„Kein zukunftsfähiger Ausweg“

Umfahrung St. Georgen: Grüne sind gegen oberirdische Lösung

Freitag, 16. Januar 2026 | 08:56 Uhr

Von: mk

Bruneck – Die Brunecker Grünen zeigen sich in Zusammenhang mit der Umfahrung in der Fraktion St. Gorgen besorgt. Die jüngsten Medienberichte würden bestätigen, was sich bereits bei Bohrungen und Bodenproben entlang der geplanten Trasse gezeigt habe: Eine unterirdische Umfahrung von St. Georgen sei aufgrund der schwierigen Bodenverhältnisse im breiten Talboden mit Seetonen und hohem Wassereintrag technisch äußerst heikel und finanziell kaum vertretbar. Eine Tunnellösung würde enorme Risiken für Grundwasser, Anrainerinnen und Anrainer sowie explodierende Kosten mit sich bringen. Als Reaktion darauf werde nun zunehmend eine oberirdische Umfahrung ins Spiel gebracht. Für die Grünen Bruneck ist klar: „Diese Variante ist keine Lösung, sondern eine problematische Verlagerung des Verkehrsproblems.“

„Eine oberirdische Umfahrung würde in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten verlaufen und neue Belastungen durch Lärm, Abgase und zusätzlichen Verkehr schaffen“, erklärt Gemeinderätin Elisabeth Mair in einer Aussendung. „Damit würde das Problem nicht gelöst, sondern lediglich an einen anderen Ort verschoben.“

Hinzu komme der massive Eingriff in die Landschaft: Eine oberirdische Trasse würde wertvolle landwirtschaftliche Flächen zerschneiden, großflächig Boden versiegeln und den Druck auf ein bereits stark beanspruchtes Gebiet weiter erhöhen. Die Grünen Bruneck lehnen einen solchen Bodenverbrauch entschieden ab – insbesondere vor dem Hintergrund der geltenden Zielsetzungen zur Eindämmung der Verbauung sowie der bekannten negativen Auswirkungen auf Klima, Natur und Lebensqualität.

Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hat der grüne Gemeinderat Maximilian Gartner daher einen grundlegenden Kurswechsel in der Diskussion um die Umfahrung von St. Georgen vorgeschlagen. „Viele Menschen aus dem Ahrntal fahren täglich alleine mit dem Auto nach Bruneck – aus Gewohnheit, Bequemlichkeit oder weil es an echten Alternativen fehlt. Genau dort müssen wir ansetzen.“

Statt weiterhin Millionen in neue Straßen zu investieren, plädieren die Grünen Bruneck dafür, die vorgesehenen Mittel konsequent in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, in attraktive Taktverdichtungen sowie in die Förderung von Car-Sharing- und Car-Pooling-Projekten zu stecken. Nur so könne die Hauptstraße nachhaltig entlastet und die Lebensqualität für die Bevölkerung von St. Georgen spürbar verbessert werden.

„Was wir brauchen, ist keine weitere Asphaltlösung, sondern ein Mobilitätskonzept, das Verkehr vermeidet, Ressourcen schont und den Menschen echte Alternativen bietet“, so Mair abschließend.

Bezirk: Pustertal

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