Europa reagiert empört

Trump hängt Putin-Bild über Foto mit Enkelin

Donnerstag, 29. Januar 2026 | 07:11 Uhr

Von: mk

Washington D.C. – Zehn Monate lang hat die US-Regierung unter Präsident Donald Trump versucht, den Ukraine-Krieg zu beenden – bislang ohne Erfolg. Im Gegenteil: Während Kiew unter russischem Raketenfeuer den härtesten Kriegswinter erlebt, beharrt der Kreml auf seinen Maximalforderungen. Gleichzeitig muss Europa immer wieder aufgrund eines allzu Russland-freundlichen Kurses seitens der Trump-Administration intervenieren. Dass der US-Präsident auf seine gute Beziehung zu Wladimir Putin nach wie vor stolz ist, scheinen zwei Fotos im Weißen Haus zu belegen.

PBS-Reporterin Elizabeth Landers veröffentlichte auf der Plattform X eine Aufnahme von einem gerahmten Foto von Trumps Treffen mit Putin im letzten Jahr in Anchorage in Alaska, wo Trump den Kremlchef dort auf rotem Teppich feierlich auf dem Flugfeld empfangen hatte. Der Journalistin zufolge hängt das Bild an einer Wand im Westflügel des Weißen Hauses.

„Etwas, das mir in einem Vorraum auffiel, der den Westflügel mit der Residenz verbindet, und das ich zuvor noch nicht gesehen hatte: ein gerahmtes Foto von Präsident Trump und Präsident Putin bei ihrem Sommergipfel in Alaska“, schrieb Landers auf der Plattform X. „Das untere Foto zeigt Präsident Trump mit einem seiner Enkelkinder“, ergänzte. Wie die „Times“ berichtet, handelt es sich um Carolina Trump und soll auf dem Daytona International Speedway in Florida aufgenommen worden sein.

Das Bild von Trump und Putin vor allem in Kombination mit dem Foto, das den US-Präsidenten mit seiner Enkelin zeigt, polarisiert: Während sich Gegner von Trumps Russland-Politik bestätigt fühlen, kommt in Moskau Freude auf. „Gut. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, schrieb Putins Chefunterhändler Kirill Dmitrijew auf der Plattform X.

Anders lautete die Einschätzung aus den baltischen Staaten, die immer wieder Drohungen aus Moskau ausgesetzt sind. „Wenn es stimmt, dass der US-Präsident es für angemessen hält, ein Foto des größten Kriegsverbrechers des 21. Jahrhunderts an die Wand des Weißen Hauses zu hängen, dann muss ein gerechter und dauerhafter Frieden wohl noch warten“, schrieb etwa Marko Mihkelson, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des estnischen Parlaments.

Der ukrainische Journalist Illja Ponomarenko formuliert es noch schärfer: Putin habe Trump in Alaska „öffentlich gedemütigt“ und auf der Weltbühne wie „einen kompletten Idioten“ aussehen lassen.

Auch deutschen Russland-Experten kommentieren die Foto-Kombi kritisch. „Putin lacht sich unterdessen über Trump tot“, schreibt der Historiker Matthäus Wehowski bei X. Der Kreml habe einen US-Präsidenten zur Verfügung, der sich mühelos manipulieren lasse.

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