Der Iran lehnt US-Vorschlag ab (Illustration)

Trump: Waffenruhe mit Iran hängt am seidenen Faden

Montag, 11. Mai 2026 | 20:41 Uhr

Von: APA/AFP/dpa/Reuters

Die Waffenruhe im Krieg mit dem Iran hängt laut US-Präsident Donald Trump nur noch am seidenen Faden. Grund dafür sei der “dämliche Vorschlag” Teherans zur Beendigung des Krieges, sagte er in Washington. Aufgrund dessen sei die Waffenruhe “so schwach wie nie”. Trump sagte, der Iran habe sich zunächst bereit erklärt, dass die USA das angereicherte Uran außer Landes schafften. “Aber sie haben ihre Meinung geändert”. Dennoch sei eine diplomatische Lösung weiterhin möglich.

Der Iran wies einem Bericht zufolge Trumps Aussagen zurück. Das Verhandlungsteam habe nicht zugestimmt, das hoch angereicherte Uran außer Landes zu schaffen. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Auch Berichte darüber, dass Iran einem Stopp der Urananreicherung für 15 Jahre zugestimmt hätte, seien laut Tasnim gelogen. Derartige Informationen seien “psychologische Kriegsführung”, schrieb die Agentur, die Irans mächtigen Revolutionsgarden nahesteht. Der Iran hatte nach eigenen Angaben in seiner Antwort auf einen Vorschlag der USA für eine Beendigung des Krieges ein Ende der Kämpfe in der gesamten Region und eine Freigabe seiner im Ausland eingefrorenen Vermögenswerte gefordert.

Trump: Antwort gefällt mir nicht

Teheran hatte seine Antwort auf den US-Vorschlag für ein Abkommen über eine Beendigung des Krieges nach Berichten iranischer Staatsmedien über den Vermittler Pakistan an Washington übermittelt. Trump wies die Antwort aber bereits “vollkommen inakzeptabel” zurück. “Sie gefällt mir nicht”, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.

Der US-Plan wurde von iranischen Staatsmedien wie eine Aufforderung zur Kapitulation Teherans aufgenommen. Dagegen betone der vom Iran vorgelegte Plan ein Ende des Kriegs an allen Fronten sowie die Notwendigkeit, dass die USA Kriegsreparationen zahlen müssten, kommentierte unter anderem der regierungstreue Sender Press TV. Eine Annahme des Vorschlags hätte die Unterwerfung unter die “überzogenen Forderungen” von Trump bedeutet, so der Sender.

Der Iran forderte laut Staatsmedien auch die volle Souveränität über die Straße von Hormuz. Keine Rolle spielte in der Antwort demnach der Streit über das iranische Atomprogramm.

Diplomatische Bemühungen stocken

In dem seit über zwei Monaten dauernden Krieg mit dem Iran waren die diplomatischen Bemühungen um ein Friedensabkommen zuletzt ins Stocken geraten. Eine zweite Runde direkter Verhandlungen in Pakistan ist trotz mehrerer Versuche bisher nicht zustande gekommen.

Wie das Portal “Axios” unter Berufung auf US-Beamte berichtet, will Trump noch heute das weitere Vorgehen besprechen. Neben Vizepräsident JD Vance sollen demnach auch der Sondergesandte Steve Witkoff, CIA-Chef John Ratcliffe, Verteidigungsminister Pete Hegseth, Außenminister Marco Rubio und Generalstabschef Dan Caine an dem Treffen teilnehmen.

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