Die USA haben den Iran erneut angegriffen (Archivbild)

USA greifen erstmals seit fast einer Woche Iran an

Donnerstag, 30. Juli 2026 | 11:25 Uhr

Von: importer

Erstmals seit fast einer Woche hat die US-Armee wieder Ziele im Iran angegriffen. Es sei “erfolgreich eine massive Angriffswelle gegen den Iran abgeschlossen” worden, erklärte das zuständige US-Regionalkommando CENTCOM am Mittwoch (Ortszeit). Die Angriffe seien “als Reaktion” auf die “versuchten Raketenangriffe auf US-Truppen” zuvor in der Region erfolgt. Daraufhin meldeten Jordanien und Kuwait erneut iranische Angriffe, in Kuwait starb eine Person.

Bei einem iranischen Angriff auf ein Gebäude eines chinesischen Unternehmens im Norden des Golfstaats Kuwait wurde nach Regierungsangaben ein Arbeiter getötet. Das Gebäude sei zudem erheblich beschädigt worden, teilten die kuwaitischen Streitkräfte unter Berufung auf das Verteidigungsministerium mit. Seit der jüngsten Eskalation zwischen den USA und dem Iran stand Kuwait erneut mehrfach unter Beschuss. In dem Golfstaat sind wie in anderen Ländern der Region US-Truppen stationiert, die wiederholt Ziel iranischer Vergeltungsangriffe geworden sind.

Die US-Streitkräfte hatten zuvor in der Nacht zum Donnerstag laut iranischen Medienberichten unter anderem Ziele in der Umgebung der Insel Qeshm attackiert. Auf Qeshm wurden der iranischen Nachrichtenagentur Fars zufolge drei Mitglieder einer Familie getötet, der Vater, die Mutter und ihr zweijähriges Kind. Zwei weitere Kinder seien verletzt worden. Auch mehrere Städte in der südwestlichen Region Khuzestan wurden von den USA angegriffen. Außerdem trafen die US-Angriffe der iranischen Nachrichtenagentur IRNA zufolge Gebiete rings um die Städte Abadan, Shadegan, Arvand Kenar und Ahvaz in der Region Khuzestan.

Iranische Gegenangriffe

Die US-Streitkräfte reagierten nach eigenen Angaben auf “iranische Angriffsversuche auf im Nahen Osten stationierte US-Streitkräfte” am Vortag. Das Regionalkommando hatte dazu erklärt, dass der Iran einen “Überraschungsangriff” auf US-Truppen in Jordanien versucht habe. Dieser sei aber abgewehrt worden.

Auch am Donnerstag meldete die jordanische Armee erneut iranische Raketenangriffe. Die Luftabwehr habe fünf Raketen, die Jordanien zum Ziel gehabt hätten, “abgefangen und abgeschossen”, erklärte ein Sprecher der jordanischen Armee. Opfer wurden demnach nicht verzeichnet.

Die Eskalation droht, weitere Länder des Nahen Ostens in den Konflikt hineinzuziehen. In Ägypten traf eine Drohne am Mittwoch einen US-Gastanker im Mittelmeerhafen von Damietta. Dies teilte die britische Sicherheitsfirma Ambrey mit. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb zunächst unklar. Erste Untersuchungen hätten ergeben, dass das Feuer durch eine Drohne unbekannter Herkunft verursacht worden sei, teilte die ägyptische Regierung mit. Verletzt wurde demnach niemand.

Trump drohte mit einer “harten” Reaktion

US-Präsident Trump hatte wegen der neuen iranischen Angriffe am Mittwoch mit einer “harten” Reaktion gedroht, wie der Sender Fox News berichtete. Ein Journalist des Senders zitierte den Präsidenten mit den Worten: “Wir werden sie hart treffen. Sie werden Prügel beziehen.” Trump habe zudem gedroht: “Wir werden sie verdammt windelweich prügeln.” Wenig später starteten die US-Streitkräfte dann die neuen Angriffe auf den Iran – die ersten seit knapp einer Woche.

Fortsetzung der Verhandlungen trotz gegenseitiger Angriffe

Trotz der gegenseitigen Angriffe hielten die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington nach Angaben des Vermittlers Pakistan an. “Die Verhandlungen zwischen den Parteien laufen weiter, insbesondere zur Straße von Hormuz und zur Deeskalation”, sagte der pakistanische Außenamtssprecher Tahir Andrabi vor Journalisten in Islamabad. “Wir setzen unser Äußerstes daran, alle Parteien zum Islamabad-Memorandum zurückzubringen.”

Derweil mussten zwei Öltanker in der für den weltweiten Öl- und Flüssiggastransport wichtigen Straße von Hormuz iranischen Angaben zufolge umkehren, nachdem einer von ihnen in Brand geraten sei. Die Tanker hätten, “ermutigt durch US-Flugzeuge”, versucht, “die Straße von Hormuz über die unsichere südliche Route zu verlassen”, erklärten die iranischen Revolutionsgarden. “Nachdem auf einem von ihnen ein großer Brand ausgebrochen war, kehrten beide Schiffe schnell um.”

Die Revolutionsgarden bekräftigten außerdem erneut ihre Position, dass die Meerenge “unser Territorium” sei und “nicht wieder geöffnet werden kann, solange die überzogene Rhetorik und die Drohungen von US-Vertretern sowie ihre Einmischung in die maritimen Bewegungen in der Region andauern”.

Die strategisch wichtige Meerenge zwischen dem Iran und Oman ist einer der Hauptstreitpunkte im Krieg zwischen dem Iran und den USA. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und gehört zu den wichtigsten Handelswegen für Öl und Flüssiggas. Nach einer kurzfristigen Entspannung hatte der Iran die Straße von Hormuz zuletzt de facto wieder geschlossen. Die USA verhängten daraufhin ihrerseits erneut eine Blockade iranischer Häfen.

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