"Er hatte eine Waffe. Das gefällt mir nicht"

Trump: Getöteter US-Bürger hätte keine Waffe tragen sollen

Mittwoch, 28. Januar 2026 | 00:22 Uhr

Von: APA/dpa

Der in Minneapolis von Bundesbeamten erschossene US-Bürger Alex Pretti hätte aus Sicht von Donald Trump keine Waffe tragen sollen. Der Republikaner sagte auf einer Reise im US-Staat Iowa auch: “Er hatte eine Waffe. Das gefällt mir nicht.” Außerdem habe er zwei voll geladene Magazine bei sich gehabt. Zugleich sprach Trump von einem “bedauerlichen Vorfall”. Nach Polizeiangaben war Pretti zum Tragen einer Schusswaffe berechtigt.

Derzeit gibt es eine Debatte darüber, ob Pretti bei einem Protest eine Waffe hätte tragen dürfen oder nicht. Gouverneur Tim Walz betonte immer wieder die Vereinbarkeit von Waffenrecht und Versammlungsrecht. Gerade die Republikaner sprechen sich immer gegen eine Verschärfung des Waffenrechts aus.

Pretti war Samstagfrüh bei einem Einsatz von Bundesbeamten auf der Straße erschossen worden. Die US-Regierung stellte das als Notwehr dar, Videomaterial erweckt einen anderen Eindruck.

Trump hatte nach den Schüssen auf der Plattform Truth Social eine Waffe gepostet, die Pretti bei sich getragen haben soll. Die Aufklärung, die Bundesbehörden an sich gezogen haben, ist noch nicht abgeschlossen. Behörden des Staates Minnesota kritisierten, dass sie von den Ermittlungen ferngehalten würden.

Pretti soll sich mit Waffe genähert haben

Pretti soll sich nach Darstellung des Heimatschutzministeriums mit einer Halbautomatikpistole den Beamten genähert haben. Dass der Krankenpfleger diese in der Hand gehabt hatte, ist mit den vorliegenden Aufnahmen allerdings nicht zu belegen. In Iowa sagte Trump zu dem Einsatz der Bundesbeamten, keiner wisse, wann sie die Waffe gesehen hätten.

Bereits Anfang Jänner war bei einem Einsatz von Beamten der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis eine US-Bürgerin in ihrem Auto erschossen worden. Auch damals sprach die US-Regierung von Selbstverteidigung. Auch hier erweckt Videomaterial einen anderen Eindruck.

Die Einsätze der Bundesbeamten sind Teil der rigorosen Abschiebe-Politik der Trump-Regierung. Sie fahnden nach Ausländern, die sich ohne gültige Aufenthaltspapiere in den USA befinden sollen. Die US-Regierung spricht oft pauschal von Kriminellen.

In den USA ist es üblich, dass die Bürger Waffen tragen. Der 2. Zusatzartikel der US-Verfassung erlaubt den Besitz und das Tragen von Waffen. Im US-Staat Minnesota ist der Zugang zu Waffen strenger reguliert.

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