Von: APA/AFP/Reuters/dpa
Kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums an den Iran wird es nach Angaben von US-Vizepräsident JD Vance noch Verhandlungen geben. Es werde “zahlreiche Gespräche” geben, sagte Vance am Dienstag bei einem Besuch in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Medien zufolge sprechen Unterhändler der USA und des Iran unter Vermittlung Pakistans seit Tagen über eine Waffenruhe. Demnach sind sich beide Konfliktparteien aber in zahlreichen Punkten uneins. Das Ultimatum läuft Mittwochnacht ab.
Für den Fall, dass es keine Verhandlungslösung gebe, hätten die USA aber “Werkzeuge im Kasten”, für deren Einsatz sie sich bisher noch nicht entschieden hätten, fügte Vance hinzu. Er sei aber “zuversichtlich”, dass es dazu nicht kommen werde. Die militärischen Ziele hätten die USA “weitgehend erreicht”.
Weißes Haus dementiert Drohung mit Atomwaffen
Das Weiße Haus dementierte kurz darauf, dass die US-Regierung dem Iran mit dem Einsatz von Atomwaffen drohe. Das Weiße Haus kommentierte im Onlinedienst X den Videoclip der Rede von Vance, mit den Aussagen über bisher nicht eingesetzte “Werkzeuge”. Von einigen Nutzern wurden die Worte des Vizepräsidenten so interpretiert, als habe er einen Einsatz von Nuklearwaffen angedeutet. Das Weiße Haus schrieb dazu: “Wortwörtlich nichts von dem, was (der Vizepräsident) hier gesagt hat, ‘deutet das an'”. Alle, die das Gegenteil behaupteten, seien “absolute Vollidioten”.
Trump drohte dem Iran mit Auslöschung
Vance bezog sich in der Rede auf das Ultimatum von Präsident Donald Trump gegen den Iran. Dieser hatte der Führung in Teheran mit massiven Angriffen auf Brücken und Kraftwerke gedroht, sollte der Iran nicht ein Abkommen zum Ende seines Atomprogramms schließen und die Straße von Hormuz wieder öffnen. Kurz vor Ablauf der Frist um 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (Mittwochfrüh 02.00 Uhr MESZ) legte Trump nach und drohte mit der Auslöschung “einer gesamten Zivilisation”.
Insider nennt Bedingungen des Iran
Vor den Aussagen von Vance zu laufenden Gesprächen hatte ein hochrangiger iranischer Insider Bedingungen der Islamischen Republik in den Verhandlungen mit den USA genannt. Eine vorübergehende Feuerpause lehne man ab, sagte die Person. Gespräche über einen dauerhaften Frieden setzten die sofortige Einstellung der Angriffe, Garantien gegen deren Wiederaufnahme sowie eine Entschädigung für entstandene Schäden voraus.
Im Rahmen eines dauerhaften Abkommens fordere Teheran außerdem Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormuz. Die Höhe solle von der Art des Schiffes, seiner Ladung und den jeweiligen Umständen abhängen. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA hatte am Montag gemeldet, es gebe insgesamt zehn Punkte. Trump wies den Vorschlag als unzureichend zurück.
Revolutionsgarden drohen mit Attacken außerhalb der Golfregion
Die Revolutionsgarden kündigten unterdessen Angriffe außerhalb der Golfregion für den Fall an, dass die USA rote Linien überschreiten sollten. In einer Erklärung erklärten sie außerdem, die Infrastruktur der USA und deren Partner in der Region ins Visier zu nehmen. Die Öl- und Erdgasversorgung aus der Region könnte jahrelang unterbrochen werden, hieß es weiter. Man gebe die Zurückhaltung auf, wurde betont.
Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik begonnen. Dabei wurde unter anderem der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.




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