Die Meeresenge ist ein geopolitisches Nadelöhr

US-Militär will ab sofort Straße von Hormuz blockieren

Montag, 13. April 2026 | 17:17 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Die von den USA geplante Blockade der Straße von Hormuz soll früheren Ankündigungen zufolge Montagnachmittag in Kraft getreten sein. Unklar blieb zunächst, ob das US-Regionalkommando für Nahost (CENTCOM) tatsächlich seit 16.00 Uhr MESZ bestimmte Schiffe an der Durchfahrt durch die Meerenge hinderte. Angekündigt war zuvor eine Blockade von Schiffen, die einen iranischen Hafen als Start oder Ziel hatten. US-Präsident Donald Trump drohte Teheran bei Annäherung an Hormuz.

Kleine Boote der iranischen Revolutionsgarden werden ausgeschaltet, sollten sich diese der neuen US-Seeblockade in der Straße nähern. Dabei werde das US-Militär genauso agieren wie bei den angekündigten Einsätzen gegen Drogenschmuggler im Pazifik und in der Karibik, kündigte Trump auf seiner Plattform Truth Social an. Bisher seien die USA noch nicht gegen die “Schnellangriffsschiffe” – so nannte der Republikaner die Boote der Revolutionsgarden – vorgegangen, weil diese “nicht als nennenswerte Bedrohung” erachtet worden seien.

Die US-Blockade schließe iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein, hatte CENTCOM am Sonntag mitgeteilt. Zugleich hatte das US-Militär erläutert, dass die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormuz ohne iranischen Ziel- oder Startpunkt nicht beeinträchtigt werden solle.

Iran soll geschwächt werden

Nach den vorerst gescheiterten diplomatischen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hatte US-Präsident Donald Trump am Sonntag die Seeblockade angekündigt. Trump will damit verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden.

Das soll den Druck auf Teheran erhöhen: Der Iran ist einer der größten Ölproduzenten der Welt. Entsprechend ist die Straße von Hormuz für das Land enorm wichtig, um seine Ölexporte an die internationalen Märkte zu bringen.

Wie der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif am Montag nach einer Kabinettssitzung in Islamabad mitteilte, hat die Waffenruhe zwischen Teheran und Washington vorerst Bestand. “Die Waffenruhe hält weiterhin”, betonte Sharif. Es werde “mit aller Kraft daran gearbeitet”, die noch offenen Streitpunkte zwischen den USA und dem Iran beizulegen.

Blockade seit Ende Februar

Seit Kriegsbeginn am 28. Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran hatte dieser die weltweit für den Öltransport wichtige Meerenge vor seiner Küste blockiert. Die Durchfahrt von Tankern kam quasi zum Erliegen. Weltweit schossen Energiepreise nach oben, was auch Trump unter Druck setzte. Am Mittwoch hatten sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Trump knüpfte das auch an die Öffnung der Meerenge.

Trump hatte seine Streitkräfte am Sonntag auch angewiesen, alle Schiffe abzufangen, die Gebühren an den Iran gezahlt hätten. Niemand, der eine “illegale Maut” entrichte, werde auf hoher See sichere Passage haben, schrieb Trump. Außerdem kündigte er an, vom Iran gelegte Seeminen in der für die Weltwirtschaft wichtigen Meerenge zerstören zu lassen.

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