US-Militär griff nach eigenen Angaben fast 2.000 Ziele im Iran an

US-Militär kündigt Ausweitung der Angriffe auf den Iran an

Mittwoch, 04. März 2026 | 17:23 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters/AFP

Die USA wollen ihre Angriffe auf den Iran ausweiten. Künftig würden auch Ziele im Landesinneren beschossen, kündigte US-Generalstabschef Dan Caine an. Er begründete dies damit, dass der Iran im Verlauf des Krieges weniger Raketen und Drohnen abfeuere. Es würden auch weiterhin die Infrastruktur des Iran und seine Marine angegriffen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sieht sein Land unterdessen auf Siegeskurs. Außerdem könne das US-Militär so lange kämpfen, wie nötig.

“Unsere Luftabwehr und die unserer Verbündeten verfügen über mehr als genug Reserven. Wir können diesen Kampf problemlos so lange fortführen, wie nötig.” Zuvor hatte US-Verbündeter Israel am Mittwoch eine neue Angriffswelle auf die Islamische Republik gestartet. Nach israelischen Angaben war es die bisher zehnte Angriffswelle seit Kriegsbeginn am Samstag.

Unter anderem wurde der Flughafen Mehrabad in der iranischen Hauptstadt Teheran angegriffen. Es seien dort “Verteidigungs- und Aufklärungssysteme” der iranischen Führung außer Gefecht gesetzt worden, hieß es in einer Mitteilung. Diese hätten eine Bedrohung für Flugzeuge der israelischen Luftwaffe dargestellt. Israels Militär setze seine Bemühungen fort, die gesamte Infrastruktur des iranischen Machtapparats zu schwächen.

Der Flughafen Mehrabad wird vor allem für Inlandsflüge genutzt. Er verfügt über einen militärischen Teil und dient als Basis der Regierungsflotte. Der internationale Flughafen befindet sich rund 40 Kilometer südlich der Hauptstadt. Die israelische Armee teilte außerdem mit, ein israelischer Kampfjet des Typs F-35 (Adir) habe ein iranisches Trainingsflugzeug des Typs Jak-130 im Himmel über Teheran abgeschossen. Dies sei der erste Vorfall dieser Art.

Auch die Vereinigten Staaten intensivierten ihre Attacken massiv. Dabei kommen die US-Streitkräfte am Mittwoch nach eigenen Angaben bei der Zerstörung iranischer Abwehrstellungen schneller voran als geplant. Die Führung in Teheran verschärfte den Konflikt ihrerseits mit der fortgesetzten Blockade der vor allem für den Ölhandel besonders wichtigen Straße von Hormuz, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet.

USA sehen Fortschritte

Der für den Einsatz zuständige US-Admiral Brad Cooper erklärte, die amerikanischen Streitkräfte kämen gut voran. “Vereinfacht gesagt konzentrieren wir uns darauf, Ziele abzuschießen, die uns abschießen können”, sagte er in einer Videoansprache. Nach US-Angaben sind 50.000 Soldaten, 200 Jets und zwei Flugzeugträger im Einsatz, weitere Verstärkung sei unterwegs.

Die iranische Luftabwehr sei stark geschwächt, die iranische Marine habe keine operativen Einheiten mehr in den strategisch wichtigen Gewässern. Insgesamt seien mehr als 2.000 Ziele getroffen worden. Außerdem versenkte ein US-U-Boot am Mittwoch ein iranisches Kriegsschiff vor der Küste Sri Lankas. Die Behörden in Sri Lanka teilten mit, es seien 32 Menschen gerettet worden, die an Bord des iranischen Schiffes gewesen seien. Mehrere Leichen seien aus dem Meer geborgen worden.

Rakete Richtung Türkei

Nach dem Abschuss einer in Richtung des türkischen Luftraums fliegenden Rakete warnte das NATO-Mitglied Türkei den Iran vor einer Ausweitung des Kriegs in der Nahost-Region. Wie am Mittwoch aus dem Außenministerium in Ankara verlautete, sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan seinem iranischen Kollegen in einem Telefonat, dass “jede Maßnahme, die zu einer Eskalation des Konflikts führen könnte, vermieden werden” müsse.

Die NATO geht davon aus, dass der Iran absichtlich eine Rakete abgefeuert hat. “Wir verurteilen, dass der Iran die Türkei ins Visier nimmt”, teilte NATO-Sprecherin Allison Hart mit.

Teheran gleicht Geisterstadt

Nach neuesten iranischen Angaben stieg die Zahl der Todesopfer auf 1.045. Das berichten staatliche iranische Medien. Darunter seien 165 Mädchen, die bei der Bombardierung einer Schule ums Leben gekommen seien. Die Hauptstadt Teheran gleicht Berichten zufolge einer Geisterstadt. “Welt, seht ihr das? Sie töten uns. Hört unsere Stimme”, sagte die Einwohnerin Firuzeh Seraj unter Tränen.

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