Iran laut eigenen Angaben für "schweren Gegenschlag" gerüstet

Trump: “Hoffentlich” kein Angriff auf den Iran notwendig

Freitag, 30. Januar 2026 | 12:33 Uhr

Von: APA/AFP/dpa/Reuters

US-Präsident Donald Trump hofft nach eigenen Angaben, einen Angriff der US-Armee auf den Iran vermeiden zu können. Eine Flugzeugträgergruppe befinde sich auf dem Weg zum Iran und “hoffentlich werden wir sie nicht nutzen müssen”, sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Der Iran kündigte indes für den Fall eines US-Angriffs einen sofortigen Gegenschlag an. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bot an, in den Spannungen zwischen beiden Ländern zu vermitteln.

Er habe bereits Gespräche mit Teheran geführt und plane, weitere Gespräche zu führen, fügte Trump hinzu. Der US-Präsident betonte außerdem erneut die Stärke der USA. “Wir sind stark, wir sind finanziell mächtig und wir sind militärisch mächtig”, sagte er. “Wir haben gerade viele sehr große, sehr mächtige Schiffe, die zum Iran fahren, und es wäre großartig, wenn wir sie nicht einsetzen müssten”, fügte Trump hinzu. Er hatte dem Iran zuletzt gedroht, dieser müsse entweder zu den Verhandlungen über sein Atomprogramm zurückkehren oder mit weitaus härteren Maßnahmen der USA rechnen.

US-Zerstörer legte in isralischem Hafen an

Mitten in den wachsenden Spannungen zwischen den beiden Ländern hat ein Zerstörer der US-Marine im israelischen Hafen Eilat am Roten Meer angelegt. Dies berichtete die israelische Nachrichten-Webseite Ynet am Freitag unter Berufung auf das Militär. Demnach war die Ankunft des Zerstörers in dem Hafen am Golf von Akaba, nahe den Grenzen Israels zu Ägypten und Jordanien, seit Längerem geplant und Teil der laufenden Zusammenarbeit zwischen dem US- und dem israelischen Militär. Die US-Marine und das israelische Militär reagierten zunächst nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.

Die USA hatten schon zuvor nach der brutalen Niederschlagung der jüngsten Proteste im Iran einen neuen Militäreinsatz gegen das Land nicht ausgeschlossen und Kriegsschiffe wie den US-Flugzeugträger USS “Abraham Lincoln” in die Region entsandt. Bei dem brutalen Vorgehen der staatlichen Einsatzkräfte gegen Demonstranten wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hrana 6.479 Menschen getötet, einige Schätzungen gehen demnach sogar von bis zu 25.000 Toten aus.

Gegenschlags-Drohung des Iran

Irans Armeesprecher Mohammed Akraminia drohte indes mit einem sofortigen Gegenschlag im Falle eines Angriffs der USA. Der Iran werde “umgehend” reagieren, sagte Akraminia am Donnerstag im iranischen Staatsfernsehen. Mögliche Ziele könnten die US-Militärbasen in der Golfregion oder ein Flugzeugträger sein. US-Flugzeugträger hätten “ernstliche Schwachstellen” und zahlreiche US-Militärbasen seien “innerhalb der Reichweite unserer Mittelstreckenraketen”, sagte der Sprecher. Akraminia erklärte, iranische Streitkräfte könnten US-Stützpunkte mit Drohnen, Raketen und anderen Waffen angreifen.

Für verschiedene Szenarien lägen Einsatzpläne bereit, sagte Akraminia. Befehle seien an die Streitkräfte übermittelt worden. Beschädigte Luftabwehrsysteme seien seit dem Krieg vom Juni 2025 repariert oder ersetzt worden, neue Systeme seien hinzugekommen.

Ein militärischer Konflikt werde sich nicht auf einen kurzen Zeitraum begrenzen lassen, vielmehr könne sich der Konflikt auf die gesamte Region Westasien ausweiten – von Israel bis zu Ländern mit US-Stützpunkten, sagte der iranische Armeesprecher weiter. Er warf den USA eine “Kanonenbootpolitik des 18. und 19. Jahrhunderts” vor, mit der versucht worden sei, andere Staaten zu Zugeständnissen zu zwingen.

Erdogan bietet Vermittlung an

Nach den jüngsten wechselseitigen Drohungen der USA und des Iran hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Bereitschaft erklärt, in den Spannungen zwischen beiden Ländern zu vermitteln. Die Türkei sei bereit, “eine vermittelnde Rolle zwischen dem Iran und den USA zu übernehmen, um die Spannungen abzubauen und die Probleme zu lösen”, sagte Erdogan nach Angaben seines Büros während eines Telefonats mit seinem iranischen Kollegen Massoud Pezeshkian am Freitag.

Der Erfolg einer diplomatischen Vermittlung von Seiten der Türkei hänge jedoch “vom guten Willen der beteiligten Parteien” ab, erklärte Pezeshkian nach dem Telefonat. Ein Ende der “aggressiven und bedrohlichen Handlungen in der Region” sei dafür notwendig.

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