertretern der nationalen Agentur für regionale Gesundheitsdienste (AGENAS), den Führungskräften der Gesundheitsreinrichtungen in Südtirol unter der Leitung von Generaldirektor Christian Kofler sowie den Vertretungen des Ressorts Gesundheit und Gesundheitsvorsorge mit Ressortdirektor Michael Mayr an der Spitze. AGENAS-Direktor Angelo Tanese war per Videokonferenz zugeschaltet. Drei Mitarbeitende der AGENAS waren vor Ort.

“Wartezeiten sind kein rein regionales Südtirol-Thema, sondern betreffen alle Regionen. Umso wichtiger sind Monitoring und aktuelle Daten, um zu sehen, wo wir gut aufgestellt sind und wo Handlungsbedarf besteht”, unterstrich Landesrat Messner beim Treffen. Messner begrüße die zunehmende Vernetzung der Regionen, um Wartezeiten abzubauen und betonte: “Benchmarking war für mich immer ein zentrales Arbeitsinstrument und es ist gut, dass wir es hier gemeinsam weiter stärken und nutzen können.”

In diesem Sinne wurde beim Treffen das neue Dashboard der nationalen Plattform PNLA (Piattaforma Nazionale Liste di Attesa) vorgestellt. Dieses sammelt Daten zu den Wartezeiten aus allen Regionen Italiens, macht sie öffentlich vergleichbar und unterstützt dabei das Monitoring. Die PNLA-Daten bilden Termine nach Dringlichkeitsklassen, von urgenten Fällen bis zu planbaren Leistungen, ab, und dienen somit nicht als Ranking, sondern zur Verbesserung der Versorgung, so die AGENAS-Vertreter.

Die Analyse der Südtiroler Daten zeigt, dass viele Fachbereiche stabil arbeiten. In den Bereichen Neurologie und Urologie besteht hinsichtlich der Wartezeiten jedoch noch Verbesserungsbedarf. Auffällig ist der Unterschied zwischen angebotenen Terminen und deren tatsächlicher Annahme durch Patientinnen und Patienten. Immer wieder bleiben kurzfristig verfügbare Termine ungenutzt, obwohl sie dazu beitragen könnten, Wartezeiten zu verkürzen.

Ein zentrales Thema war daher das Zusammenspiel zwischen Angebot, Information und Nutzung. Ziel ist es, vorhandene Ressourcen besser auszuschöpfen und schneller auf Engpässe aufmerksam zu werden, betonte Messner. Dazu brauche es verlässliche Daten, klare Prozesse und eine gute Abstimmung zwischen allen Beteiligten.

Auch strukturelle Maßnahmen wurden besprochen. Die konstante Rolle der Hausärzte und Hausärztinnen als erste Anlaufstelle und eine gezielte Steuerung der Krankenhausleistungen sollen helfen, Wartezeiten nachhaltig zu senken. Gleichzeitig wurde die Bedeutung gemeinsamer Standards und der Vergleichbarkeit zwischen den Regionen betont.

Bezirk: Bozen

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