Von: APA/dpa/Reuters/ANSA/AFP
Im Iran-Krieg haben die USA eine hohe Belohnung zur Ergreifung des neuen iranischen obersten Führers Mojtaba Khamenei ausgesetzt. Das US-Außenministerium teilte am Freitag mit, es würden zehn Millionen Dollar (rund 8,7 Millionen Euro) für Hinweise über den Verbleib Khameneis oder anderer hochrangiger Verantwortlicher gezahlt. Der Sohn des bei einem israelischen Luftangriff getöteten Ayatollah Ali Khamenei war am Sonntag zu seinem Nachfolger ernannt worden.
Das US-Außenministerium verbreitete auf seinem Nutzerkonto “Rewards for Justice” im Onlinedienst X eine Art Fahndungsplakat mit zehn Gesuchten. Gesucht werden demnach unter anderen der iranische Sicherheitschef Ali Larijani und Innenminister Eskandar Momeni sowie ferner Anführer der iranischen Revolutionsgarden. Vier der zehn Gesuchten sind nur mit ihren Funktionen bezeichnet und ohne Namen und Fotos. Dazu zählt etwa der “Berater des obersten Führers”, also Khameneis. Das deutet darauf hin, dass die USA und Israel derzeit keine Informationen haben, wer diese Posten bekleidet.
Die Gesuchten befehligten Teile der iranischen Revolutionsgarden, die “weltweit Terrorismus planen, organisieren und ausführen”, hieß es in der Veröffentlichung weiter. Das US-Außenministerium rief Iranerinnen und Iraner auf, sich zu melden, wenn sie Informationen über den Verbleib von diesen oder anderen Anführern hätten. Neben einer finanziellen Belohnung wird auch Hilfe zum Verlassen des Iran in Aussicht gestellt.
Trump: Irans Oberster Führer verwundet
Mojtaba Khamenei wurde indes nach US-Angaben verwundet. US-Präsident Donald Trump sagte dem Sender Fox News in einem Radiointerview, Khamenei sei verwundet. “Aber er ist wahrscheinlich in irgendeiner Form am Leben.”
Der 56-jährige Mojtaba Khamenei ist bisher allerdings nicht öffentlich aufgetreten. Im Iran selbst sorgt die Abwesenheit des neuen Führers für Unbehagen. Aus Führungskreisen ist zu hören, dass die Ernennung eines womöglich schwer verletzten Führers, der nicht öffentlich in Erscheinung tritt, auf Kritik stößt.
Trump geht einem Medienbericht zufolge zudem davon aus, dass der Iran kurz vor der Kapitulation steht. Dies habe Trump den Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten am Mittwoch in einer Telefonkonferenz gesagt, berichtete das Nachrichtenportal Axios am Freitag. Trump habe erklärt, er habe “einen Krebs beseitigt, der uns alle bedroht hat”. Da niemand mehr wisse, wer im Iran die Führung innehabe, gebe es auch niemanden, der die Kapitulation verkünden könne.
Erneut heftige Explosionen in Teheran
Am 14. Tag des Iran-Kriegs ereigneten sich in der iranischen Hauptstadt Teheran am Freitagabend erneut heftige Explosionen. Dies berichteten am Freitag Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Israel hatte zuvor eine erneute Angriffswelle auf Teheran bekanntgegeben.
Ein Nachrichtenportal der iranischen Revolutionsgarden erklärte unterdessen, seit Kriegsbeginn hätten die Streitkräfte im Land insgesamt 111 feindliche Drohnen zerstört. In dem Beitrag des Portals Sepah wurde nicht aufgeschlüsselt, um welche Arten von Drohnen es sich dabei handelte.
Unter anderem sei aber ein unbemanntes Flugzug vom Typ MQ-9 über der südiranischen Provinz Fars zerstört worden. Bei MQ-9-Maschinen handelt es sich um für einen langfristigen Einsatz entwickelte Mehrzweckdrohnen, die um ein Vielfaches teurer sind als die im Krieg vom Iran massenhaft eingesetzten Einweg-Kamikazedrohnen.
Erneut Unterstützer der Führung in Teheran auf den Straßen
Trotz anhaltender Luftangriffe gingen in Teheran erneut Tausende Regierungsanhänger zu israelfeindlichen Demonstrationen auf die Straßen. Die Kundgebungen finden jedes Jahr anlässlich des sogenannten Al-Quds-Tages statt, den der frühere Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Khomeini 1979 eingeführt hatte. Die staatlich organisierten Proteste richten sich gegen Israel und fordern die “Befreiung Jerusalems”.
Al-Quds ist der arabische Name für Jerusalem. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967.




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