Kritik der STF und der Freiheitlichen

Unterland: “Peripherie wird weiter ausgehöhlt”

Donnerstag, 25. August 2016 | 12:01 Uhr

Neumarkt – Die ländlichen Gegenden werden immer weiter ausgehöhlt statt gestärkt. Darauf machen die Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der Süd-Tiroler Freiheit und die Freiheitlichen aufmerksam.

Mit Ende des Monats wird im Unterlandler Hauptort Neumarkt der Bezirkssitz des Fürsorgeinstituts NISF/INPS schließen. Schon im letzten Jahr wurden Postämter bei Leifers und Neumarkt dichtgemacht.

Werner Thaler, Bezirkssprecher der Süd-Tiroler Freiheit im Unterland/Überetsch und Gemeinderat in Montan bedauert, dass nach den Postämtern von Steinmannwald und Laag mit dem Bezirksbüro des NISF die nächste Behörde innerhalb kürzester Zeit abwandert: „Da das Fürsorgeinstitut auch für viele Belange in Zusammenhang mit der Pension da ist, wird sie viel von älteren Menschen genutzt. Um die Dienste in Anspruch nehmen zu können, muss nun jeder nach Bozen fahren. Ein weiterer Rückschritt für das Unterland!“

Stefan Zelger, Mitglied der Bezirksgruppe, richtet deshalb einen Appell an die Landesregierung: „Wenn es die Politik ernst meint mit ihren Ankündigungen, die Peripherie zu stärken, dann muss der Abwanderung von immer mehr öffentlichen Diensten Einhalt geboten werden. Lippenbekenntnisse alleine reichen nicht“, betont die Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der Süd-Tiroler Freiheit abschließend.

Freiheitliche werfen SVP “Sonntagsreden” vor

Auch die Freiheitlichen kritisieren die Schließung des Vorsorgeinstitutes im Unterland. Der Freiheitliche Landesparteiobmann und Landtagsabgeordnete Walter Blaas kritisiert den weiteren Abbau von peripheren Strukturen und verweist auf die anstehende Schließung des Bezirksbüros INPS/NISF im Unterland.

„Der Abbau von Vor-Ort-Diensten ist das falsche Signal“, kritisiert der Freiheitliche Landesparteiobmann in einer Aussendung einleitend. In Südtirols Peripherie werden seit Jahren Dienste abgebaut und in der Landeshauptstadt konzentriert. Postfilialen, die Gerichtsaußenstellen und zuletzt die Geburtenstationen von Innichen und Sterzing wurden von der verantwortlichen Politik wegrationalisiert“, wettert Blaas. „Nun trifft es das Vorsorgeinstitut INPS/NISF im Unterland“, kritisiert Walter Blaas.

„Die SVP-Sonntagsreden zur Stärkung des ländlichen Raums, die Ankündigungsmaßnahmen zur Verhinderung der Abwanderung und der Nahversorgung scheinen mit dem Abbau von Diensten im ländlichen Raum kaum noch mithalten zu können“, unterstreicht Blaas abschließend und zeigt kein Verständnis über die Maßnahmen zur Schwächung der Peripherie.

 

Von: luk

Bezirk: Bozen, Überetsch/Unterland

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