Machado will zentrale Rolle bei Transition in Venezuela übernehmen

Venezolanische Oppositionsführerin will in Heimat zurück

Dienstag, 06. Januar 2026 | 10:26 Uhr

Von: APA/AFP/Reuters/dpa

Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado will nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro per US-Militärintervention “so schnell wie möglich” wieder in ihre Heimat zurückkehren. Das sagte sie dem Moderator Sean Hannity vom US-Sender Fox News am Montag (Ortszeit) von einem unbekannten Ort aus. Weiter sagte Machado, dass sie ein “freies Venezuela” das Land zum “Energiezentrum” von Nord- und Südamerika machen wolle.

Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdöl-Vorkommen der Welt. Machado fügte hinzu, dass sie die kurz zuvor vereidigte Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez als “eine der Hauptverantwortlichen für Folter, Verfolgung, Korruption und Drogenhandel” halte.

Die USA hatten in der Nacht auf Samstag einen Angriff von Elitetruppen gegen Venezuela ausgeführt und den links-autoritären Machthaber Nicolás Maduro und dessen Frau gefangen genommen. Dem Staatschef soll in den USA wegen “Drogenterrorismus” der Prozess gemacht werden. Bei einem ersten Gerichtstermin am Montag in New York plädierten Maduro und Flores auf nicht schuldig.

“Ich bin immer noch der Präsident meines Landes”, betonte Maduro. Am Ende der Anhörung lieferte sich der 63-Jährige ein hitziges Wortgefecht mit einem Mann auf der Zuschauertribüne, der ihm zurief, er werde für seine Verbrechen bezahlen. “Ich bin ein Kriegsgefangener”, antwortete Maduro, bevor er aus dem Gerichtssaal geführt wurde. Die nächste Anhörung wurde für den 17. März angesetzt, bis dahin bleibt Maduro in New York inhaftiert. Maduros bisherige Stellvertreterin Delcy Rodríguez wurde am Montag als Übergangspräsidentin des südamerikanischen Landes vereidigt.

Trump lehnt Friedensnobelpreisträgerin ab

US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag allerdings eine Spitzenposition für Machado, Friedensnobelpreisträgerin von 2025, im künftigen Venezuela ausgeschlossen. “Sie hat nicht die Unterstützung und den Respekt im Land”, sagte Trump.

In Washington ist darüber und über die Venezuela-Strategie der Regierung allgemein ein heftiger ⁠Polit-Streit entbrannt. Führende Republikaner versicherten am Montag, dass keine Besetzung des südamerikanischen Landes geplant sei. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, sagte, die USA hätten keine Streitkräfte in Venezuela und würden das Land nicht besetzen. Führende Demokraten zeigten sich jedoch unzufrieden. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, kritisierte, der Plan der Regierung für die Zeit nach Maduro sei vage, basiere auf Wunschdenken und sei unbefriedigend.

Machado biedert sich Trump an

Die Strategie der ⁠USA deckt sich mit einem CIA-Bericht, der empfohlen hatte, zur Wahrung der Stabilität auf Maduro-treue Kräfte zu setzen. Machado erklärte ihrerseits, die US-Aktion sei ein riesiger Schritt für die Menschheit. Überschwänglich bedankte sie sich bei Trump für die Festnahme Maduros. “Der 3. Jänner wird als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem die Gerechtigkeit die Tyrannei besiegt hat”, sagte die Friedensnobelpreisträgerin dem US-Sender Fox News. Machado hatte Trump bereits in der Vergangenheit für dessen harten Kurs gegen das Maduro-Regime gelobt.

“Das ist ein Meilenstein”, sagte Machado über Trumps Vorgehen. “Und das ist nicht nur für das venezolanische Volk und unsere Zukunft von großer Bedeutung. Ich denke, es ist ein großer Schritt für die Menschheit, für die Freiheit und für die Menschenwürde”, schwärmte sie in dem auf X verbreiteten Video-Ausschnitt des Gesprächs mit Fox News. In einem anderen Post schrieb sie, Venezuela werde “der wichtigste Verbündete der Vereinigten Staaten in den Bereichen Sicherheit, Energie, Demokratie und Menschenrechte sein”.

Nach der Festnahme Maduros hatte sie die Einsetzung des Oppositionspolitikers Edmundo González Urrutia als neuen Staatschef gefordert. Der 76 Jahre alte Ex-Diplomat hatte bei der von Betrugsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl vor eineinhalb Jahren nach Einschätzung der Opposition und internationaler Beobachter eigentlich gegen Maduro gewonnen. Er war bei den Wahlen nur deswegen angetreten, weil die weitaus populärere Machado von der Teilnahme ausgeschlossen worden war.

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