Mair: „SVP-PD-Pakt untergräbt ethnisches Gleichgewicht in Südtirol“

“Unglaubwürdige Aussagen des Senators Zeller zum Ius soli”

Dienstag, 27. Juni 2017 | 12:11 Uhr

 

Bozen – Die Freiheitliche Fraktionssprecherin im Südtiroler Landtag, Ulli Mair, unterzieht die Aussagen des SVP-Senators Zeller, die im Rahmen eines Interviews getätigt worden sind, der Kritik. Demnach hätte das freizügige Einbürgerungsgesetz „Ius soli“ kaum Auswirkungen auf Südtirol. Mair hält dagegen und sieht den Proporz und die Grundpfeiler der Autonomie einem erneuten Angriff der PD-Regierung ausgesetzt.

„Die PD-Regierung – gestützt von der SVP – will die Einbürgerungen von Ausländern erleichtern und damit die Überfremdung des Staates und letztlich auch unserer Heimat Südtirol beschleunigen“, kritisiert die Freiheitliche Fraktionssprecherin im Südtiroler Landtag, Ulli Mair, in einer Aussendung einleitend. „Wie zu erwarten, wird sich die SVP den Vorgaben ihrer Mutterpartei PD unterordnen und mit der lauen Kritik seitens des Senators Zeller den Autonomie-Schein wahren“, kritisiert Mair. „Zeller fordert strengere Italienischprüfungen für Ausländer zur Erlangung der Staatsbürgerschaft, aber dies berücksichtigt weder unsere Autonomie noch den Schutz der deutschen und ladinischen Bevölkerung im Land“, unterstreicht Mair.

„Ein freizügiges Einbürgerungsgesetz im Zeichen des „Ius soli“ hätte für Südtirol massive Auswirkungen. Das ethnische Gleichgewicht würde sich zu Ungunsten der deutschen und ladinischen Volksgruppen verschieben und somit die Grundlagen des Autonomiestatutes zusehends verwässern. Die SVP lässt ganz nach dem Geschmack des PD ihren Einsatz für die hart erkämpfte Autonomie vermissen. Jegliche Beschwichtigungen und Relativierungen der raschen Einbürgerung von unzähligen Ausländern ist fehl am Platz. In Europa gibt es genügend Negativbeispiele, wohin diese Politik geführt hat“, unterstreicht Mair.

„Der massive Widerstand gegen das PD-Gesetz zur schnelleren Einbürgerung in Italien und auch in Südtirol ist der Einsicht geschuldet, dass damit neue Anreize zur Einwanderung geschaffen werden. Damit einhergehen die Überfremdung und die Bildung von Parallelgesellschaften. Bereits die derzeitige Situation, wie sie beispielsweise tagtäglich in Bozen erlebt werden kann, offenbart die Folgen einer ungezügelten Einwanderung. Die SVP täte gut daran im Zeichen ihrer noch konturlosen „Vollautonomie“ für Südtirol Ausnahmeregelegungen zu fordern, welche die Einbürgerung von Ausländern mit höheren Hürden vorsieht. Zu denken sei an verpflichtende Deutschkenntnisse und das Bewusstsein der geschichtlichen Hintergründe unserer Heimat“, fordert die Freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair abschließend.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "“Unglaubwürdige Aussagen des Senators Zeller zum Ius soli”"


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Marta
Marta
Superredner
26 Tage 3 h

unsere Kultur ist dem Untergang nahe !!!

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
26 Tage 3 h

wirst wohl leider Recht haben. Dank es dann unserem lieben Karl, der es noch zu beschleunigen hilft und sich wie immer aus jeder Verantwortung windet.

Ach ja: Wahlen kommen….

Staenkerer
26 Tage 1 h
des zu änder lig ba ins! solong mir de friedfertigen schaflen bleibn tien de großn wos se welln! friedliche demos wo olle orbeiter olles liegn u. stien lossn u. auf de stroße gien, stumm u. friedlich u. amoll aufzoagn wos passiert wenn niemand mehr orbeitet u. ba de wohln nor es keuzchen so setzn das de nächsten fünf johr a neuer wind des landl ausfegt! ob naaaaaaa!!! auf de stroß gien “… naaaaa …i muaß jo folgsom orbeitn …” u. maaaaaa “…. wer woaß wos nor epper kimmt ….” mit der einstellung isch es leich ins unterzubuttern … u. a… Weiterlesen »
Septimus
Septimus
Superredner
26 Tage 2 h

Ulli Mair hat recht…unsere Volksvertreter in Rom…ich erlebe gerade ein ” Déjà-vu”….
Jesus wurde wegen 30 Silberlinge verraten….Andreas Hofers Versteck wurde wegen 1500 Gulden verraten,und die berühmten Worte con Cesar…”Auch du, Brutus”…geistern mir durch den Kopf…

horst777
horst777
Grünschnabel
26 Tage 3 h
Die SVP erhielt von Rom einige Geschenke: die hohe Wahlhürde bei Parlaments- und Senatswahlen (40%), die Ausnahmegenehmigung bei der Wahl des Landeshauptmannes und die nachsichtige Behandlung der Partei bei der zu spät beantragten Wahlkampfkostenrückerstattung. Wurde der Druck seitens der römischen Zentralisten zu groß, so glaubte die SVP stets, mit Kompromissen, die fast bis zur Selbstverleugnung gingen, das Problem zu entschärfen. Eine rote Linie hat es bei der SVP unter Durnwalder nie gegeben. Aber irgendwann ist das letzte Tafelsilber, die „Identität““ verscherbelt. Sie schreckt auch nicht davor zurück, mit dem linken Parteisammelsurium Partito Democratico (PD) ein Bündnis einzugehen, das ganz offen… Weiterlesen »
ivo815
ivo815
Superredner
25 Tage 22 h

Gestern af Laatsch ist mir vom Sterben der Kultur nix aufgefallen. Vorgestern in St. Martin in Passeier auch nicht. Am Sonntag in St. Ulrich da waren sie, die Kulturvernichter. Ein paar pakistanische Tellerwäscher und die rumänische Bedienungen… Schrecklich. Frau Mair sollte sich um den eigenen Fortpflanzungserfolg, zum Kulturerhalt kümmern, anstatt an Bozner Brennpunkten herum zu lungern.

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