Von: luk
Passeiertal – Kevin Pichler, aufgewachsen im Passeiertal und politisch aktiv, beobachtet die Entwicklungen seiner Heimat mit kritischem Blick. Zwischen den mächtigen Gipfeln der Dolomiten und den malerischen Dörfern sieht er eine Region, die viele lieben – aber in der es für junge Menschen nicht immer leicht sei, ihren Platz zu finden.
Laut Pichler wächst die Kluft zwischen Tradition und modernen Möglichkeiten. “Für viele junge Südtiroler ist der Alltag ein Balanceakt: Familie, Schule, Traditionen – alles vertraut, aber oft auch ein bisschen einengend. Hier kennt jeder jeden. Das gibt Sicherheit, aber es kann auch Druck erzeugen“, sagt Pichler.
Besonders das Thema Auswanderung beschäftigt ihn. Viele seiner Altersgenossen ziehen weg: nach Innsbruck, Wien oder Mailand. Neue Städte, neue Chancen, ein Leben, in dem man nicht sofort in Schubladen gesteckt wird. Pichler beobachtet, wie der Weggang einer ganzen Generation das Bild Südtirols verändert: “Es ist nicht nur ein Ort zum Leben, sondern auch ein Ort, den man hinterfragt.”
Doch Südtirol habe auch seine Vorteile, betont Pichler. “Die Berge, die frische Luft, die Kultur – sie prägen die Identität junger Menschen.” Gleichzeitig spürt er, wie Tourismus, steigende Lebenshaltungskosten und überfüllte Wohnungen den Alltag erschweren. Arbeiten dort, wo andere Urlaub machen, sei längst nicht mehr nur ein Traumjob.
Ein weiteres Spannungsfeld sieht Pichler in der Sprache und Identität: “Deutsch, Italienisch, Ladinisch – wer hier aufwächst, lernt früh, sich in mehreren Welten zurechtzufinden. Diese Mehrsprachigkeit ist ein Vorteil, aber auch eine Herausforderung. Wer gehört wirklich wohin?”
Für Kevin Pichler ist Südtirol “nicht nur ein Ort voller Herausforderungen – es ist vor allem ein Platz, an dem man leben, lernen und wachsen kann.” Die Berge, die Natur und die dörfliche Verbundenheit geben Halt und schafften Raum für eigene Ideen und Träume. “Für junge Menschen bietet Südtirol keine fertigen Antworten, sondern eine Bühne voller Möglichkeiten: Hier kann man aktiv gestalten, eigene Wege gehen und erleben, dass Heimat mehr ist als nur ein Ort – sie ist eine Chance, sich selbst zu verwirklichen.”




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