Gewalt dauert an

USA fordern direkte Gespräche zwischen Israel und Libanon

Freitag, 01. Mai 2026 | 16:20 Uhr

Von: APA/dpa

Trotz Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz dauert die Gewalt an. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete seit Freitagmorgen mehrere Angriffe Israels auf Orte im Südlibanon. Israels Armee erklärte, eine mit Sprengstoff beladene Drohne der Hisbollah sei in Nordisrael abgestürzt. Medienberichten zufolge wurden dabei zwei Menschen leicht verletzt. Indes drangen die USA auf direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon.

“Der Libanon steht am Scheideweg. Seine Bevölkerung hat die historische Chance, ihr Land zurückzugewinnen und ihre Zukunft als wahrhaft souveräne, unabhängige Nation zu gestalten”, hieß es in einer auf der Plattform X veröffentlichten Mitteilung der US-Botschaft in Beirut. Im Konflikt zwischen der Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel gilt derzeit eine Waffenruhe. Diese hatte US-Präsident Donald Trump Mitte April nach Gesprächen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun verkündet. Faktisch kommt es aber fast täglich zu Angriffen beider Seiten. Die israelischen Streitkräfte sind auch mit Bodentruppen im Südlibanon aktiv. Der Libanon selbst ist offiziell keine Konfliktpartei.u und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun verkündet. Faktisch kommt es aber fast täglich zu Angriffen beider Seiten. Die israelischen Streitkräfte sind auch mit Bodentruppen im Südlibanon aktiv. Der Libanon selbst ist offiziell keine Konfliktpartei.

“Ein direktes Treffen zwischen Präsident Aoun und Ministerpräsident Netanyahu – vermittelt von Präsident Trump – würde dem Libanon die Möglichkeit bieten, konkrete Garantien für volle Souveränität, territoriale Integrität, sichere Grenzen, humanitäre Hilfe und Wiederaufbauhilfe sowie die vollständige Wiederherstellung der libanesischen Staatsgewalt über jeden Zentimeter seines Hoheitsgebiets zu erlangen – garantiert durch die Vereinigten Staaten”, hieß es in dem Schreiben der US-Botschaft weiter.

Gewalt dauert an

Trotz Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah dauert die Gewalt an. Israels Militär sagte, dass eine Drohne aus dem Libanon am Freitagvormittag in Israel abgefangen worden sei. Im Norden des Landes wurde wegen des Angriffs Luftalarm ausgelöst. Zudem seien weitere “verdächtige Flugobjekte” abgefangen worden, ehe sie nach Israel gedrungen seien, hieß es in einer Mitteilung der israelischen Armee weiter. Die Hisbollah habe zudem erneut im Südlibanon stationierte israelische Soldaten unter anderem mit Drohnen angegriffen. Die vom Iran unterstützte Schiitenorganisation reklamierte mehrere Angriffe für sich.

Israels Armee sagte weiter, sie habe am Donnerstag mehr als 40 Infrastrukturanlagen der Hisbollah im Südlibanon angegriffen. Libanesischen Angaben zufolge hatte es dabei mehrere Tote gegeben. Allein in der Stadt Bint Jbeil, die als Hochburg der Hisbollah gilt, wurden nach Angaben des israelischen Militärs in den vergangenen Wochen mehr als 200 Mitglieder der Miliz bei Nahkämpfen sowie durch Luftangriffe getötet. Libanesischen Angaben zufolge sind unter den Toten bei israelischen Angriffen im Libanon aber häufig auch viele Zivilisten.

Israelischen Armeeangaben zufolge zerstörten Soldaten in den vergangenen Wochen in Bint Jbeil auch “mehr als 900 Infrastruktureinrichtungen”, darunter das Stadion der Stadt. Dort sollen laut Armee Sprengfallen platziert gewesen sein. In dem Stadion hatte der 2024 von Israel getötete Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah im Jahr 2000 seine erste Kundgebung nach dem israelischen Truppenabzug aus dem Süden Libanons gehalten.

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